Deutsche Elektro- und Digitalindustrie nach drei Quartalen mit Auftragsplus. (Quelle: ZVEI)
„Für die ersten drei Quartale dieses Jahres verzeichnet die Branche damit ein Auftragsplus von 4,2 % gegenüber Vorjahr“, sagte ZVEI-Chefvolkswirt Dr. Andreas Gontermann. Während hier die Inlandsorders laut ZVEI noch rückläufig waren (-2,8 %), wuchsen die Auftragseingänge aus dem Ausland um 10,0 %. Die Bestellungen aus dem gemeinsamen Währungsraum stiegen zwischen Januar und September um 8,1 % gegenüber Vorjahr. Noch stärker zogen die Aufträge aus dem übrigen Ausland an (+ 11,0 %).
Die reale, um Preiseffekte bereinigte Produktion stieg laut dem Branchenverband im September 2025 um 5,9 % gegenüber Vorjahr. „Zusammen mit einer nachträglichen Aufwärtsrevision für den Monat August ergibt sich jetzt damit für die ersten drei Quartale bei der Produktion nur noch ein Rückgang um 0,8 % im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum“, so Dr. A. Gontermann.
Weiter teilt der ZVEI mit: Mit 20,7 Mrd. € lag der Umsatz in der deutschen Elektro- und Digitalindustrie im September 2025 um 9,3 % über Vorjahr. Der Inlandsumsatz rückte um 10,3 % auf 9,9 Mrd. € vor, der Auslandsumsatz um 8,4 % auf 10,8 Mrd. €. Die Geschäfte mit dem Euroraum beliefen sich auf 4,2 Mrd. € (+ 16,4 %), die mit Partnern aus Drittländern auf 6,6 Mrd. € (+4,3 %).
Für den aussagekräftigeren Gesamtzeitraum von Januar bis einschließlich September werden die aggregierten Branchenerlöse mit 165,5 Mrd. € ausgewiesen – ein Plus von 1,6 % zum entsprechenden Vorjahreswert. "77,1 Mrd. € (- 1,0 %) entfielen hier auf das Inlandsgeschäft. Der Umsatz mit ausländischen Kunden lag gut 11 Mrd. € höher (+ 3,9 % auf 88,4 Mrd. €). Mit der Eurozone wurden in den ersten drei Quartalen Umsätze von 34,6 Mrd. € erzielt (+ 5,8 %). Die Erlöse mit Auslandskunden außerhalb der Währungsunion stiegen um 2,9 Prozent auf 53,8 Mrd. €", wird in einer Meldung berichtet.
Geschäftsklima hellt sich auf
Weiter verweist der ZVEI darauf, dass sich die branchenweite Kapazitätsauslastung zu Beginn des vierten Quartals zwar um zwei Prozentpunkte auf jetzt 78,2 % der betriebsüblichen Vollauslastung erholt habe, damit aber weiter unterdurchschnittlich bleibe. Die Reichweite der Auftragsbestände fiel von 4,2 Produktionsmonaten vor einem Vierteljahr auf 3,9 etwas zurück. „Die insgesamt immer noch fehlende klare Richtung zeigt sich unter anderem auch bei den Produktions- und Beschäftigungsplänen. Sie entwickelten sich im Oktober nämlich entgegengesetzt: Während erstere leicht stiegen, gaben letztere nach“, so Dr. A. Gontermann. Mehr als zwei Fünftel der Unternehmen würden unter Auftragsmangel leiden, der damit weiter das derzeit größte Produktionshemmnis bleibt.
Als positive Abschlussbotschaft teilt der ZVEI mit: Schließlich hat sich das Geschäftsklima in der deutschen Elektro- und Digitalindustrie nach dem deutlichen Rücksetzer im Vormonat im Oktober 2025 wieder erholt: Sowohl die aktuelle Lage als auch die allgemeinen Geschäftserwartungen wurden besser beurteilt. Letztere zogen sogar recht stark an und schafften es unterm Strich erneut über die Nulllinie. Auch die spezifischeren Exporterwartungen fielen im Oktober etwas günstiger aus als im September.