Daten sind nicht immer auch Informationen

Vierquadrantenmatrix zur Datenqualifizierun (Quelle: Phoenix Conatct)
In Digitalisierungsprojekten, die nicht primär mit Maschinen, sondern Menschen arbeiten, ist es notwendig, die beiden Begriffe Daten und Informationen sehr genau voneinander abzugrenzen. Der Begriff Daten gilt hier als Oberbegriff, unabhängig vom Nutzen, und Informationen als der Teil der Daten, die erforderlich bzw. förderlich für den Prozess sind.
Um die Einordnung praktisch zu erleichtern, ist die in Bild 4 dargestellte Matrix [1] hilfreich. Hier werden alle Daten aus Sicht des ausführenden Mitarbeiters mit Fokus auf die spezifische, digital zu unterstützende Tätigkeit eingeordnet.
Die konkrete Umsetzung berücksichtigt dann nur diejenigen Daten, die im Feld Information eingeordnet wurden. Ergänzend können gegebenenfalls noch Daten aus dem Feld Redundant aufgenommen werden. Hat man die Möglichkeit, die Einordnung mit mehreren Mitarbeitern getrennt voneinander durchzuführen, dann ist diese Vorgehensweise zu empfehlen. Hierbei wird sich zeigen, dass die Einordnung leicht variieren kann. In der Umsetzung sind dann alle Daten einzuschließen, die mindestens ein Mitarbeiter als Information, also wichtig für den Arbeitsschritt und unbekannt, eingeordnet hat.
Analysiert man mit dieser Methode mehrere Arbeitsschritte, wird man schnell feststellen, dass die Einordnung für jeden Arbeitsschritt unterschiedlich ausfällt. Eine einheitliche Umsetzung in Form nur eines Dokuments, wie dies in der papiergestützten Fertigung der Fall ist, ist somit nicht die optimale Lösung. Das trifft ebenfalls auf die vermeintlich digitalisierten Unterlagen in Form von PDF-Dokumenten zu, wenn die analogen Arbeitsunterlagen lediglich in elektronischer Form gespeichert werden.
Die papierlose Fertigung ist dann nicht mehr das Ziel des Digitalisierungsvorhabens, sondern ein gern gesehener Nebeneffekt aus der digital unterstützten Optimierung der Fachprozesse.
Fazit: Die Zukunft des Schaltschrankbaus gestalten
Die Optimierung der Informationsflüsse und Workflows im Schaltschrankbau ist entscheidend für die Zukunftsfähigkeit der Branche. Durch eine detaillierte Analyse der bestehenden Prozesse und die Einbindung der Mitarbeiter in innovative Digitalisierungskonzepte können nachhaltige Verbesserungen erzielt werden. Die Kombination aus Digitalisierung, Lean Management und Agilität versetzt Unternehmen in die Lage, die lange erarbeiteten Wettbewerbsvorteile in der Kernkompetenz zu erhalten und gleichzeitig effizienter und kosteneffektiver zu produzieren. So kann der Schaltschrankbau sein volles Potenzial entfalten und sich erfolgreich in der digitalen Zukunft positionieren. (mh)
Literatur
[1] Phoenix Contact GmbH & Co. KG, Blomberg: