Deutlich geringerer CO2-Fußabdruck
Ein gelungenes Beispiel für eine Materialumstellung beim Polyamid ist der Wechsel von PA 6.6 auf PA 6 bei der Herstellung von Schnellmontage-Endhaltern. Die entsprechende Baureihe Clipfix dient dazu, die auf der Tragschiene im Schaltschrank montierten elektrischen Baugruppen an der rechten und linken Seite zu fixieren. Bei den Produkten handelt es sich also um unverzichtbare Massenware. Die Fertigungsmenge ist folglich hoch und beträgt einige Millionen Stück pro Jahr. Das vor der Umstellung verwendete PA 6.6 kommt in der Elektronikbranche wegen seiner Elastizität, Festigkeit und den elektrischen Isolationseigenschaften oftmals zum Einsatz. Im Vergleich zur PA-6- weist die PA-6.6-Variante einen etwas höheren Schmelzpunkt auf, was im Wesentlichen auf eine unterschiedliche Anordnung der Molekülketten zurückzuführen ist.
Welche Auswirkung der Umstieg von PA 6.6 auf PA 6 für die Nachhaltigkeit hat, verdeutlicht sich nicht unbedingt anhand eines weniger als 5 g wiegenden Endhalters, umso mehr jedoch durch den Granulatverbrauch. Für die Produktion dieser Standardbauteile verarbeitet Phoenix Contact nämlich jährlich rund 120 t Granulat. Der Materialwechsel zu PA 6 resultiert hier in der deutlichen Verringerung des CO2-Fußabdrucks um etwa 400 t pro Jahr. Der neue Kunststoff führt dabei zu keinerlei funktionalen Einschränkungen des Produkts.
Fazit
Mit dem Product Environmental Footprint nutzt Phoenix Contact eine Methode, welche die Auswirkungen eines Produkts auf die Umwelt beschreibt. Bei der Analyse werden bis zu 19 verschiedene Umweltindikatoren betrachtet. Somit dient der PEF vor allem dazu, die Effekte des Produkts auf das Klima transparent zu machen, um auf dieser Basis auch bei den Anwendern zielgerichtet Effizienz- und Nachhaltigkeitsmaßnahmen einzuleiten.
Gleichstromnetz als wichtiger Baustein für die Energiewende
Im Rahmen seiner Nachhaltigkeitsstrategie zeigt Phoenix Contact mit dem neuen Gebäude 60 (G60) am Standort Blomberg eine bidirektionale Kopplung aller Energieströme. Dabei bilden sämtliche energieerzeugenden und -verbrauchenden Teilnehmer einen elektrischen, thermischen und kommunikativen Verbund. G60 nutzt unter anderem einen 1 500 m3 umfassenden Eisspeicher für den Wärme- und Kältebedarf. Hinzu kommen eine Photovoltaikanlage mit 2,5 MW Peak sowie im ersten Schritt Batteriespeicher. Eine weitere Besonderheit des als Blaupause für nachhaltiges Bauen dienenden Gebäudes stellt die Installation eines partiellen Gleichstromnetzes in Verbindung mit bidirektionaler Ladetechnik dar. Auf diese Weise werden Elektroautos ebenfalls zu temporären Energiespeichern und versorgen G60. Insbesondere die Entscheidung, ein DC-Grid für den industriellen Einsatz aufzubauen, bringt die Energiewende entscheidend voran, beispielsweise durch die bessere Integrationsfähigkeit von regenerativen Energiequellen, Batteriespeichern und Elektromobilität, die allesamt auf Gleichstrom basieren. Zudem lassen sich Verlustleistungen reduzieren, etwa durch die Nutzung der Rekuperationsenergie, die beim Bremsen von Elektromotoren auftritt. Im zweiten Schritt wird Gebäude 60 um Industrielösungen rund um das Thema Wasserstoff respektive Power-to-X erweitert.

