Starterkit auf Basis eines kompakten Industrie-PC

Bild 02: Die virtuelle Steuerung bietet die gewohnten Funktionen einer PLCnext Control und unterstützt alle Industrieprotokolle sowie Sicherheits-Features. (Quelle: Phoenix Contact)

Bild 03: Der nächste Schritt der Automatisierungslösung: Die Virtual PLCnext Control erweitert das offene Ecosystem PLCnext Technology. (Quelle: Phoenix Contact)
Ein virtueller und Software-basierter Container zum Anfassen? Das widerspricht sich! Richtig. Zur Schaffung eines Starterkits für die Welt der virtuellen Steuerung stellt Phoenix Contact jedoch zur Hannover Messe 2025 den VL3 UPC Edge vor. Das Gerät gründet auf einem kompakten Industrie-PC, mit dem sich die beschriebenen Vorteile optimal zu einem Edge-Device zusammenfassen lassen. Dort vorinstalliert ist neben dem gewohnten nutzerfreundlichen Linux-Desktop-Betriebssystems eine Container-Runtime sowie die Virtual PLCnext Control zwecks sofortiger Umsetzung einer Automatisierungslösung.
Das Sammeln der Daten findet in der bekannten IEC-61131-Umgebung statt. Für die nachfolgende Auswertung steht die gewohnte Linux-Umgebung mit sämtlichen Software-Erweiterungen und PLCnext-Apps zur Verfügung. Aufgrund der Verwendung einer performanten Quadcore-Intel-Atom-CPU und 16 GByte RAM können selbst komplexe Analyseverfahren lokal, also direkt am Entstehungsort der Daten, auf der Hardware durchgeführt werden. Diese Lösung ist zwar nicht Hardware-unabhängig wie der Kauf eines PLCnext-Containers. Die einfache Inbetriebnahme einer Linux-Desktop-Version eröffnet allerdings ebenfalls Vorteile hinsichtlich der Erweiterbarkeit und Nutzerfreundlichkeit der virtuellen Steuerung im Vergleich zu klassischen, eher minimalistischen und abgeschotteten Steuerungssystemen (Bild 5).
Konvergenz von IT und OT
Durch den Einsatz einer virtuellen Steuerung rücken die OT- und IT-Welten in produzierenden Unternehmen nochmals enger zusammen. Während sich die Mitarbeiter beim Engineering und der Programmierung nicht umstellen müssen, lässt sich die Steuerungskomponente kostenoptimiert und exakt auf ihren Verwendungszweck konfigurieren. Auch auf IT-orientierte Anwender kommen keine Änderungen zu; die Umstellungen werden vielmehr beseitigt. Ein offenes Steuerungssystem wie PLCnext Control ermöglicht bereits seit langem die Installation weiterer Software oder Apps. Durch die Hardware-unabhängige Steuerung können die Anwender jetzt ein gewohntes Betriebssystem mit einfachem Support aller Interfaces nutzerfreundlich einsetzen. Insbesondere durch diese Vorteile eröffnet die virtuelle Steuerung nochmals große Fortschritte für Edge-Applikationen, in denen Daten über OT-Tools eingesammelt und lokal auf dem Gerät ausgewertet werden. Das Virtualisieren der Steuerung erweist sich als zukunftweisend und kann vor allem in großen Anlagen zielführend sein. Statt eine möglichst große, oftmals überdimensionierte SPS in die Maschine oder Anlage einzubauen, lässt sich der Container je nach Anwendung bei zukünftigen Erweiterungen passgenau an die neuen Erfordernisse anpassen.
Was ist eine virtuelle Steuerung?
Bei virtuellen Steuerungen handelt es sich um Software-basierte Systeme, die die Funktionen traditioneller Hardware basierter Steuerungen übernehmen. Sie laufen auf Standard-Hardware – zum Beispiel Industrie-PC oder Servern – und nutzen Virtualisierungstechnologien, wie Container oder Hypervisoren, um mehrere Steuerungen auf einer einzigen Hardware-Plattform zu betreiben. Der größte Vorteil der virtuellen Steuerung gegenüber einer klassischen Hardware gebundenen SPS liegt in der Flexibilität und damit der Verwendung in großen, aufwendigen Applikationen.
Literatur
- Phoenix Contact Electronics GmbH, Bad Pyrmont: www.plcnext-community.net

