Humanoide im Arbeitsalltag

Laut Studie gehen drei Viertel der Befragten davon aus, dass die „KI mit Armen und Beinen“ künftig vor allem in der Industrie zum Einsatz kommen wird. Als mögliche Einsatzgebiete werden genannt: Logistik und Supply Chain Management (43 %), Lager und Materialhandhabung (42 %), Wartung (37 %), Qualitätskontrolle (34 %), Montage (29 %), Facharbeiten (28 %) und gefährliche Aufgaben (27 %) sowie die Kleinserien- und Einzelfertigung (24 %). „Das Gros der Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertreter traut der neuen Roboter­generation offenbar beinahe alles zu, wobei die zeitliche Einordnung offenbleibt“, sagt der Studienleiter. Er verweist darauf, dass 58 % der Befragten davon ausgehen, dass der Anteil manueller Tätigkeiten, die die KI-Maschinen in der Industrie übernehmen werden, künftig auf bis zu 50 % ansteigen wird. Beinahe ein Drittel (32 %) ist zudem fest überzeugt, dass die KI-Roboter auch im Büro nützliche Tätigkeit übernehmen werden.

BWA-Geschäftsführer Harald Müller mahnt: „Die Studie zeigt, dass wir ein Zeitfenster von einigen Jahren haben, bis diese KI-Roboter-Revolution wirklich stattfinden wird. Diese Zeitspanne sollten Unter­nehmen und Gewerkschaften gemeinsam nutzen, um sich über den Umgang mit den Folgen dieser Entwicklung auf die Arbeitswelt zu verständigen.“ Der Chef der Bonner Wirtschafts-Akademie sieht dabei keineswegs nur negative Auswirkungen, wie er betont: „KI und Robotik sind in vielerlei Hinsicht gut geeignet, den Fachkräfte­mangel zumindest teilweise auszugleichen.“ Diese Einschätzung teilt mehr als die Hälfte (54 %) der befragten Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertreter. Allerdings sei auch die Kehrseite der Medaille unübersehbar. Dazu gehören laut Umfrage eine potenzielle Massenarbeitslosigkeit, wie ein knappes Viertel (23 %) der Befragten befürchtet, und die starke Belastung der Renten- und Sozialsysteme (17 %).

„Der Umbau der Renten- und Sozialsysteme ist aufgrund des demografischen Faktors ohnehin unabdingbar“, sagt Harald Müller, „die rasanten Fortschritte beim Einsatz Künstlicher Intelligenz in der Arbeitswelt wird diese Entwicklung massiv beschleunigen. Daher ist es höchste Zeit, dass sich nicht nur die Sozialpartner, sondern auch die Politik den damit verbundenen Herausforderungen stellt.“

BWA (ih)
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