Die Potenziale, die dem Industrial Metaverse zugesprochen werden, sind enorm. (Quelle: AdobeStock_ipopba_ 480309619)
Herr Morwind, bitte geben Sie als Manufacturing Industry Leader zunächst einen kurzen Einblick: Was sind aus Ihrer Sicht die Top-3-Herausforderungen Ihrer Kunden im Fertigungsumfeld?
M. Morwind: Als wichtigste Herausforderung unserer Kunden sehe ich das Gelingen der digitalen Transformation, sprich, die Integration von fortschrittlichen digitalen Technologien wie Industrie 4.0, Internet of Things, künstlicher Intelligenz und Lösungen für fundierte Datenanalysen. Vor diesem Hintergrund stehen Fertigungsunternehmen vor allem vor der Aufgabe, ihre bestehenden Prozesse zu digitalisieren und intelligente Technologien einzuführen, um Effizienz, Flexibilität und Wettbewerbsfähigkeit zu steigern.
Darüber hinaus ist der Mangel an qualifizierten Fachkräften in der Fertigungsindustrie ein anhaltendes Problem. Neue Technologien erfordern nun mal spezielle Fähigkeiten. Die Aus- und Weiterbildung von Mitarbeitern, um ihnen die notwendigen Fähigkeiten im Bereich der digitalen Technologien zu vermitteln, ist eine Herausforderung, der sich die Branche weiterhin stellen muss.
Nicht zu vergessen ist natürlich auch der Aspekt Lieferkettenkomplexität bzw. die dazugehörige Resilienz der Beschaffung. Die Globalisierung hat zu komplexen Lieferketten geführt – und nicht zuletzt die Pandemie oder internationale Konflikte haben die Notwendigkeit von resilienten Lieferketten deutlich gemacht. Die Fähigkeit, flexibel auf Veränderungen in der globalen Logistik zu reagieren und gleichzeitig die Kosten im Griff zu behalten, ist eine wichtige Herausforderung für die Fertigungsindustrie.
Sie bringen langjährige Erfahrung als Digitalisierungsexperte mit. Wie kann Digitalisierung Ihre Kunden bei der Lösung der genannten Herausforderungen unterstützen?
M. Morwind: Datensilos und disparate Systeme machen es für zahlreiche Fertigungsunternehmen fast unmöglich, effektive Analysen durchzuführen und Einblicke in ihren Bestand sowie die Produktionsprozesse zu geben. KI-basierte Lösungen stellen eine mögliche Problemlösung dar. Eine Data-First-Strategie ist dabei der zentrale Ankerpunkt auf dem Weg zur digitalen Transformation.
Ein weiterer entscheidender Faktor für eine verbesserte Vorhersagbarkeit liegt in der Zuverlässigkeit und Flexibilität der Netzwerkinfrastruktur eines Unternehmens. Viele Hersteller von heute sitzen hinter veralteten Systemen sowie Infrastrukturen, die kostspielig zu warten sind und die aktuellen Initiativen zur digitalen Transformation sogar eher noch behindern. Wenn eine veraltete IT-Architektur, die traditionell nicht für die Zusammenarbeit mit verschiedenen großen Plattformen geschaffen ist, noch federführend in Betrieb ist, kommt es für die Unternehmen zu erheblichen Verzögerungen bei der Gewinnung wertvoller Erkenntnisse und Informationen. Die Geschwindigkeit der Systeme ist für einen Hersteller entscheidend, um Backend-Bereiche zu optimieren, die den Erfolg des Frontends unterstützen. Jede Verzögerung hindert die internen Stakeholder daran, die Echtzeitdaten für den Entscheidungsprozess zu nutzen.
Mit der Modernisierung von Netzwerken und der Migration von Systemen in die Cloud erreichen Fertigungsunternehmen die notwendige Geschwindigkeit ihrer Anwendungen. Gleichzeitig erschöpfen sie die Vorteile eines cloudbasierten digitalen Netzwerks, das effektiv skaliert werden kann. Je nach Bedarf können Hersteller die Einstellungen für mehr Betriebseffizienz hinzufügen/ anpassen und die Cloudpotenziale dazu nutzen, um auf Technologien, wie KI und speziell Deep Learning sowie AR, zuzugreifen.