Interview mit Max Morwind

Für beide Stoßrichtungen sind große Datenmengen ausschlaggebend für eine erfolgreiche Umsetzung. Und genau daran, nämlich am Vorhandensein umfangreicher digitalisierter Daten, hapert es in vielen Bestandsanlagen. Sind demnach beide Themen nur für das Greenfield sinnvoll?

M. Morwind: Es ist richtig, dass große Datenmengen entscheidend sind, um das volle Potenzial sowohl der generativen KI als auch des Industrial Metaverse auszuschöpfen. In vielen Bestandsanlagen kann es jedoch eine Herausforderung sein, umfangreiche digitale Daten in hoher Qualität zu generieren und zu sammeln. Diese Herausforderung ist nicht unbedingt auf Greenfield-Ansätze beschränkt, sondern betrifft Unternehmen in unterschiedlichem Maße unabhängig davon, ob es sich um Greenfield- oder Brownfield-Projekte handelt. Unternehmen können Strategien entwickeln, um ihre bestehenden Anlagen schrittweise zu digitalisieren und von den fortschrittlichen Technologien zu profitieren.

Was raten Sie Unternehmen: Wie und wann sollten Sie ihren Weg ins Industrial Metaverse angehen und wie unterstützen Sie sie dabei?

M. Morwind: Der Einstieg ins Industrial Metaverse erfordert eine sorgfältige Planung und strategische Herangehensweise. Dazu sollten Unternehmen ihre aktuelle digitale Reife bewerten, um zu verstehen, inwieweit sie bereits digitale Technologien nutzen können. Dies umfasst die Analyse von Datenverfügbarkeit, Automatisierungsgrad und den bestehenden digitalen Prozessen. Danach sollten Use Cases identifiziert werden, Digitalisierungsstrategien entwickelt und Pilotprojekte durchgeführt werden. Angesichts der sich schnell entwickelnden Technologielandschaft ist eine agile Herangehensweise hier besonders wichtig. Unternehmen sollten in der Lage sein, flexibel auf neue Entwicklungen zu reagieren und ihre Strategien bei Bedarf anzupassen.

Wo stehen wir heute auf unserem Weg ins Industrial Metaverse und was sind aus Ihrer Sicht die Next Steps?

M. Morwind: Es gibt zwar Interesse von Firmen und erste Pilotprojekte, aber eine flächendeckende Umsetzung ist noch nicht weit verbreitet. Einige Unternehmen haben begonnen, digitale Technologien, wie IoT, künstliche Intelligenz und Augmented Reality, in ihre Betriebsabläufe zu integrieren. Allerdings ist die ganzheitliche Vision des Industrial Metaverse noch nicht überall erreicht. Insgesamt erfordert der Weg ins Industrial Metaverse eine holistische und koordinierte Strategie. Die Industrie steht vor der Herausforderung, Technologien zu harmonisieren, Sicherheitsstandards zu erhöhen und die Akzeptanz in der Belegschaft zu fördern. Es ist zu erwarten, dass die kommenden Jahre eine beschleunigte Entwicklung und Umsetzung in Richtung eines umfassenderen Industrial Metaverse bringen werden.

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Inge Hübner
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