Ausgezeichnete Energieeffizienz

Die Hawle-Österreich-Gruppe beauftragte den Münchner Intralogistik-Spezialisten Hörmann Logistik mit der Errichtung eines automatischen Hochregallagers

Die Hawle-Österreich-Gruppe beauftragte den Münchner Intralogistik-Spezialisten Hörmann Logistik mit der Errichtung eines automatischen Hochregallagers (Quelle: SEW-Eurodrive)

Ein innovatives Leistungs- und Energiemanagementsystem von SEW-Eurodrive sorgt dafür, dass die Bremsenergie der Regalbediengeräte nicht verlorengeht

Ein innovatives Leistungs- und Energiemanagementsystem von SEW-Eurodrive sorgt dafür, dass die Bremsenergie der Regalbediengeräte nicht verlorengeht (Quelle: SEW-Eurodrive)

Für die Art und Weise, wie SEW-Eurodrive in industriellen Antriebssystemen Energie rückgewinnt, zwischenspeichert und für die Abdeckung von Lastspitzen oder die Überbrückung von Netzausfällen zur Verfügung stellt, wurde dem Unternehmen 2019 der Umwelttechnikpreis Baden-Württemberg in der Kategorie „Energieeffizienz“ verliehen. Sogenannte Powercaps bilden dabei das Herzstück. Bei den Regalbediengeräten der Firma Hawle puffern diese elektrischen Speicher überschüssige Bremsenergien, um sie für nachfolgende Beschleunigungs- oder Anfahraktivitäten zu verwenden. Dadurch reduzieren sie nicht nur Leistungsspitzen, sondern auch den Gesamtverbrauch. „Wir sparen mit dieser State-of-the-Art-Technologie unseren Berechnungen nach rund 230.000 kWh pro Jahr ein. Das entspricht in etwa dem Stromverbrauch von 52 durchschnittlichen Haushalten“, zeigt sich A. Bamberger als Energiemanager zufrieden mit der Ökobilanz der SEW-Antriebslösung für die Regalbediengeräte.

Powercaps an Bord

Insgesamt sind fünf gassengebundene Einmast-RBG mit Teleskopgabel für eine doppeltiefe Palettenlagerung in der neuen, 29 m hohen Logistikhalle der Hawle-Österreich-Gruppe unterwegs. Jedes einzelne davon wiegt bereits ohne Traglast rund 25 t und benötigt entsprechend viel Energie, um in die gewünschte Ein- bzw. Auslagerungsbewegung gebracht zu werden. „Normalerweise hätten wir hier netzseitig mit einem Spitzenleistungsbedarf von 60 kW bis 70 kW pro Regalbediengerät planen müssen. Dank der Movi‑C Power and Energy Solution von SEW-Eurodrive reduzierte sich dieser aber auf einen Bruchteil davon“, sagt Bernd Nebel, Fachprojektleiter Automatisierungstechnik bei Hörmann Logistik. Dieser Aspekt wirkt sich nicht nur auf die Stromrechnung des Kunden positiv aus, sondern auch bei der Auslegung der Infrastruktur: Die Zuleitungen, Sicherungen, Kabelquerschnitte, der Transformator und weitere Komponenten können kleiner dimensioniert werden. Die Schaltschränke für die Regalbediengeräte, in denen auch die Powercap-Module verbaut sind, haben eine Höhe von 1,8 m. Sie fahren mit den RBG mit und speichern bis zu 3 300 kWh rückgewonnene Energie.

Vielfältige Einsatzmöglichkeiten

„Die Grundidee ist, die Energie, die ins System eingebracht wurde, applikationsnah für einen bedarfsgerechten Abruf vorzuhalten. Wir können die gesammelten Reserven nutzen, um Lastspitzen abzufangen, die Netzstabilität zu sichern oder um Anlagen bei einem Stromausfall in einen definierten sicheren Zustand zu bringen“, weist Stephan Nick, Vertriebsingenieur bei SEW-Eurodrive in München, auf die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten des Leistungs- und Energiemanagements hin. „Überall dort, wo sich etwas bewegt und viel bzw. häufig beschleunigt wird, ist eine solche Lösung sinnvoll.“

Bei der Firma Hawle wird bereits über eine weitere Powercap-Verwendung nachgedacht. Laut Hermann Pichler, Automatisierungs- und Steuerungstechniker am Produktionsstandort Frankenmarkt, biete sich dafür beispielsweise die Schleuderradstrahlanlage an. „Da werden Gussteile in einer schnell rotierenden Einheit mit Stahlkies beworfen, um als Endergebnis saubere, gleichmäßig homogene Oberflächen zu erhalten“, erklärt er.

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