Grünes Erfolgsprojekt
Bei der Hawle-Österreich-Gruppe zählt seit jeher der ökologische Gedanke. Dennoch müssen sich sämtliche Investitionen in neue Technologien oder Anlagen innerhalb einer vertretbaren Zeitspanne amortisieren. „Wir überlegen bei jeder Neuanschaffung sehr genau, wie diese maximal effizient zu betreiben ist. Die Entscheidung für die Powercaps kostete zwar rund 25 000 € mehr pro Gasse, macht sich aber unseren Berechnungen bereits ab dem fünften Jahr als ‚Reingewinn‘ bezahlt“, freut sich der Energiemanagementbeauftragte A. Bamberger über ein weiteres „grünes Erfolgsprojekt“. Er ergänzt: „Ich bin wirklich stolz, dass ich Teil des Umsetzungsteams war.“ Als studierter Ökoenergietechniker erkannte er sofort das Potenzial dieser Technologie, die Energie von generatorischen Betriebszuständen speichert, um sie dann den Hub-, Fahr- oder Gabelantrieben der Regalbediengeräte zukommen zu lassen. „Es ist wie bei einer Photovoltaikanlage: Man muss einmal Geld für die Anschaffung einer entsprechenden Infrastruktur in die Hand nehmen und profitiert dann jahrzehntelang“, spricht sich A. Bamberger generell für einen breiteren Einsatz von nachhaltigen Lösungen aus.
Langjährige Innovationspartnerschaft
In Summe hielten 195 Antriebe von SEW-Eurodrive Einzug in das Hochregallager der Hawle-Österreich-Gruppe, 175 für die Fördertechnik und 20 für die RBG. „Wenn einer unserer Kunden einen anderen Hersteller bevorzugen würde, müsste er uns zu einem Umstieg zwingen“, deutet Bernd Nebel, Fachprojektleiter Automatisierungstechnik bei Hörmann Logistik, die sehr enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit SEW-Eurodrive an. Bei Bedarf erhalte man auch eine mehrtägige Inbetriebnahmeunterstützung. Bei Hawle war das beispielsweise der Fall, denn dieses Projekt stellte für alle Beteiligten ein Novum dar. Selbst SEW-Eurodrive hatte zum damaligen Zeitpunkt noch kein vergleichbares Powercap-Projekt dieser Größenordnung realisiert. „Zwischen SEW und Hörmann besteht eine langjährige Innovationspartnerschaft. Mit vereintem Know-how unternahmen wir schon mehrmals große Sprünge, die viele Vorteile für unsere Kunden mit sich brachten“, freut sich B. Nebel.
Die Firma Hawle beispielsweise startete nach einem Wochenende gleich mit allen fünf Regalbediengeräten durch. „Üblicherweise würden wir diese nach dem Hochfahren der Anlage hintereinander und mit verminderter Anfangs-Power ins Rennen schicken, um den Leistungsbedarf im Stromnetz in Grenzen zu halten“, informiert der Hörmann-Mitarbeiter. Gemeinsam mit SEW-Eurodrive wurde im Vorfeld viel getüftelt, berechnet und simuliert. Dabei wurden unter anderem Fragen beantwortet wie: Wie viel Energie fließt in die Powercaps, wenn das Hubwerk von ganz oben nach unten fährt, für welche Fahrbewegungen reicht ein voll- bzw. halbgeladener Energiespeicher, bei welchen Szenarien braucht es zusätzlichen Strom aus dem Netz? Dem Anwender selbst bleibt die Komplexität, die hinter dieser intelligenten Leistungs- und Energiemanagementlösung steckt, verborgen. „Wir sind reiner Nutznießer dieser Technologie. Teilweise liegen wir bei der Einspeiseleistung sogar unter den Prognosen“, zeigt sich Johannes Kräutner zufrieden. Er trug bei Hawle die Hauptverantwortung für das Logistikhallenprojekt. Seiner Ansicht nach hätte es gar nicht besser laufen können: „Das Arbeitsklima war gut und es ist alles sehr ruhig, aber dennoch dynamisch vorangegangen“, lobt er abschließend.

