Energiemonitoring

Ethernet-Schnittstelle

Dank Ethernet-Schnittstelle kann das Janitza-Messgerät UMG 96-PA direkt mit dem Connector kommunizieren. (Quelle: Martin Witzsch)

Der Ofen

Der Ofen (rechts im Bild) ist einer der größten Verbraucher in den Vielhaber-Filialen. (Quelle: Martin Witzsch)

Das Energiemonitoring-Portal GridVis Cloud ist eine auf das Wesentliche begrenzte Visualisierungslösung. Sie informiert mit vordefinierten Dashboards gezielt über aktuelle und zurückliegende Verbräuche, Lastprofile usw. Zudem sind Informationen, wie Tarifverträge und Emissionen, integrierbar. Auch Nichttechniker aus dem Controlling oder Management können sich per Browser ohne aufwendige VPN-Einrichtung einen Überblick über Strom-, Gas- oder Wasserverbräuche verschaffen. Als einzige Hardware wird an jedem Standort ein Cloud Connector als Schnittstelle zwischen Messgeräten und dem GridVis-Cloud-Portal benötigt. Er verbindet sich automatisch mit dem lokalen Netzwerk und erkennt Janitza-Messgeräte mit Ethernet-Schnittstelle. Bis zu 50 Messgeräte lassen sich mit einem Connector erfassen. Aber auch kleinere Projekte mit nur einem Messgerät sind wirtschaftlich realisierbar. Die Messwerte werden verschlüsselt und zyklisch in die Cloud übertragen. Die Datenspeicherung auf Rechenzentren im mitteleuropäischen Raum ist im Leistungsumfang enthalten. 

Produktmanager Fabian Schäfer betreut auch das Vielhaber-Projekt:  „Der Entwicklungsbeginn war im Sommer 2021. Wir hatten bereits viele Interviews zu Anforderungen und Arbeitsabläufen geführt, um das Produkt von Anfang an genau auf die Kunden abzustimmen. Nun wollten wir erste Pilotanwender gewinnen und haben Herrn Kleere angesprochen.“ Er wiederum schlug Vielhaber vor: „Vielhaber ist ein sehr aufgeschlossenes und innovatives Unternehmen – ideal für so ein Pilotprojekt. Janitza kannten wir bereits von verschiedenen Kundenprojekten; die Messgeräte haben einen sehr guten Ruf in der Branche“, so T. Kleere.

Traditionshandwerk mit Cloudanbindung

Im November 2021 startete das Projekt. E. Vielhaber und T. Kleere wählten zunächst vier Filialen aus, die hinsichtlich Größe, Öffnungszeiten auch am Sonntag sowie des Verhältnisses von Brotverkauf und Gastronomie vergleichbar waren. Die Filiale in Arnsberg ist mit 60 Sitzplätzen im Innenbereich und ca. 30 bis 40 außen eine der größten. Die Installation der Hardware war rasch erledigt. „Bei der ersten Filiale unterstützte ein Mitarbeiter von Janitza unseren Elektriker – das hat gerade mal eine Stunde gedauert. Die anderen Filialen hat der Elektriker dann selbstständig ausgerüstet“, schildert E. Vielhaber den Vorgang. „Die Geräte benötigen dann nur noch einen Internetanschluss. Da wir in den Cafés ohnehin Wi-Fi anbieten, war das auch kein Problem. Die ganze Investition war sehr überschaubar.“

Seit März 2022 ist das System in Betrieb und läuft störungsfrei. Als Pilotkunde steht E. Vielhaber mit Janitza regelmäßig in Kontakt, erhält Updates und kann Verbesserungsvorschläge machen. Die GridVis Cloud nutzt er intensiv: „Ich kann jetzt sehr einfach den Stromverbrauch jeder Filiale ansehen und die Standorte vergleichen. Das Spannende ist, dass ich das vom Büro oder von zu Hause aus machen kann. Die Software zeigt mir zum Stromverbrauch auf Wunsch auch den aktuellen Preis oder den CO2-Wert an“, so E. Vielhaber. „Herr Kleere hat ebenfalls Zugriff auf die Daten. Auch das ist für uns ein Vorteil: Er hat noch einmal einen anderen Blick auf das Geschehen, denn er kann es mit anderen Unternehmen vergleichen.“

Verbraucher oder Energiefresser – eine Frage der Tageszeit

Obwohl nur der Gesamtverbrauch gemessen wird, kann E. Vielhaber die Daten gut interpretieren, denn es gibt nur wenige große Verbraucher. Steigt früh der Energieverbrauch um einen bestimmten Wert an, kann er leicht erkennen, ob die Kühlung oder der Ofen eingeschaltet wurde. T. Kleere bestätigt: „Die Geräte erfassen den Verbrauch im Viertelstundentakt. Die Software ist nicht zu komplex und macht es einfach, die verschiedenen Filialen zu vergleichen. Sie hat uns vieles gezeigt, was wir noch nicht wussten.“ Gemeint sind damit alltägliche Routinen. So war es für das Personal völlig selbstverständlich, mit Dienstbeginn um 5:30 Uhr alle Geräte einzuschalten: Kaffeemaschine, Ofen, Spülmaschine und Klimaanlage. Ein verständliches Vorgehen, der Laden sollte laufen. Hinsichtlich Energieeffizienz aber keine gute Idee. Wenn die ersten Kunden um 7:00 Uhr kommen, reicht es, wenn die Kaffeemaschine um 6:45 Uhr eingeschaltet wird und die Spülmaschine erst um 8:00 Uhr. Die Fakten hatte E. Vielhaber bald auf dem Tisch. Nun musste er die Maßnahmen noch durchsetzen oder noch viel besser: die Belegschaft mit ins Boot holen.

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