Cloudbasiertes Condition Monitoring

Der Airtemp-Controller dient zur thermischen Überwachung von Schaltschränken.

Bild 02: Der Airtemp-Controller dient zur thermischen Überwachung von Schaltschränken. (Quelle: Lütze)

Die Einrichtung von Alerts und der Abruf der relevanten Daten für das Condition Monitoring erfolgt über das Dashboard Airtemp Monitor.

Bild 03: Die Einrichtung von Alerts und der Abruf der relevanten Daten für das Condition Monitoring erfolgt über das Dashboard Airtemp Monitor. (Quelle: Lütze)

Für das Condition Monitoring wurde das cloudbasierte Dashboard Airtemp Monitor entwickelt, das in der Lütze-Cloud gehostet wird. Die Visualisierung der Daten erfolgt über Diagramme, in denen die Temperaturverläufe, das Taktverhalten der Lüfterbänke sowie eventuelle Alarmsignale dargestellt werden (Bild 3). Über den Monitor kann der Nutzer per Fernzugriff auf die einzelnen Controller zugreifen und deren Parameter live einsehen sowie verändern. Grenzwerte für Temperaturen und Alarme können gezielt festgelegt werden, und bei Bedarf lässt sich die aktive Kühltechnik einschalten. Darüber hinaus können in regelmäßigen Abständen Reports per E-Mail angefordert werden, die rückwirkend über einen Berichtszeitraum den Zustand der Schaltschränke dokumentieren.

Das Thema vorausschauende Wartung (Predictive Maintenance) wird durch die Alarmfunktion gewährleistet und war eine zentrale Entwicklungsanforderung. Alarme können auch über verschiedene Kommunikationsprotokolle versendet werden und ermöglichen ein frühzeitiges Eingreifen bei auftretenden Fehlerzuständen. Dadurch wird die Gefahr eines temperaturbedingten Ausfalls deutlich reduziert und ein nachhaltiger Beitrag zur Betriebssicherheit von Schaltschränken geleistet.

Bedarfsgerechtes Kühlen

Um das Thema bedarfsgerechte Kühlung weiter zu optimieren, kann bei Überschreitung eines weiteren eingestellten Grenzwerts durch ein gezieltes Signal über den Relaisausgang zusätzliche aktive Kühlleistung angefordert werden. Lütze hat sich im Lauf der Jahre auf das thermische Verhalten rund um das Verdrahtungssystem Airstream spezialisiert. Ziel war es immer, die Luft im Schaltschrank gezielt und mit geringem Energieaufwand zu bewegen, um die Komponenten vor Überhitzung zu schützen. Ist darüber hinaus eine aktive Kühltechnik erforderlich, gibt es viele intelligente Lösungen von Marktbegleitern.

Ziel ist es, auch in Kombination mit aktiven Kühlgeräten eine nachhaltige Lösung zu gewährleisten. Das daraus resultierende Taktverhalten wird effizienter, da weniger Energie aufgewendet werden muss, im Vergleich zum Betrieb von Kühlgeräten im Dauerbetrieb. Ziel ist es hier, zunächst die Möglichkeiten zur Kühlung der elektrischen Komponenten auszuschöpfen, die aus energetischer Sicht günstiger sind. Diese Bestrebungen lassen sich unter dem Begriff „bedarfsgerechte Kühlung“ zusammenfassen.

Fazit

Die beschriebenen IoT-Lösungen ermöglichen nicht nur eine kontinuierliche Überwachung und Aufrechterhaltung der Betriebssicherheit im laufenden Betrieb. Sie bieten auch Lösungsansätze für die Zukunft: Werden neue Maschinen- oder Anlagengenerationen geplant, können die an baugleichen Objekten gewonnenen Daten für die Planung genutzt werden. Auch für die Projektierung der Verdrahtungsrahmen arbeitet Lütze an einer neuen digitalen Lösung: Ein neuer Produktkonfigurator zur Erzeugung von 2D- und 3D-Daten, mit dem einfach projektiert und die erzeugten Daten anschließend in das jeweilige CAD-Planungstool eingebettet werden können. Dies stellt einen weiteren Optimierungsschritt im Bereich der Schaltschrankplanung dar.

Literatur

Friedrich Lütze GmbH, Weinstadt: 

Michael Bautz ist Head of Product Management Automation bei der Friedrich Lütze GmbH in Weinstadt. michael.bautz@luetze.de Daniel Haag, M. Sc. ist Produktmanager Cabinet bei der Friedrich Lütze GmbH in Weinstadt.
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