Schaltanlagenbau als Teil des BIM-Prozesses

Die realistische Visualisierung des Innenlebens einer PrismaSeT-P-Niederspannungsschaltanlage, wie sie mit Ecoreal P konfiguriert werden kann.

Bild 02: Bislang übergab der Elektroplaner den mit Caneco erstellten einpoligen Stromlaufplan als PDF an den Schaltanlagenbauer, der dann erneut die Daten eingeben musste, um die Schaltanlage überhaupt konfigurieren zu können. Seit April 2023 sorgt eine Schnittstelle dafür, dass man die Daten aus der Netzberechnung. (Quelle: Schneider Electric)

Bei komplexeren Anlagen helfen Farbcodierungen im BIM-Modell bei der Zuordnung von Zuleitungen bzw. Abgängen.

Bild 03: Im späteren Bauverlauf können die 3D-Daten der Schaltanlage dann in ein übergeordnetes BIM-Modell integriert werden und anderen Akteuren als Teil des digitalen Zwillings des Gebäudes zur Verfügung stehen. Durch den digitalen Zwilling und den smarten Aufbau der Schaltanlage sind Energieverbräuche direkt sichtbar, KPI können einfach überwacht, Probleme frühzeitig erkannt und behandelt werden. (Quelle: Schneider Electric)

Wichtige Pionierarbeit auf diesem Feld leisten Schneider Electric [1] und seine Softwarepartner. Beispielsweise unter­stützt die Softwarelösung Caneco BT von Alpi [2] – seit April 2023 ein Teil der Etap-Gruppe – Elektroplaner bei der Auslegung von Niederspannungsnetzen. Bislang übergab der Elektroplaner den mit Caneco erstellten einpoligen Stromlaufplan als PDF an den Schaltanlagenbauer, der dann erneut die Daten eingeben musste, um die Schaltanlage überhaupt konfigurieren zu können. Seit April 2023 sorgt eine Schnittstelle dafür, dass man die Daten aus der Netzberechnung direkt an ein Schaltanlagen-Konfigurationstool übergeben kann, etwa ecoreal P für die Niederspannungs­schaltanlagen der PrismaSeT-P-Reihe von Schneider Electric (Bild 2). Mit nur einem Klick ist es jetzt möglich, ein Pro­jekt aus der Netzberechnung in den Konfigurator zu über­nehmen oder automatisch einen Ausschreibungstext zu erstellen.

Eine zweite Schnittstelle erlaubt außerdem die Übergabe der Projektdatei aus dem Konfigurator in die ECAD-Software SEE Electrical von IGE+XAO [3] – seit April 2023 ein Teil der Etap-Gruppe. Mit dieser können unter anderem der einpolige Stromlaufplan, der 2D-Aufbauplan der Schaltanlage sowie die Stückliste übernommen werden. Fügt der Schaltanlagenbauer nun Elemente, wie Klemmen, Kabel oder weitere Schaltfelder, hinzu, ergänzt sich die Stückliste automatisch und die Dokumentation wird aktualisiert. Aus den bisher aggregierten Daten entsteht in SEE Electrical dann ein allpoliger Stromlaufplan, der mit dem Plug-in 3D-Panel für Schaltschränke in ein 3D-Modell umgewandelt werden kann. Über eine direkte Anbindung an CNC-Maschinen und anhand der elektronischen Daten des virtuellen 3D-Modells lassen sich schließlich Durchbrüche präzise fräsen, Löcher passgenau bohren oder Drähte vollautomatisch konfektionieren. Im späteren Bauverlauf können die 3D-Daten der Schaltanlage dann in ein übergeordnetes BIM-Modell integriert werden und anderen Akteuren als Teil des digitalen Zwillings des Gebäudes zur Verfügung stehen (Bild 3). Durch den digitalen Zwilling und den smarten Aufbau der Schaltanlage sind Energieverbräuche direkt sichtbar, KPI können einfach überwacht, Probleme frühzeitig erkannt und behandelt werden.

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