Vorkonfektionierte Verdrahtung: Weniger Handarbeit, weniger Belastung
Ein weiterer wichtiger Hebel zur Verbesserung der Ergonomie liegt in der Reduzierung manueller, repetitiver Tätigkeiten (Bild 2). Genau hier setzt die vorkonfektionierte Verdrahtung an, indem sie zeit- und kraftintensive Arbeitsschritte wie Ablängen, Abisolieren, Crimpen und Beschriften in vorgelagerte Prozesse verlagert.
Die Monteure erhalten montagefertige Leiter, die direkt eingesetzt werden können. Das entlastet Hände, Arme und Schultern spürbar und reduziert gleichzeitig Fehlerquellen. Weniger Nacharbeiten bedeuten weniger Unterbrechungen, geringeren Zeitdruck und eine gleichmäßigere körperliche Belastung – Ergonomie zahlt hier also unmittelbar auf Qualität und Effizienz ein.
Intelligente Datenvorbereitung: Ergonomie beginnt im Engineering
Ergonomie wird häufig ausschließlich mit dem physischen Arbeitsplatz verbunden. Tatsächlich beginnt sie jedoch bereits im Engineering: Strukturierte, konsistent aufbereitete Daten sind die Voraussetzung für einen reibungslosen Montageprozess (Bild 3).
Klare Stromlaufpläne, eindeutige Beschriftungen und logisch aufgebaute Verdrahtungsinformationen reduzieren Suchzeiten, Unterbrechungen und unnötige Wege. Möglich wird dies durch durchgängige Planungsdaten, etwa aus Eplan [3], die eine klare Verdrahtungslogik, eindeutige Bezeichnungen und eine vollständige Dokumentation sicherstellen.
Wenn Monteure sofort wissen, welcher Leiter wohin gehört, welche Länge benötigt wird und welches Bauteil vorgesehen ist, entfallen zeitaufwendige Rückfragen und körperlich belastende Nacharbeiten. Gleichzeitig sinkt die mentale Belastung – ein oft unterschätzter, aber wesentlicher Faktor für gesundes und effizientes Arbeiten.
Anschlusstechnik als ergonomischer Faktor
Einen unmittelbaren Einfluss auf die Ergonomie hat auch die eingesetzte Anschlusstechnik: Ergonomische Anschlusslösungen reduzieren den Kraftaufwand und die mechanische Belastung direkt an der Klemmstelle.
Die Push-in-Technologie von Wago ermöglicht das direkte Stecken von Leitern ohne Werkzeug und ohne hohen Kraftaufwand. Das schont Hände und Finger, beschleunigt den Verdrahtungsprozess und sorgt gleichzeitig für sichere, wartungsfreie Verbindungen – ein wichtiger Beitrag zur Qualität und langfristigen Betriebssicherheit (Bild 4).
Fazit: Ergonomie steigert Effizienz – und Zufriedenheit
Ergonomie im Schaltschrankbau ist kein isoliertes Einzelthema, sondern das Ergebnis eines ganzheitlichen Zusammenspiels aus Arbeitsplatzgestaltung, Handlingsystemen, vorbereiteten Daten und anwenderfreundlicher Technik. Dieses Zusammenspiel zahlt sich aus: Unternehmen, die den Menschen bewusst in den Mittelpunkt stellen, profitieren gleich mehrfach – durch höhere Produktivität und Qualität, geringere Fehlerquoten, weniger Ausfallzeiten – und vor allem durch motivierte, gesunde und zufriedene Mitarbeiter.
Literatur
- Rittal GmbH & Co. KG, Herborn: www.rittal.de
- Wago GmbH & Co. KG, Minden: www.wago.de
- Eplan GmbH & Co. KG, Monheim am Rhein: www.eplan.de


