Die Digitalisierung und Automatisierung der Planung elektrischer Schaltanlagen sind essenzielle Schritte, um den Engineeringprozess effizienter zu gestalten. (Quelle: Wago)
Der Änderungsmanagementprozess variiert je nach Ursache. Bei Kundenänderungen erfolgt zunächst ein Gespräch zwischen Projektleitung und Kunde, um die Spezifikationen anzupassen. Danach stimmt die Projektleitung die Änderung mit dem Engineering ab, kalkuliert den Aufwand und plant die nächsten Schritte. Die Projektdokumentation wird aktualisiert, Fehlmaterial im Einkauf nachbestellt und an die Fertigung übergeben. Die Fertigungsleitung plant dann die Änderungen und entscheidet, ob die Produktion gestoppt werden muss oder die Änderungen erst nach der Fertigstellung des Schaltschranks durchgeführt werden. Nachdem die Dokumentation übergeben wurde, interpretieren die Mitarbeiter in der Produktion die Unterschiede, setzen den aktuellen Stand in den neuen Plan um und dokumentieren die Änderungen.
Bei Fertigungsänderungen werden diese in der Regel im Schaltplan rot markiert und mit der Fertigungsleitung sowie dem Engineering abgestimmt und freigegeben. Zudem werden sie in der Dokumentation nachgepflegt, sodass der Kunde am Ende zusammen mit dem Schaltschrank eine normgerechte Projektdokumentation erhält.
Wichtig ist in beiden Fällen eine möglichst frühzeitige Fehlererkennung. Diese senkt den Aufwand und die Kosten gemäß der Zehnerregel, die besagt, dass sich der Aufwand verzehnfacht, je später im Prozess Fehler erkannt werden. Zudem ist die Kommunikation zwischen Engineering und Produktion hier von entscheidender Bedeutung, da eine schnelle Kommunikation zwischen den Abteilungen viele Probleme lösen kann.
Späte Änderungen im Schaltschrankbau: Herausforderungen und Anforderungen
Späte Änderungen bringen einige Herausforderungen für Schaltschrankbauer mit sich – wie ineffiziente Kommunikationsprozesse und unklare Anforderungen. Diese führen häufig zu Produktionsstörungen, Lieferverzögerungen und höheren Kosten.
Eine große Herausforderung stellt dabei nach wie vor der papierbasierte Prozess in der Fertigung dar, weil dadurch unterschiedliche bzw. veraltete Versionen im Umlauf sind – und das händische Nachprüfen der Fertigungsmitarbeiter sehr zeitaufwendig und fehleranfällig ist. Besser wäre hier eine digitale Lösung, die automatische Versionsabgleiche bietet und die Änderungshistorie nahtlos dokumentiert, um so Transparenz zu schaffen.