Den halbleiterbasierten elektronischen Schutzschalter Sentron ECPD wird es zukünftig in einer einphasigen und einer dreiphasigen Version geben (Quelle: Siemens Smart Infrastructure)
Das 2024 auf den Markt gebrachte Sentron ECPD von Siemens ist das weltweit erste Schutzschaltgerät seiner Art (siehe Interview Schutzschaltgerät mit elektronischer Schalttechnik). Es zeichnet sich durch eine bis zu 1.000-mal schnellere sichere elektronische Schaltung aus, um die Kurzschlussenergie zu minimieren und Systeme zu schützen. Es bietet mehr als zehn konfigurierbare Funktionalitäten in einem einzigen Gerät, reduziert den Platzbedarf im Verteiler um 80 Prozent und ermöglicht eine flexible, softwarebasierte Parametrierung. In naher Zukunft wird die einphasige Version des ultraschnellen Sentron ECPD als eigenständiges Produkt mit integrierter Fehlerstromüberwachung (RCM) erhältlich sein. RCM ermöglicht die kontinuierliche Überwachung von Fehlerströmen und damit die frühzeitige Erkennung von Fehlern in Stromkreisen – ohne Unterbrechung des Betriebs. Dies gewährleistet eine Systemverfügbarkeit rund um die Uhr und den Schutz wertvoller Geräte. Diese Funktionalität eignet sich besonders für Systeme mit hoher Sicherheitsrelevanz und/oder hohen Anforderungen an die Systemverfügbarkeit, wie Rechenzentren, Messen, Beleuchtung oder diverse industrielle Anwendungen. Die RCM-Funktion kann darüber hinaus komplexe, wiederkehrende Inspektionen ersetzen und so Wartungsabläufe vereinfachen.
Für Starkstromanwendungen (400 V / 32 A / 50 Hz) plant Siemens außerdem die Einführung einer dreiphasigen Ausführung des Sentron ECPD, das die gleichen Funktionalitäten aufweist, aber für Infrastruktur- und Industrieanwendungen wie Förderbänder, Aufzüge, Wärmepumpen, Klimaanlagen, sichere und stabile Stromverteilung bei Veranstaltungen oder USV-Anlagen eingesetzt wird.
„Siemens nutzt modernste Halbleitertechnologie, um die Industriestandards für den Stromkreisschutz neu zu definieren“, sagte Andreas Matthé, CEO Electrical Products bei Siemens Smart Infrastructure. „Das Sentron ECPD unterstreicht unsere Führungsrolle und bietet unübertroffene Geschwindigkeit, Präzision und ein kompaktes Design, das maximale Verfügbarkeit und Schutz für die Infrastruktur unserer Kunden gewährleistet.“
Erster zirkulärer Sanftstarter - fördert Nachhaltigkeit in der Industrie
Auf der Fachmesse Light & Building 2026 stellt Siemens den kreislauffähigen Sirius 3RW5 -Z R11 Sanftstarter (refurbished) vor und macht damit einen entscheidenden Schritt in Richtung Nachhaltigkeit. Dieses innovative Produkt entsteht in einem kontrollierten Verfahren zur Wiederaufbereitung gebrauchter Sanftstarter. Durch den geringeren Ressourcenverbrauch werden die CO2-Emissionen im Vergleich zu einem Neugerät um bis zu 50 Prozent reduziert. Der Prozess wird anhand von Umweltproduktdeklarationen (EPD) transparent dokumentiert.
Bei der Wiederaufbereitung durchlaufen die gebrauchten Geräte eine umfassende Prüfung. Kritische Komponenten werden ausgetauscht, und alle Funktionen werden getestet, um die Qualitätsstandards für Neugeräte zu erfüllen. Das Ergebnis ist ein technisch gleichwertiger Sanftstarter, der hinsichtlich Installation, Parametrierung und Funktionalität vollständig kompatibel ist und eine nahtlose Integration ermöglicht. Die Geräte sind CE-zertifiziert; CCC-, UL/CSA- und ATEX-Zertifizierungen sind in Vorbereitung.
„Das neue Angebot unterstreicht das Engagement von Siemens für Innovation, Nachhaltigkeit und Ressourceneffizienz bei industriellen Anwendungen. Mit unserem wiederaufbereitetem Sanftstarter SIRIUS 3RW5 -Z R11 erhalten Kunden ein generalüberholtes Produkt, das die gleiche Leistung erbringt wie ein neues und eine zuverlässige und umweltfreundliche Alternative darstellt“, fügte Andreas Matthé hinzu.
Der Sirius 3RW5 -Z R11 Sanftstarter (refurbished) wurde nach den Prinzipien der Kreislaufwirtschaft entwickelt. Dank seiner Modularität lässt er sich einfach demontieren und reparieren. Identifizierbare Komponenten ermöglichen eine effiziente Wiederaufbereitung. Als intelligentes Gerät liefert er Nutzungs- und Zustandsdaten aus dem ersten Lebenszyklus und ermöglicht so die gezielte Wiederaufbereitung für einen zweiten Lebenszyklus. Der ID-Link, ein eindeutiger QR-Code, gewährleistet die Rückverfolgbarkeit für Produkte im ersten und im zweiten Lebenszyklus. Dieser ID-Link und eine derzeit in Entwicklung befindliche Datenarchitektur, die Asset Administration Shell (AAS) und Distributed Ledger Technology (DLT:IOTA) nutzt, ebnen den Weg für einen digitalen Produktpass (DPP) im Einklang mit der EU-Verordnung über die Festlegung von Ökodesign-Anforderungen für nachhaltige Produkte (ESPR) und gewährleisten Transparenz und revisionssichere Informationen zum Lebenszyklus.