Potenziale verbinden – das SPE-Partnernetzwerk

Grafik zu Übertragungslänge

Bild 02: Übertragungslänge: Je nach Distanz stehen für SPE zwischen 10 Gbit/s und 10 Mbit/s zur Verfügung (Quelle: SPE Industrial Partner Network)

Um in der Welt der Fabrikautomation als Anbieter zu bestehen, reicht nicht mehr nur ein überzeugendes Produkt. Man muss ein ganzheitliches System anbieten. Und das realisiert auch eine Branchengröße wie die Harting Technologiegruppe heute optimal über Kollaborationen. Mit dem Ziel, SPE als Standard für die nahtlose Ethernet-Kommunikation bis in die Feldebene zu etablieren, hat Harting, gemeinsam mit sechs weiteren Unternehmen, das SPE Industrial Partner Network [2] ins Leben gerufen – ein kollaborativer Zusammenschluss von aktuell 53 Geräteherstellern, Infrastrukturspezialisten und Sensorherstellern. Das Netzwerk  verbindet nicht nur unternehmensübergreifende Potenziale und Kompetenzen miteinander, es dient den Partnern als Austauschplattform, Diskussionsforum und Ideeninkubator. Ergebnis dieses kollaborativen Ansatzes ist ein gesamtes SPE-Ecosystem aus Komponenten, Produkten und Normen.

Gleichzeitig bietet das Partnernetzwerk zukünftigen Anwendern und Kunden Planungssicherheit und ein breites Portfolio an Services – von Webinaren und Schulungen bis hin zum Support bei der Implementierung von SPE im Feld. Dies schafft Mehrwerte, die über die reine elektrotechnische Verbindungstechnik hinausgehen.

SPE – eine Brücke auf die Automation Island

Auch wenn Single Pair Ethernet seinen Ursprung in der Automobilindustrie hat, empfiehlt sich die Technologie für den Einsatz in der industriellen Produktion und Automatisierung. Denn SPE ermöglicht die durchgängige vertikale TCP/IP-Kommunikation bis in die Feldebene. Damit steht SPE bereit, eine Brücke hin zur klassischen Automatisierungsinsel zu schlagen. Das alte Paradigma der abgetrennten Feldebene, die bislang nur aufwendig über Gateways und Systemintegratoren angebunden werden konnte, hat keine Zukunft mehr. Eine immer größere Zahl an immer kleiner bauenden Sensoren generiert eine immer weiter wachsende Menge an Daten. Ob Temperatur, Feuchtigkeit, Vibration oder Leistungsaufnahme – die Verarbeitung und die Analyse von neuen, bisher nicht gewonnen Daten bilden ein wertvolles Informationskapital zur Effizienzsteigerung.

Dieser Datenschatz blieb bislang verborgen – und dadurch ungenutzt. Mit SPE kann dieser Datenpool jetzt an die oberen Ebenen der Automatisierungspyramide angeschlossen werden. Die Vision des Digital Twin wird so einfacher umsetzbar. Mit allen positiven Folgen: Prozesse lassen sich auf Basis der neuen Datengrundlage transparenter abbilden und einfacher optimieren. Ob reduzierte Produktionszeiten, gesenkte Energieverbräuche oder ein effizienterer Ressourceneinsatz – die Potenziale einer transparenten Feldebene liegen auf der Hand und reichen von ökonomischen Vorteilen für Anwender bis hin zu ökologischen Pluspunkten für die gesamte Gesellschaft. Denn eine nachhaltige Wirtschaft braucht Informationen, um Prozesse effizienter gestalten zu können. Und SPE ist prädestiniert für die Anbindung der dafür notwendigen Sensorik.

Das zweiadrige SPE kann optimal in kleine Sensorik- und Aktorikgehäuse integriert werden, lässt sich in kleineren Radien verlegen sowie einfach installieren. Dabei erlaubt es trotzdem Übertragungsraten von bis zu 1 Gbit/s. Auch bei langen Distanzen von bis zu 1 000 m ist noch eine Datenübertragungsrate von 10 Mbit/s realisierbar (Bild 2). Gleichzeitig ermöglicht SPE mit „Power over Data Line“ (PoDL) auch die Spannungsversorgung von Endgeräten mit bis zu 50 W – mit hybriden SPE + Power-Lösungen nach IEC 63171-7 sogar bis zu 200 W bei 24 V und 400 W bei 48 V (Bild 3). Diese Kombination aus Energie- und Datenübertragung ist eine der Kernanforderungen für die kosteneffizientere Anbindung von miniaturisierten Sensoriken im Feld. Im Gegensatz zu alternativen Akku- oder Batterielösungen erzeugt die Ferneinspeisung einen kleineren ökonomischen und ökologischen Fußabdruck.

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