Früh mit der Internationalisierung begonnen

Infrarotkameras der Xi-Serie und der PI-Serie von Optris

Infrarotkameras der Xi-Serie und der PI-Serie von Optris (Quelle: Optris)

Das Optris-IR-Thermometer CTlaser 4M eignet sich zur Messung an Metallen mit niedrigen Temperaturen.

Das Optris-IR-Thermometer CTlaser 4M eignet sich zur Messung an Metallen mit niedrigen Temperaturen. Durch die schnelle Erfassungszeit von 90 μs ermöglicht es die Überwachung von Hochgeschwindigkeitsprozessen (Quelle: Optris)

Mit den Quotientenpyrometern der CSvision-Familie ist es möglich, Temperaturen von 250 °C bis 3 000 °C berührungslos aus variablen Entfernungen zuverlässig zu messen.

Mit den Quotientenpyrometern der CSvision-Familie ist es möglich, Temperaturen von 250 °C bis 3 000 °C berührungslos aus variablen Entfernungen zuverlässig zu messen. Die CSvision-Serie bietet einen schaltbaren zweistufigen Helligkeitsreduzierungsfilter, wodurch das Visieren und Fokussieren auf sehr helle Objekte problemlos möglich ist (Quelle: Optris)

Direkt nach der Gründung hat Optris den Internationalisierungskurs eingeschlagen. „Durch meine Branchenkenntnisse konnten wir relativ einfach erste Kontakte in China aufbauen. Optris Shenzhen hat dann bereits sehr schnell mit der Produktion von Pyrometern begonnen“, erinnert Dr. U. Kienitz. Gleichzeitig wurde damit der Vertrieb in China und in anderen Ländern Asiens etabliert. Erst danach wurde auch der europäische Markt umfassend erschlossen, indem das Unternehmen Distributionsverträge in den wichtigen Ländern abgeschlossen hat. „In den USA – heute ein sehr wichtiger Markt für uns – sind wir seit 2017 mit einem eigenen Unternehmen vertreten“, berichtet der Optris-Chef. Die Strategie hinter der Internationalisierung beschreibt er passend: „Man kann sich durchaus auf einen sehr kleinen Nischenmarkt wie die Infrarot-Messtechnik konzentrieren. Dann sollte man aber weltweit auf allen wichtigen Märkten vertreten sein.“ Dementsprechend hat Optris in den vergangenen zwei Jahrzehnten stets an der Internationalisierung gearbeitet, aber dabei immer auf Produkte „Made in Germany“ gesetzt. „Aller Anfang ist schwer – so war das auch bei uns“, blickt der Firmengründer zurück: „Am schwierigsten war die erste Umsatzmillion, heute stehen wir wirtschaftlich sehr gesund da.“

Wie gut die Technologie der Infrarot-Messtechnik bei den Anwendern ankommt, hat der Unternehmer in vielen Gesprächen immer wieder erfahren: „Ich erinnere mich noch daran, wie wir einem Anwender in China unsere Infrarotkameras ausführlich vorgestellt haben. Hängen geblieben ist bei dem Kunden offensichtlich in erster Linie unsere IRmobile App – ,Das geht jetzt auch mit dem Mobiltelefon‘ war die Aussage.“

Stetiges Personalwachstum

Zum Firmenstart bestand die Belegschaft von Optris lediglich aus dem Management-Team und einer kleinen Entwicklungs-Mannschaft. In den Folgejahren wurde dann stetig Personal aufgebaut. Mit dem Beginn der eigenen Fertigung in der Berliner Firmenzentrale wurden dort Mitarbeiter eingestellt, und dann natürlich auch im Vertrieb sowie in allen übrigen Bereichen. 20 Jahre nach der Unternehmensgründung sind heute mehr als 100 Beschäftigte für Optris tätig – die meisten davon in Berlin, aber auch in den Niederlassungen weltweit. Die Rekrutierung passender Mitarbeiter ist ein Thema, das Dr. U. Kienitz auch heute massiv beschäftigt: „Wir suchen eigentlich ständig talentierte Ingenieure und Facharbeiter, aber die Personalsuche ist nicht immer ganz einfach.“ Dabei bieten das Unternehmen und die Branche ganz allgemein zahlreiche Vorteile: Die Arbeit mit einer magischen Technologie, wie der Infrarot-Messtechnik, ist immer wieder faszinierend. Und dann ist da noch die große Internationalität. „An unserer Größe gemessen sind wir ein sehr internationales Unternehmen“, betont Dr. U. Kienitz: „Zahlreiche Mitarbeiter kommunizieren überwiegend auf Englisch. Und das nicht nur mit unseren internationalen Kunden und Vertriebspartnern, sondern auch intern an unserem Firmensitz in Berlin.“

Die Weichen für die Nachfolge sind gestellt

Optris ist ein Privatunternehmen in Familienbesitz – und das soll nach dem Willen des Firmengründers auch so bleiben: „Mein Sohn, der aktuell in unserer Niederlassung in den USA tätig ist, wird in den nächsten Jahren meine Nachfolge antreten.“ Dass ein Unternehmen in Familienbesitz bleibt, ist seiner Meinung nach sehr wichtig, um die zukünftigen Entwicklungen selbst in der Hand zu behalten. Mit Finanzinvestoren hat er während seiner Laufbahn in anderen Unternehmen bereits umfangreiche, nicht unbedingt positive Erfahrungen gemacht.

Und auch technologisch bleibt seiner Meinung nach das Feld der Infrarot-Messtechnik sehr interessant: „Die Technologie entwickelt sich stetig weiter und es kommen unter anderem auch durch die tendenziell sinkenden Kosten für Pyrometer und Infrarotkameras neue Anwendungsfelder hinzu.“ Sowohl bei den Applikationen als auch bei den Technologien ist aber seiner Meinung nach eins besonders wichtig: „Man muss immer einen internationalen Blick behalten.“ Dann sieht Dr. U. Kienitz das von ihm gegründete Unternehmen auch für die Zukunft gut aufgestellt.

Das vollständige Interview gibt es auch als Video unter: https://www.youtube.com/watch?v=U3P0HsohuAs.

Dr. Jörg Lantzsch
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