Intelligente Transportlösungen

Beckhoff-Vision-Portfolio

Mit dem kompletten Beckhoff-Vision-Portfolio an Hardware-Komponenten und Softwarefunktionalität wird die industrielle Bildverarbeitung zum nahtlos integrierten Bestandteil der Maschinensteuerung. (Quelle: Beckhoff)

Industrieroboter-Baukasten Atro

Der Industrieroboter-Baukasten Atro bietet deutliche Vorteile insbesondere durch seinen modularen Ansatz und die direkte Integration in die PC-basierte Steuerungswelt von Beckhoff. (Quelle: Beckhoff)

Eine Riesenchance von Atro liegt in der direkten Kombination mit intelligenten Transportlösungen, wie XTS und XPlanar. „Wir sind nun die Spezialisten für hochflexible Bewegungen und können planarische, lineare, rotarische und Roboter-Bewegungssysteme aus einer Plattform heraus steuern, beherrschen, miteinander kombinieren und sogar mit Cloud- und Messtechnikanwendungen verknüpfen.“ Die Roboter profitieren somit von einer hohen steuerungstechnischen Intelligenz. Dies bietet signifikanten Mehrwert für künftige Maschinenkonfigurationen.

Die Maschinenflexibilität bei XTS-Anwendungen (lineare Multi-Mover-Systeme) zu erhöhen, gelingt auch mit der No Cable Technology (NCT). „NCT ermöglicht es, drahtlos Energie bis 35 W sowie Daten mit 250 μs Zykluszeit zu übertragen“, lässt H. Beckhoff wissen. „Damit lassen sich auch komplexere Funktionen auf den XTS-Movern realisieren.“ NCT ermöglicht Bearbeitungsschritte und Qualitätskontrolle direkt auf dem Mover im laufenden Prozess. Ausreichende Leistung und schnelle Kommunikation mit der Twincat-Steuerung machen die Anbindung von Sensoren und Aktoren einfach. Die Datenkommunikation mit jedem Mover ist echtzeitfähig und synchronisiert in Verbindung mit Ethercat systemweite Ereignisse μs-genau. „Wir können ganz schnell intelligente Funktionen auf den Movern realisieren, zum Beispiel für die Messtechnik oder Vakuumerzeuger für Sauger“, so der Unternehmensinhaber. „Für mich eine wunderbare Weiterentwicklung.“

Auf der Fachmesse SPS werden für das Transportsystem XPlanar Mover in neuen Bauformen vorgestellt, zum Beispiel in der Größe 120 mm x 200 mm zum Tragen auch größerer Güter. Für ein starkes Momentum sorgt laut H. Beckhoff das Multi-Computing für XPlanar: „Mit parallel geschalteten Rechnern lassen sich nahezu unbegrenzt große Anlagen steuern.“ Außerdem wurde die Motion Library für komplexere Anwendungen erweitert.

Schaltschranklose Automatisierung im Fokus

Einen wesentlichen Schwerpunkt unter den Produkteinführungen bildet in diesem Jahr die schaltschranklose Automatisierung mit dem MX-System. Mit diesem Automatisierungsbaukasten stellt das Unternehmen eine flexible, bauraumoptimierte und intelligente Systemlösung zur Verfügung, die den konventionellen Schaltschrank komplett ersetzen will. „Das MX-System läuft fantastisch“, betont H. Beckhoff. „Auf der Hannover Messe konnten wir sogar Bundeskanzler Olaf Scholz und den portugiesischen Premierminister António Costa überzeugen“, fügt er schmunzelnd hinzu. „Die Vorteile des Systems konnten unmittelbar präsentiert werden.“ Der Systemverbund aus Baseplate und den einfach steckbaren Funktionsmodulen sowohl für DC 24 V, DC 48 V, AC 400 V und DC 600 V, mit standardisierten Schnittstellen, realisiert praktisch alle Anforderungen eines modernen Schaltschranks, weist eine Schutzart von IP67 auf und kann direkt an die Maschine montiert werden.

Neben den technologischen geht es auch um ökonomische Vorteile, und hier vor allem um die Einsparung von Fachpersonal. „Es werden nicht nur Montageleistung beim Bau und bei der Installation, sondern auch Ingenieurressourcen für die Konstruktion reduziert“, unterstreicht der Ostwestfale. Bei einem Pilotanwender wurde die Schaltschrankplanung von 300 auf 30 Seiten reduziert. Der Geschäftsführer nennt ein wichtiges Argument für das Management: „Es können mehr Maschinen ausgeliefert werden, da die Durchlaufzeit der Projekte reduziert wird.“ Für ihn handelt es sich um „eine klare technologische Lösung“, die einen deutlichen Nutzen bietet und neben den ökonomischen Vorteilen auch noch dazu den ökologischen Footprint der Maschine verringert.

Das MX-System ist nahezu für den gesamten Bereich des Schaltschrankbaus einsetzbar. Zugelassen ist ein maximaler Einspeisestrom von 63 A, in besonderen Fällen von 120 A. „Alles, was darüber liegt, wird nicht von dem System abgedeckt“, weiß der Unternehmer. „Auch reine Energieverteilungen stehen nicht im Fokus, ebenso bestimmte Spezialschränke zum Beispiel für die IT-Infrastruktur.“ Im klassischen Maschinenbau sind seiner Ansicht aber 80 % des Markts für das MX-System relevant.

Neben Steuerungen, EA-Modulen und Antrieben werden auch Relais, Schütze, Motorstarter und Leistungsabgänge in den entsprechenden Formfaktor gebracht, sodass das Angebot für den Schaltschrankbauer komplett ist. „Wir haben das MX-System Kunden, Fachleuten und sogar Wettbewerbern vorgestellt und sind überall auf begeisterte Resonanz gestoßen“, bekundet H. Beckhoff. „Nun stehen wir in einem vermehrten Austausch mit potenziellen Anwendern, um deren Anforderungen zu prüfen. Diese werden bereits weitgehend erfüllt, es gibt aber noch die eine oder andere interessante Anregung.“ Erste Kunden werden in der ersten Hälfte des nächsten Jahres beliefert. In Serie geht das System laut dem Geschäftsführer im ersten Quartal 2024.

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