Abbildung von Shuttle-Lager von Bergzeit

Ein Blick in das Shuttle-Lager von Bergzeit: Die Shuttles fahren zwischen den Etagen auf und ab und in den Gassen vor und zurück. Dabei sammeln sie links und rechts die Behälter ein – jeweils in drei Ebenen hintereinander. (Quelle: SEW-Eurodrive)

Seit mehr als 25 Jahren machen die Bergzeit-Mitarbeiter Berge erlebbar und geben ihr Bestes, um allen eine perfekte Bergzeit zu ermöglichen. Angefangen als kleines Tourenportal hat sich das Unternehmen bis heute zum Bergsport-Ausrüster mit 415 Beschäftigten entwickelt. 2001 ging der Online-Shop „Bergzeit“ live. 2017 wurde in Otterfing der Neubau der Bergzeit-Zentrale mit Logistik und Verwaltungsgebäude eröffnet. 2020 starteten die Bauarbeiten an einem automatisierten Shuttle-Lager. Nach dessen Fertigstellung baute die psb intralogistics GmbH die Shuttles ein. „Neben einer effizienten Logistikabwicklung sollte das Shuttle-Lager energetisch nachhaltig sein“, berichtet Holger Cecco-Stark, Head of Facility & ECOManagement bei Bergzeit. Eine Anforderung war deshalb, die Bremsenergie der Lifte ins Netz zurückzuspeisen. Hierfür setzen die Experten Antriebe mit Rückspeiseeinheiten von SEW-Eurodrive ein. Weil das neue Hochregallager eine energieintensive Anlage ist, wurde zudem ein neuer Transformator installiert. Insgesamt umfasst das automatisierte Lager 54 000 Lagerplätze in sieben identischen Gassen. In diesen sind jeweils acht Shuttles unterwegs, die in den Ebenen frei versetzbar sind. „In den Gassen arbeiten wir mit dreifach tiefer Lagerung“, erklärt H. Cecco-Stark. „Wo das Shuttle anhält, kann es also sechs Lagerplätze bedienen.“ 

Sinusförmige Rückspeisung

In dem Hochregallager sind jeweils zwei Heber an der Frontseite und zwei Heber in der Mitte einer Gasse installiert. Diese Shuttle-Aufzüge werden durch Synchron-Servomotoren CMP112 M mit Kegelradgetrieben KA77B von SEW-Eurodrive bewegt. Mit 7 m/s2 beschleunigen die Getriebemotoren die Lifte auf eine Maximalgeschwindigkeit von 5 m/s. Weil die vier 32-A-Module des Frequenzumrichters zu einer Gruppe am Zwischenkreis zusammengefasst sind, können sie über diese Verbindung untereinander Energie austauschen. Ein Lagerverwaltungsrechner koordiniert die Fahrbewegungen der Shuttles sowie Heber und verhindert Kollisionen. Wenn sich beispielsweise ein Heber oben befindet, kann er nur dann herunterfahren, wenn der andere Heber auf einer tieferen Position steht. Beim Abbremsen bzw. Absenken der Heber wird die kinetische Energie wieder in elektrische umgewandelt.

Auf Wunsch des Kunden werden Rückspeisemodule mit sinusförmiger Rückspeisung eingesetzt. Klaus Kröner, Applikationsingenieur für Rückspeisegeräte bei SEW-Eurodrive, betreute die Firma psb schon bei den ersten Feldtests dieser Geräte. Der Anlagenbauer aus Pirmasens, ein langjähriger Partner von SEW-Eurodrive, setzte diese Rückspeisungen als einer der ersten Anwender ein. Gemeinsam mit einem Steuerungstechniker von psb hat der Service von SEW-Eurodrive bei den Rückspeiseeinheiten die Ansteuerung optimiert und Energiezähler installiert. Über diese digitale Schnittstelle wird der aktuelle motorische bzw. generatorische Energiefluss gemessen. Die Rückspeisungen sind mit IGBT bestückt, die mit 12 kHz takten. Eine Filterdrossel als Tiefpass verhindert, dass die 12-kHz-Taktfrequenz ins Netz gelangt. Wenn kein Fahrauftrag für die Lifte anliegt, wird nach einer Minute die Rückspeisung gesperrt, um Stillstandsverluste zu vermeiden. Die sinusförmige Netzrückspeisung Movidrive MDR90B ist für 50 kW Ein- und Rückspeiseleistung mit 2,5-facher Peak-Leistung ausgelegt. Ebenso wie die Frequenzumrichter der Baureihe Movidrive modular ist sie Bestandteil des Automatisierungsbaukastens Movi-C. 

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