ABB: Synergien ohne Zwang

B&R bietet eine breite Palette an Industrie-PC – von kompakten Lösungen bis zu Hochleistungs-PC. (Quelle: Skyline Medien)

Die IO-Systeme von B&R sind in verschiedenen Ausführungen vielseitig und einfach einsetzbar. (Quelle: Skyline Medien)
Seit 2017 gehört B&R zur ABB Group. C. Strahberger ordnet die bisherige Integration als behutsam ein. „Gemeinsame IT-Infrastrukturen und Abwicklungsprozesse sind vorhanden, gleichzeitig lässt ABB seinen Divisionen große unternehmerische Freiheiten“, lautet seine Wahrnehmung. Und darin sieht er einen Vorteil: „Die Divisionen können an den Stellen zusammenarbeiten, an denen es sinnvoll ist, sind dazu aber nicht um jeden Preis zur Kollaboration verpflichtet.“
Das ABB-Modell erhält aus seiner Sicht einen Teil der „mittelständischen Geschwindigkeit“ von B&R, eröffnet aber gleichzeitig die Vorteile eines großen Konzerns. Als Beispiele zählt er den Einkauf von Elektronikkomponenten, eine gemeinsam genutzte Infrastruktur in einzelnen Ländern oder beim Recruiting in Regionen, in denen die Marke ABB bekannter ist, auf.
Auch auf Produktebene will C. Strahberger prüfen, wo eine stärkere Zusammenarbeit Nutzen bringt. Seine ersten Wochen fasst er wie folgt zusammen: „Ich nehme ABB bisher als sehr unterstützend wahr.“
Resilienz, Profitabilität und Wachstum
Nach seinen Zielen bis Ende 2027 gefragt, nennt C. Strahberger als Wesentliche erneut Resilienz und Lieferperformance. „Mein Ziel ist, den kompletten Prozess von der Kundenanfrage bis zur Lieferung vor Ort effizient und gleichzeitig resilient zu gestalten“, verdeutlicht er. Dazu gehören für ihn beispielsweise Second-Source-Strategien und alternative Fertigungsstandorte. „Für unsere Kunden muss vor allem eines klar sein: Sie müssen sich keine Gedanken machen – das bestellte Produkt kommt.“
Eng damit verbunden ist für ihn das Thema Profitabilität. „Effiziente Prozesse sind nicht nur schneller und widerstandsfähiger, sondern letztlich auch wirtschaftlicher“, ist er überzeugt.
Als drittes Ziel nennt er Wachstum, „sowohl durch Innovation als auch über zusätzliche Marktanteile.“ Dabei sieht C. Strahberger gerade außerhalb von Europa noch einiges Potenzial. Neben dem amerikanischen Wirtschaftsraum nennt er China und Südostasien als potenzialträchtige Regionen.
Über all dem steht für ihn jedoch die Beziehung zum Maschinenbauer. „Mir ist wichtig, offenes Feedback von unseren Kunden zu erhalten. Ich sehe uns nicht als einfachen Lieferanten, sondern als Partner.“ Und diesen Weg hatte er bereits auf den Passion4Automation Days 2026 Ende September in Eggelsberg eingeschlagen. Jetzt geht es an die weitere Umsetzung.