Bild von Dr. Mats Gökstorp, Vorstandsvorsitzender bei Sick, und Dr. Peter Selders, CEO der Endress+Hauser-Gruppe.

Dr. Mats Gökstorp, Vorstandsvorsitzender der Sick AG, und Dr. Peter Selders, CEO der Endress+Hauser-Gruppe, freuen sich auf ihre strategische Zusammenarbeit (v.l.). (Quelle: Endress+Hauser)

Als Ziel ihrer Partnerschaft geben Endress+Hauser und Sick an, Kunden noch besser dabei zu unterstützen, ihre Effizienz und Nachhaltigkeit zu steigern. Seit der Unterzeichnung der gemeinsamen Absichtserklärung wurde das Vorhaben geprüft und an Plänen für die Umsetzung der Kooperation gearbeitet. Nach Zustimmung der Aufsichtsgremien haben Vertreter beider Unternehmen nun eine entsprechende Vereinbarung unterzeichnet. Das Closing ist zum Jahreswechsel 2024/25 geplant und steht unter dem Vorbehalt der kartellrechtlichen Genehmigung.

Endress+Hauser übernimmt Vertrieb und Service

Ein Kernpunkt der strategischen Partnerschaft ist, dass Endress+Hauser den Vertrieb und Service für die Prozessanalyse- und Gas-Durchflussmesstechnik vollständig übernimmt. Dafür sollen rund 800 spezialisierte Vertriebs- und Servicekräfte in 42 Ländern von Sick zu Endress+Hauser wechseln. "Kunden profitieren, indem sie künftig mehr Produkte aus einer Hand erhalten. Über das globale Endress+Hauser Vertriebsnetz können zusätzliche Kunden gewonnen, mehr Branchen erreicht und neue Anwendungsgebiete erschlossen werden", heißt es in einer Meldung.

Um Produktion und Weiterentwicklung der Prozessanalysatoren und Gas-Durchflussmessgeräte soll sich ab 2025 ein gemeinsames Unternehmen kümmern, an dem beide Partner nach eigenen Angaben je 50 % halten werden. "Es wird an mehreren deutschen Standorten etwa 730 Mitarbeitende beschäftigen. Um Produktinnovationen effizient voranzutreiben, wird das Gemeinschaftsunternehmen eng vernetzt mit den Kompetenzzentren von Endress+Hauser arbeiten", wird in der Meldung weiter berichtet.

Eränzende PA-Angebote 

Die Partner verweisen darauf, dass sich ihre Angebote in der Prozesstechnik ideal ergänzen: Die Produkte von Sick werden bisher insbesondere in Abfallverbrennungsanlagen, Kraft-, Stahl- und Zementwerken, in der Öl- und Gasindustrie, in Anlagen der Chemie und Petrochemie sowie im Schiffsbau eingesetzt – etwa zur Emissionsmessung bei der Rauchgasreinigung oder für die Durchflussmessung von Erdgas und Wasserstoff. 

„Diese strategische Partnerschaft eröffnet Sick und Endress+Hauser Chancen für Wachstum und Entwicklung. Wir gehen diesen Weg, weil wir in der Zusammenarbeit und durch die Vernetzung gemeinsam in überschaubarer Zeit mehr erreichen können als jede Seite für sich allein – zum Nutzen unserer Kunden, der Mitarbeitenden und beider Unternehmen“, sagt Dr. Peter Selders, CEO der Endress+Hauser-Gruppe. 

„Wir wollen die nachhaltige Transformation in der Prozessindustrie vorantreiben und unsere Kunden bestmöglich dabei unterstützen, die Chancen der Dekarbonisierung zu nutzen. Daher bringen Sick und Endress+Hauser Technologiekompetenz und Marktexpertise zusammen. Im Sinne unserer Kunden und Mitarbeitenden freuen wir uns auf die strategische Partnerschaft, um die Zukunft der Prozessautomation gemeinsam zu gestalten“, sagt Dr. Mats Gökstorp, Vorstandsvorsitzender der Sick AG.

Kooperationspartner mit Gemeinsamkeiten 

Die Partner stellen heraus, dass sie beide die nachhaltige Transformation als Chance für ihr Geschäft begreifen. Gemeinsam möchten sie deshalb Kunden bei wichtigen Themen, wie Energie- und Ressourceneffizienz sowie Klima- und Umweltschutz, noch besser unterstützen und sie langfristig bei der Dekarbonisierung ihrer Produktionsprozesse begleiten. Schon bisher haben Sick und Endress+Hauser nach eigenen Angaben immer wieder auftrags-, projekt- und kundenbezogen zusammengearbeitet. Die beiden Familienunternehmen verbinde zudem ein langfristiger Unternehmensansatz.

„Wir freuen uns auf die neuen Kolleginnen und Kollegen im Endress+Hauser- Team, die uns mit ihrem wertvollen Know-how und ihrer Erfahrung verstärken werden. Der geplante Übergang wird sorgfältig vorbereitet, um vom ersten Tag an gemeinsam weiter wachsen zu können”, sagt P. Selders.

"Beide Seiten arbeiten derzeit mit hoher Priorität daran, den Übergang des Geschäfts zum Jahreswechsel sicherzustellen. Bis zum Closing werden Sick und Endress+Hauser ihre Kunden in der Prozessautomatisierung weiter unabhängig voneinander unterstützen", heißt es in der Meldung.

Außerdem wird darauf verwiesen, dass das Fabrik- und Logistikautomation nicht Teil der Partnerschaft ist. "Sick ist einer der weltweit führenden Lösungsanbieter für sensorbasierte Applikationen für industrielle Anwendungen. Das Unternehmen ist mit 60 Tochtergesellschaften und Beteiligungen sowie zahlreichen Vertretungen rund um den Globus präsent. Es beschäftigt mehr als 12.000 Mitarbeitende weltweit und erzielte im Geschäftsjahr 2023 einen Konzernumsatz von 2,3 Mrd. €. Das Kerngeschäft der Fabrik- und Logistikautomation, in dem Sick über 80 % des Umsatzes generiert, bleibt von der Partnerschaft unberührt."

Lesen Sie dazu auch den Beitrag "Digitalisierung und Nachhaltigkeit als Katalysator für Innovationen

Endress+Hauser (ih)

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