Auf die Technik kommt es an

Die Wasserstrahl-Schneidanlage von Novajet

Die Wasserstrahl-Schneidanlage von Novajet (Quelle: Novajet)

Mit dem HUB-VM102 lassen sich Vibrations-, Körperschall- und Akustiksignale erfassen.

Mit dem HUB-VM102 lassen sich Vibrations-, Körperschall- und Akustiksignale erfassen. (Quelle: in.hub)

Für die Überwachung des Schneidvorgangs setzt Novajet unter anderem auf die Expertise und Komponenten von in.hub. Zum Einsatz kommen Vibrationssensoren von MMF sowie der Edge Controller GM200 in Ergänzung mit dem Schwingungsanalysesystem HUB-VM102 von der in.hub GmbH. Durch die Schwingungs- und Vibrationsanalysen lassen sich frühzeitig unvorhergesehene oder nahende Anomalien identifizieren, die auf unerwünschte Prozessbeeinträchtigungen hindeuten. Mit dem Modul HUB-VM102 ist eine hoch performante Schwingungsüberwachung von Körperschall- und Akustiksignalen mit einer Abtastrate von bis zu 48 kHz möglich. Es verfügt über zwei separate Eingänge für IEPE-Sensoren sowie zwei digitale Eingänge für Triggersignale oder Drehzahlabgriff. Das Modul ist auch als Einzelgerät per Modbus-Schnittstelle mit herstellerunabhängigen Geräten und Systemen kombinierbar. Mit einer Auflösung von je 24 bit zur lückenlosen Datenerfassung werden die Signale mittels performantem Prozessor direkt per FFT (Fast Fourier Transformation) verarbeitet. Somit können Schlussfolgerungen auf Frequenz- und Amplitudenänderungen von rotierenden Maschinen, Motoren, Kupplungen und mechanischen Teilen abgebildet werden. In Verbindung mit dem HUB-GM200 oder HUB-GM400 erfolgt die Stromversorgung neben gleichzeitiger Datenkommunikation ohne Zusatzverkabelung per Backplane-Bus-Steckverbinder. In enger Zusammenarbeit haben Novajet und in.hub den digitalen Retrofit einer Wasserstrahl-Schneidanlage, unter anderem durch Echtzeitüberwachung und KI-gestützte Anomalieerkennung, erfolgreich umgesetzt. Dadurch haben sie das Ziel der Steigerung von Effizienz und Qualität des Wasserstrahl-Schneidprozesses erfüllt, was letztendlich zu weniger Ausschuss und höherer Produktivität führt.

Ausblick: Digitales Retrofit

Doch was machen all jene, die nicht über dieses Wissen verfügen? Wie wirken sich in Zukunft die zunehmend vollautomatische Fertigung ohne ständige Beobachtung bzw. der Fachkräftemangel aus? 

Die Antwort liegt im digitalen Retrofit, das vermeidbare Fehler ausschließt und eine zuverlässige Prozessüberwachung auch dort ermöglicht, wo der Mensch überfordert ist. Der Nutzen einer solchen Digitalisierungsanwendung ist wirtschaftlich einfach zu benennen: Ausschussquoten werden voll automatisch reduziert, Wechselintervalle von Düsen klar auf den tatsächlichen Verschleißzustand ausgerichtet und mittels KI eine stetig weitere Verbesserung der Anomalieerkennung erreicht. Seine eigenen gesammelten Erfahrungen möchte Novajet nun an Betreiber von Bestandsanlagen weitergeben. Dazu wurde ein neues digitales Geschäftsmodell aufgebaut. Man könnte die Motivation aller Beteiligten auch vom Begriff des psychologischen Hedonismus ableiten, welcher besagt, dass alle unsere Handlungen darauf abzielen, die Lust zu erhöhen und Schmerzen zu vermeiden:
Produktionsausschuss = Schmerz – neues Geschäftsmodell -> Lustgewinn. 

Die Motivation des Verantwortlichen für ein Retrofit liegt klar bei der Schmerzvermeidung. Letztendlich lässt sich auch hier das Prinzip „Pain – Claim – Gain“ identifizieren und war auch der Trigger zur Umsetzung des Digitalisierungsprojekts bei Novajet. Das Novajet ohne spezielle IT- oder KI-Kenntnisse das Projekt mit eigenen Ressourcen bewerkstelligen konnte, liegt auch an dem zugrunde liegenden siineos-Betriebssystem. Durch sein interaktives User Interface sind selbst komplexe Aufgabenstellungen einfach umsetzbar. „Einfach. machen. plug & play“ lautet die Botschaft dahinter.

Fazit

Mithilfe der in.hub-Hardware und dem siineos OS ist sowohl die vertikale als auch die horizontale Datenintegration schnell und reibungslos umsetzbar. Ähnlich der Handhabung eines Smartphones. In Summe erhält der Anwender ein durchdachtes Digitalisierungskonzept, das nicht nur die Erfassung und Analyse von Maschinendaten in Echtzeit ermöglicht, sondern auch Produktions- und Wartungsprozesse nachhaltig optimiert. Damit wird wie im Fall von Novajet-Maschinenbauern der Weg zu neuen Geschäftsmodellen geebnet. Darüber hinaus gelingt der reibungslose, profitable und zukunftssichere Einstieg in die Welt der digitalen Fabrik.

www.inhub.de

Christoph Müller IoT-Senior-Partnermanager bei der in.hub gmbh in Chemnitz MEHR VERBINDUNG WENIGER
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