Ethernet-APL meets SPE

Mit der Erstellung eines sogenannten Master Data Connectors mit Netilion Connect im Hintergrund
ist es möglich, Daten direkt aus Netilion mit den jeweiligen Datenbankfeldern von SAP auszutauschen (Quelle: Endress+Hauser)
Während Ethernet-APL seinen Siegeszug im Prozessumfeld bereits gestartet hat, hat das Pendant Single Pair Ethernet (SPE) im Fertigungsumfeld aktuell noch Anlaufschwierigkeiten. Prognosen zufolge wird es sich langfristig allerdings ebenfalls etablieren. Und wie fließt dieses Thema nun in die Zwei-Draht-Ethernet-Strategie von Endress+Hauser mit ein und wie profitiert der Kunde? S. Gampp erläutert: „Bei SPE gibt es mehr Gestaltungsfreiheiten, zum Beispiel bei Geschwindigkeit, Schirmung, Leitung, Stecker oder Speisungskonzept. In der Standardisierung zum Beispiel bei PNO und ODVA engagieren wir uns aktiv für eine bessere Standardisierung von 10Base-T1L in Non-Ex-Applikationen sowie für die Interoperabilität zwischen Ethernet-APL-Feldgeräten und Single-Pair-Ethernet-Switches.“ Hierzu verweist er auf im letzten Jahr gestartete gemeinsame Aktivitäten mit Phoenix Contact und Weidmüller. Und als Beispiel führt er an: „Unser Zwei-Kanal-Temperaturtransmitter iTEMP TMT86 kann an SPE-Switches betrieben werden, die den Standard 10Base-T1L und die PoDL-Leistungsklassen 10, 11 oder 12 unterstützen sowie Feldgeräte ohne integrierten PoDL-Baustein (Power over Data Line) erkennen.“
Aktueller Stand und Kundenakzeptanz
Die Spezifikationen für Ethernet-APL existieren seit mehr als einem Jahr. Bezüglich des aktuellen Ethernet-APL-Ecosystems ordnet S. Gampp den Stand wie folgt ein: „Derzeit sind Ethernet-APL-Field-Switches von mehreren Herstellern sowie Ethernet-APL-fähige Messgeräte von Endress+Hauser für fast alle Messparameter verfügbar. Auch viele namhafte Hersteller von Leitsystemen, wie Honeywell, ABB, Siemens und Emerson, sowie von Asset-Management-Systemen unterstützen bereits ,Profinet over Ethernet-APL‘.“ Was die Resonanz von Kundenseite anbelangt, bezeichnet er diese als „bis dato sehr gut“. „Wir erkennen, dass auch Anwender außerhalb der Branche Chemie sich mit dem Thema beschäftigen. Für einige steht im Fokus, über erste Schritte, zum Beispiel über den partiellen Einsatz der Technologie, Erfahrung mit Ethernet-APL zu sammeln, um damit den Mehrwert in der Anlage greifbarer zu machen. Im gemeinsamen Gespräch mit Anwendern, Komponentenherstellern und auch Systemlieferanten ist jetzt schon ein Trend erkennbar, dass Ethernet-basierte Feldinstrumentierung viel stärker zum Einsatz kommen soll als in der Vergangenheit“, lautet seine Einschätzung. Und darauf reagiert Endress+Hauser: „Der Wissensdurst des Markts ist enorm, sodass wir unseren Kunden und Vertriebskollegen mit zahlreichen Spezialisten und Live-Demonstrationen zur Seite stehen“, gibt S. Gampp weiter an.