Ausblick

Schematische Darstellung einer typischen Ethernet-APL-Topologie, die eine anlagenweite Datentransparenz ermöglicht (Quelle: Endress+Hauser)
„Weltweit haben wir zahlreiche Anfragen nach Messtechnik für große und kleine Projekte, die mit Ethernet-APL realisiert werden sollen. Hier werden wir mit der gewohnt hohen Qualität und kurzen Lieferzeiten unsere Kunden unterstützen, ihre Prozessanlagen zu digitalisieren“, ergänzt K. Büttner. „Zudem komplettieren wir in den kommenden Monaten unser Portfolio für Ethernet-APL mit einigen weiteren, für die Prozesstechnik relevanten Messprinzipien.“ Nach Profinet nennt er bei den Automatisierungsprotokollen Modbus TCP als den nächsten Entwicklungsschritt. „Diese Anfrage erreicht uns häufig beispielsweise aus der Öl- und Gasindustrie“, erläutert er.
Mit Blick auf die nächsten drei Jahre und die Frage nach der weiteren Etablierung der Technologie in Produkten meint K. Büttner: „Ich gehe davon aus, dass es in drei Jahren ein großes Ökosystem aus allen relevanten Messprinzipien, Aktuatoren, mehr Anbieter von Field-Switches sowie Ethernet-APLSwitches für die Trunk-and-Spur-Topologie geben wird. Die relevanten Protokolle Profinet, Modbus TCP und Ethernet/IP sollten dann flächendeckend unterstützt sein, sodass die Integration in jede Leittechnik ohne Zusatz-Gateways möglich ist.“
Endress+Hauser feiert 70-Jähriges mit rund 850 Gästen auf Global Forum
In diesem Jahr feiert die Endress+Hauser-Firmengruppe ihr 70-jähriges Jubiläum. Die Wurzeln legten der Schweizer Ingenieur Georg H. Endress und der Deutsche Ludwig Hauser, Leiter einer Genossenschaftsbank, 1953 in einer Privatwohnung in Lörrach: Der 29-jährige Ingenieur sieht die Möglichkeiten der neuen Elektromesstechnik –schließlich müssen Füllstände bislang umständlich abgelesen oder von Hand gemessen werden. Der erfahrene Banker wirtschaftet sorgsam und bringt die junge Firma sicher durch die turbulenten frühen Jahre.
Vier Jahrzehnte lang prägt Georg H. Endress das Unternehmen als Firmenchef. Er erschließt neue Märkte sowie zusätzliche Arbeitsfelder und übergibt 1995 die Leitung der Gruppe in die Hände seines zweitältesten Sohns Klaus. Er führt das Werk seines Vaters zielstrebig fort und gibt dem Unternehmen seine eigene Prägung. 2014 übernimmt Matthias Altendorf die Leitung der Firmengruppe; er treibt unter anderem das Thema Digitalisierung voran: in den Produkten, in der Interaktion mit Kunden und in den Geschäftsprozessen.
Wichtige Impulse für mehr Nachhaltigkeit
Heute ist Endress+Hauser ein führender Anbieter von Mess- und Automatisierungstechnik für Prozess und Labor. Das Unternehmen erzielt mit 15 000 Beschäftigten 2,9 Mrd. € Umsatz. Dabei folgt das Familienunternehmen einer auf langfristigen Erfolg ausgerichteten Strategie, die w irtschaftlichen E rfolg mit ö kologischer und sozialer Verantwortung verbindet. „Die Prozessindustrie hat das Potenzial, durch ihre Bemühungen in den Bereichen Energiewende, Nachhaltigkeit und Ressourcenkonsum eine treibende Kraft für positive Veränderungen zu sein“, sagte M. Altendorf auf dem Global Forum, das anlässlich des Jubiläums vom 26. bis 28. Juni 2023 in Basel/Schweiz veranstaltet wurde. Mehr als 850 Kunden aus aller Welt reisten an, um Antworten unter anderem auf die Frage zu erhalten: Wie kann die nachhaltige Transformation der verfahrenstechnischen Industrie gelingen? Fachleute gaben den Teilnehmern mit ihren Vorträgen Denkanstöße. In sogenannten Inspiring Sessions sprach beispielsweise Mike Berners-Lee, Experte für CO2-Fußabdrücke, darüber, was nötig ist, um das Überleben der Menschheit zu sichern. Gauri Singh, stellvertretende Generaldirektorin der IRENA, beschäftigte sich mit nachhaltiger Energieversorgung und die Wissenschaftlerin Julia Binder ging auf Ansätze für eine Kreislaufwirtschaft ein.
Insgesamt erhielten die Teilnehmer des Global Forum sowohl aus Anwender- als aus Expertensicht tiefe Einblicke in die Themen Dekarbonisierung, Energiewende, Kreislaufwirtschaft, Ressourcen- und Energieeffizienz.