Expert Talk auf der Achema
Weitere Aufklärungsarbeit rund um die innovative Technologie, die sowohl die Übertragung von Daten als auch von Energie zulässt, haben unter anderem Pepperl+Fuchs-Fachleute auf der im Juni in Frankfurt/M. veranstalteten Achema geleistet. Dort wurde erstmals ein sogenannter Ethernet-APL Expert Talk durchgeführt. „Wir hatten Kunden, Lieferanten und alle Interessierten eingeladen, die sich zu dem Thema mit uns in einer offenen Kommunikation auf unserem Messestand austauschen wolten“, sagt L. Liebers. In ungezwungener Atmosphäre hätten die Experten Fragen zu Themen, wie Inbetriebnahme, Gerätekonfiguration, Geräteaustausch u. v. m., beantwortet. „Dazu hatten wir auch Fachleute von anderen wichtigen Unternehmen und Stakeholder eingeladen“, erzählt er.
Neue Wege der Zusammenarbeit
Von Beginn an haben viele namhafte Player aus der Prozessautomation sowie Organisationen und Verbände die Ethernet-APL-Idee gemeinsam mit großem Engagement vorangetrieben. Mit dabei auch Unternehmen, die zum Teil im Wettbewerb zueinanderstehen. Das ist im Prozessbereich nicht alltäglich. Wird damit Co-Creation ein neuer Trend in der Prozessautomation? L. Liebers: „Als Trend würde ich das noch nicht bezeichnen. Aber natürlich sind wir uns einig, dass sehr innovative und weitreichende Technologien heute nicht mehr von einem Unternehmen alleine entwickelt und vor allem vermarktet und dann in die Implementierung gebracht werden können. Das ist im Zuge der gesamten digitalen Kommunikation nicht mehr möglich. Aus dieser Tatsache heraus entstehen Zusammenschlüsse. Und ja, das Ethernet-APL-Gremium war ein sehr schöner Beweis dafür, dass auch Marktbegleiter, die teilweise im Wettbewerb zueinander stehen, gemeinsam an einem Standard arbeiten können und sich in der Umsetzung dann wieder in den Bereich des Wettbewerbs bewegen.“ Als weiteren positiven und wesentlichen Aspekt nennt er die enge Zusammenarbeit mit Kunden. „Bei Ethernet-APL haben wir bereits in einer sehr frühen Phase Kunden in die Ideen und Umsetzungspläne mit einbezogen – so etwas gab es in der Vergangenheit in dieser intensiven Form noch nicht. Es ist allerdings notwendig, weil die Anforderungen der Kunden durch Digitalisierung, OT-IT-Konvergenz den Fachkräftemangel usw. immer größer und weitreichender werden“, argumentiert L. Liebers.
Fazit
Abschließend knüpft er noch einmal an sein Eingangs-Statement an: „Ethernet- APL ist der Gamechanger für die Prozessindustrie und es ist die letzte Chance, um die Digitalisierung dort endlich umzusetzen.“ Er verdeutlicht: „Es geht nicht nur um Transparenz, Prozessoptimierung und Effizienzsteigerung. Es geht um das ganze Thema Nachhaltigkeit!“ So müsse jedes Unternehmen in Zukunft seinen CO2-Footprint nachweisen.
Und dafür brauche es die entsprechenden Daten. „Wenn Unternehmen das Thema Nachhaltigkeit in der Prozessindustrie ernst nehmen, müssen sie in Digitalisierung investieren. Und wie zu Beginn erwähnt: Ethernet-APL ist ein Baustein auf diesem Weg – nicht der einzige, aber ein elementarer“, sagt L. Liebers zum Abschluss.

