Festo präsentiert viele Highlights auf der SPS. "Ein Highlight ist unsere Festo AX Controls-Plattform, insbesodere unser neuer Edge Controller CEPE, der Motion Control, PLC und Added-Value-Apps auf einem Gerät vereint", greift Tomas Lekic, Leiter der Festo Vertrieb GmbH & Co. KG Eines heraus. (Quelle: Festo)
Herr Lekic, Festo feiert Jubiläum und tritt mit dem Claim „Automation for a world in motion“ auf. Was steckt dahinter?
T. Lekic: Der Claim steht für unseren Wandel zum Lösungsanbieter im digitalen Umfeld. Festo hat die Pneumatik in Deutschland eingeführt. Mit dieser Technologie sind wir groß geworden. Wir haben allerdings seit vielen Jahren auch ein sehr breites Portfolio in der elektrischen Automation. Zusammen mit digitalen Produkten decken wir heute ein einzigartiges und breites Spektrum ab und sind ein technologieübergreifender Lösungsanbieter, der industrielle Bewegung in Maschinen für eine Vielzahl von Industrien realisiert. Damit bieten wir unseren Kunden den Vorteil, nicht an eine Technologie gebunden zu sein: Sie erhalten genau die technologische Lösung, die am besten zu ihren individuellen Bedürfnissen passt – sei es hinsichtlich Präzision, Energieeffizienz oder Geschwindigkeit. Damit halten wir die Welt in Bewegung.
Welche Neuheiten zeigt Festo auf der SPS 2025 in Nürnberg – und wie zahlen sie auf Effizienz und Flexibilität in der Produktion ein?
T. Lekic: Ein Highlight ist unsere Festo AX Controls-Plattform, insbesodere unser neuer Edge Controller CEPE, der Motion Control, PLC und Added-Value-Apps auf einem Gerät vereint. Darüber hinaus präsentieren wir unser „Seamless Automation“-Portfolio, das pneumatische und elektrische Automatisierungstechnik mit Digitalisierungs- und KI-Lösungen verbindet – nahtlos integrierbar und alles aus einer Hand.
Ein weiteres Thema sind unsere Festo AX Industrial Apps, mit denen wir Predictive Maintenance und Energiemonitoring standardisieren. Sie lassen sich direkt mit unserem digitalen Wartungsmanager Smartenance verknüpfen. Damit stellen wir unseren Kunden umfassende, effizienzsteigernde Instandhaltungslösungen bereit.
Ebenfalls in Nürnberg mit dabei: Unsere Engineering-Tools, zum Beispiel der System Configurator oder unser Virtual Assistant, die Anwender in der Planungs- und Auslegungsphase unterstützen.
Mit diesen Produkten und Lösungen helfen wir unseren Kunden, ihre Entwicklungszeiten zu verkürzen, Ausfallzeiten zu reduzieren und letztendlich nachhaltiger zu produzieren.
Können Sie bitte noch etwas konkreter ausführen, wie Sie mit Ihren digitalen Tools Kunden unterstützen, Prozesse durch intelligente Vernetzung, Datenanalyse und KI-basierte Entscheidungen zu optimieren?
T. Lekic: Nehmen wir den Virtual Assistant: Unsere KI-gestützte Anwendung hilft bei der Auslegung, Installation, Wartung oder Spezifikationen. Sie integriert mehrere Datenquellen von Festo und liefert auf Basis von LLM-Technologie in Sekundenschnelle konkrete Antworten.
Mit unseren Festo AX Industrial Apps lässt sich die Überwachung von pneumatischen und elektrischen Antrieben einfach in bestehende und neue Maschinen integrieren. Damit bringen wir Predictive Maintenance in die Breite.
Oder: Unsere Engineering-Tools begleiten unsere Kunden entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Damit können sie ihre individuellen Automatisierungssysteme als komplette Maschinentopologie entwerfen, auswählen, dimensionieren und konfigurieren.
Und unsere smarten Lösungen wie Smartenance ermöglichen es, Wartungsprozesse zu automatisieren und Ausfälle vorausschauend zu verhindern.
In Summe lassen sich damit Abläufe effizienter, flexibler und zuverlässiger gestalten, sodass die Produktivität gesteigert und Stillstände vermieden werden.
Wie gelingt Festo die durchgängige Kommunikation vom Shopfloor bis in die IT-Welt?
T. Lekic: Hier setzen wir auf drei Säulen auf: modulare Peripherien, IO-Link und offene Standards.
Unsere flexiblen, einfach anpassbaren Komponenten kommunizieren nahtlos miteinander – ganz nach unserem Seamless-Automation Ansatz! IO-Link macht unsere Geräte intelligent und Daten leicht zugänglich. In Summe bieten wir ein breites Portfolio an IO-Link-fähigen-Geräten – vom Sensor bis zur Ventilinsel. Und was das Thema offene Standards anbelangt, engagieren wir uns aktiv in Standardisierungsgremien wie der IDTA. Zudem setzen wir auf offene Plattformen, beispielsweise unsere CEPE-Controller oder Apps im PLCnext-Ökosystem. Darüber hinaus treiben wir viele weitere Standards aktiv mit voran. Damit stellen wir sicher, dass alle Systeme und Geräte problemlos zusammenarbeiten – unabhängig vom Hersteller. Für unsere Kunden bedeutet das: weniger Integrationsaufwand und einfachere Produktauswahl.
So schaffen wir eine reibungslose Datenübertragung, mehr Transparenz und eine effiziente Vernetzung – vom Sensor bis zur IT.
Wie lassen sich die Ergebnisse aus der KI-Analyse mit Festo AX direkt in die Instandhaltungsprozesse von Smartenance integrieren– also von der Anomalieerkennung bis zur konkreten Wartungsmaßnahme?
T. Lekic: Ein durchgängiger Workflow von der Anomalieerkennung bis zur konkreten Wartungsmaßnahme lässt sich in mehreren Schritten realisieren:
Unsere Industrial Apps aus dem Festo AX Industrial Intelligence-Portfolio erkennen Anomalien, z. B. Abweichungen im Fahrverhalten elektrischer Achsen, und generieren automatisch Alarme. Diese werden an Smartenance übermittelt, wo Wartungsaufträge inklusive Priorität erstellt werden. Die Techniker erhalten alle relevanten Informationen, führen die Maßnahme gezielt durch und dokumentieren sie direkt. Das Feedback fließt dann zurück zur KI-Optimierung.
Dadurch entsteht ein geschlossener Workflow von der Anomalieerkennung bis zur konkreten Wartung. Das Ergebnis: schnelle Reaktion auf Anomalien durch automatisierte Prozesse, Reduzierung von Ausfallzeiten durch gezielte und rechtzeitige Wartung, verbesserte Transparenz und Nachverfolgbarkeit im Instandhaltungsprozess sowie kontinuierliche Optimierung der KI-Modelle durch Feedback.
Für welche Anwendungen empfehlen Sie die Simplified Motion Series gegenüber klassischer Servotechnik – und wie vereinfachen diese Systeme Inbetriebnahme und Betrieb?
T. Lekic: Unsere Simplified Motion Series ist ideal für Anwendungen geeignet, bei denen es schnell und einfach gehen soll – ohne großen Programmieraufwand. Typische Einsatzfelder sind Pick-and-Place-Anwendungen, Montage- oder Verpackungsaufgaben sowie das Positionieren mit moderater Geschwindigkeit. Das liegt darin begründet, dass die Systeme nach dem Plug-and-play-Prinzip ausgelegt sind. Sie lassen sich mit einfacher Software schnell parametriert und benötigen wenig Spezialwissen. Zudem haben sie eine kompakte Baugröße und sind wartungsarm.
Kurz gesagt: Sie ermöglichen einfache Bewegungen mit minimalem Aufwand – ideal für weniger komplexe Aufgaben, bei denen Inbetriebnahme und Betrieb leicht und schnell gehen sollen.
Welche technologischen Entwicklungen werden Festo in den nächsten Jahren besonders prägen? Wo sehen Sie die größten Chancen in den Bereichen KI, Nachhaltigkeit und flexible Produktion?
T. Lekic: Wir sehen drei große Treiber: Aus unserer Sicht wird künstliche Intelligenz Prozesse und Produkte noch smarter machen, unter anderem durch Sprachassistenten, vorausschauende Wartung und effizientere Automatisierung. Hinzu kommt die Nachhaltigkeit. Hier stehen Energieeffizienz und ressourcenschonende Lösungen im Fokus, um Umweltbelastungen zu reduzieren. Und als Drittes die flexible Produktion, bei der Modularität und schnelle Umrüstbarkeit entscheidend sind, um auf wechselnde Marktanforderungen reagieren zu können.
Die größten Chancen sehen wir in der Verbindung dieser Bereiche: KI macht die Produktion flexibler sowie effizienter und so wird Nachhaltigkeit zum integralen Teil moderner Automatisierung. Das schafft echten Mehrwert – für unsere Kunden und die Umwelt.
SPS: Halle 9, Stand 305