Auf einer Pressekonferenz während der Hannover Messe 2025 gab der Vorstandsvorsitzende Thomas Böck Einblicke in die Geschäftszahlen und das Jubiläumsjahr von Festo. (Quelle: VDE VERLAG)
In ihrem Geschäftsjahr 2024 verbuchte die Festo-Gruppe im schwierigen Umfeld einen Umsatzrückgang von 5,5 % auf 3,45 Mrd. €. Insgesamt sprach T. Böck von einem positiven Ergebnis auf Vorjahresniveau. Er verwies darauf, dass die Unsicherheit in der globalen Wirtschaft höhere Investitionen bei den Kunden im Maschinen- und Anlagenbau in nahezu allen Branchen und Regionen ausgebremst habe, vor allem in Asien und Europa. Die erwartete Trendwende für die Elektronikindustrie, die einen starken Wachstumsmotor für die globale Wirtschaft und auch für Festo darstelle, sei ausgeblieben. Positiv hätten sich allerdings die USA, Südamerika und Indien sowie der technische Bildungssektor mit dem Geschäftsbereich Didactic entwickelt.
Weiter auf Innovationskurs
„Wir sind mit unserem Geschäftsergebnis zufrieden und können weiter kräftig in unsere Zukunft investieren“, sagte T. Böck und leitete damit zu F&E über. Festo investierte im letzten Jahr 8,8 % (Vorjahr: 7,7 %) vom Umsatz in Forschung und Entwicklung. So wurde das Portfolio in der elektrischen und pneumatischen Automatisierung, insbesondere in den Bereichen der Steuerungstechnik sowie im Rahmen digitaler Lösungen, Software und KI, erheblich ausgebaut.
„Innovation liegt seit 100 Jahren in unserer DNA. Unsere Innovationskraft ist der entscheidende Faktor für unseren Erfolg. Im letzten Jahr haben wir unsere F&E-Quote noch einmal deutlich gesteigert“, gibt T. Böck an.
Die Zahl der Mitarbeitenden lag Ende 2024 wie im Vorjahr bei rund 20.600 – davon waren rund 8.200 (Vorjahr: 8.400) in Deutschland und rund 12.400 (Vorjahr: 12.200) im Ausland beschäftigt. „Wir haben die Beschäftigtenzahl im Abschwung stabil gehalten und stellen auch weiterhin neue Auszubildende und Fachkräfte ein - vor allem bei zukunftsweisenden Themen, wie Digitalisierung, Software und KI “, betonte der Vorstandsvorsitzende.
Weltweit optimal positioniert
Festo sieht sich in allen Regionen stark aufgestellt. Ziel ist es, für Kunden vor Ort schnell und flexibel innovative Lösungen zu entwickeln. Dazu sollen die globalen Entwicklungs-, Produktions- und Logistikstandorte sowie die Supply Chain weiter ausgebaut werden. Dabei setzt Festo auf eine zunehmende Regionalisierung „local for local“ – auch, um Transportwege und Wertschöpfungsketten zu verkürzen, resilienter zu machen und Emissionen zu minimieren.
„Neben China gewinnen Indien sowie Nord- und Südamerika für uns als Wachstumsmärkte immer mehr an Bedeutung. Wir wollen aber auch weiterhin stark für unsere Kunden in Europa bleiben. All das bestimmt unsere internationale Ausrichtung. Es ist heute – mehr denn je – wichtig, in den verschiedenen Weltregionen dezentral handlungsfähig zu sein“, so T. Böck.
Weichen für das nächste Jahrhundert gestellt
Die Wachstumsprognosen für den Automatisierungsmarkt gibt der Branchenkenner als gut an. Festo will in bestehenden und neuen Branchen, wie Halbleiter, Life Sciences, Elektromobilität/Batterie und Wasserstoff, weiterwachsen.
„Wir sind Automatisierungspartner für viele Branchen. Daher blicken wir auch jetzt leicht optimistisch in das laufende Geschäftsjahr. Wir haben gute Voraussetzungen weiterzuwachsen, sobald sich die Weltwirtschaft erholt. Auch für 2025 erwarten wir ein gutes Ergebnis in einem weiterhin herausfordernden Umfeld“, sagt T. Böck.
Grund zur Zuversicht geben dem Festo-Vorstand die langfristig guten Perspektiven für den Automatisierungsmarkt: Automatisierung wird in bestehenden, aber auch in neuen Industrien eine immer wichtigere Rolle in der industriellen Transformation spielen.
Mit dem Anspruch „Automation for a world in motion“ startet Festo ins nächste Jahrhundert. Ziel ist es, technologieübergreifend der beste Partner für die Bewegungsanforderungen der Kunden zu sein.
„Wir können pneumatische und elektrische Antriebstechnik integriert und vernetzt anbieten – bis hin zu Software- und KI-Lösungen. All diese Technologien greifen nahtlos ineinander. Das macht Festo einzigartig. Wir sind uns sicher: Mit Automatisierung und technischer Bildung können wir wachsen und unsere Kunden produktiv und erfolgreich machen sowie zu einer nachhaltigen Zukunft für uns alle beitragen – jetzt und auch in 100 Jahren“, blickt T. Böck optimistisch in die Zukunft.
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