Behauptung 4

Abbild Explosion

Bild 2: Explosion (Quelle: Stahl)

Behauptung 4: Im Ex-Bereich darf nur funkenarmes Werkzeug verwendet werden.

Expertenantwort: Mechanisch durch Reib-, Schlag-, Schleif- oder Bohrvorgänge erzeugte Funken stellen Zündquellen nach EN 1127-1 (DIN EN 1127-1:2011-10 Explo­sionsfähige Atmosphären. Explosionsschutz – Teil 1: Grundlagen und Methodik) dar. Ob und bis zu welchem Grad eine durch Werkzeugeinsatz entstehende Funkenbildung zulässig ist, hängt von der jeweiligen Schutzzone und der Gefahrenklasse der explosionsfähigen Stoffe ab. In den Zonen 0 und 20 ist es untersagt, Werkzeuge zu verwenden, die überhaupt Funken erzeugen können. Stahlwerkzeuge, wie Schraubendreher oder Schraubenschlüssel, bei deren Gebrauch in der Regel nur ein einzelner Funke entstehen kann, die aber weder Funkengarben noch heiße Oberflächen erzeugen, dürfen in den Zonen 1 und 2 eingesetzt werden. Dies gilt allerdings nicht für die Zone 1, sofern dort eine Explo­sionsgefahr durch Stoffe der Explosionsgruppe IIC (Acetylen, Schwefelkohlenstoff und Wasserstoff) oder durch Schwefelwasserstoff, Kohlenmonoxid oder Ethylenoxid besteht. In diesen Fällen sind besondere Maßnahmen gegen das Entstehen zündwirksamer Funken zu treffen. In den Zonen 21 und 22 ist es generell gestattet, Stahlwerkzeuge einzusetzen, bei deren Gebrauch keine Funkengarben oder heißen Oberflächen entstehen. Lässt sich dies nicht sicherstellen, muss die Arbeitsstätte von allen Staubablagerungen befreit und vom umliegenden Zonenbereich abgeschirmt werden. Außerdem ist sie während des Werkzeugeinsatzes feucht zu halten, um das Aufwirbeln von Staub und die Entstehung von Glimmnestern zu unterbinden. Funkenarme Werkzeuge sind somit nicht grundsätzlich in explosionsgefährdeten Bereichen vorgeschrieben. In Einzelfällen können diese jedoch sinnvoll sein.

Behauptung 5: Elektrische Kleingeräte, wie Armbanduhren, Taschenrechner oder Hörgeräte, sind als potenzielle Zündquellen aus dem Ex-Bereich fernzuhalten.

Expertenantwort: In Armbanduhren kann angesichts ihrer Gehäusegröße und -konstruktion nach Einschätzung des Komitees 235 der Deutschen elektrotechnischen Kommission auch unter Berücksichtigung besonders ungünstiger Umstände keine explosionsfähige Atmosphäre eindringen. Deshalb geht von elektrisch betriebenen Armbanduhren ohne zusätzliche Sonderfunktionen, zum Beispiel Rechner, in den Zonen 1 und 2 keine Explosionsgefahr aus. Wanduhren müssen dagegen explosionsgeschützt, zum Beispiel mit der Kennzeichnung „II 2 G Ex e mb IIC T6“, ausgeführt sein. Bei Hörgeräten sind neben der Batteriespannung gegebenenfalls auch zündfähige induktive Stromkreise zu berücksichtigen. Allerdings wird die Zündgefahr von im Ohr getragenen Kompaktgeräten als derart gering erachtet, dass sie in Zone 1 und 2 mitgeführt werden können. Zugehörige Fernbedienungen sind allerdings ausgenommen. Der Einsatz von Taschenrechnern im Ex-Bereich erfordert auch bei solarbetriebenen Geräten eine Einzelfallprüfung und Bescheinigung, weil ab einer bestimmten Anzahl von Solarzellen zündfähige Spannungen auftreten können.

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OA Redaktion
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