Die eigene Cloud-Lösung
Neben der Weiterleitung der Sensordaten ans ERP-System ist deren Transfer und Analyse in einer Cloud-Lösung der nächste Schritt.Bereits seit einigen Jahren arbeitet das Unternehmen eng mit SAP zusammen. Nun wird die Partnerschaft weiter ausgebaut. Unter dem Slogan „Vertrauen durch Sicherheit“ bietet IFM eine eigene Cloud, basierend auf der SAP-Plattform und SAP Leonardo, an. Mit ihr sollen Kunden die allgemeinen Vorteile von Cloud-Services zusammen mit den Funktionalitäten der durchgängigen Datenkommunikation nutzen können. „Die ERP-Konnektivität der Daten wird durch die Nutzung der Plattform von SAP garantiert“, sagt Dr. Myriam Jahn, Vorstand der „TiSC AG“. „TiSC“steht für „The ifm Solution Company“. Bei dem IFM-Tochterunternehmen handelt es sich um eine Holding zweier Unternehmen: der „QOSIT“ IT GmbH und der GIB mbH. „GIB ist ein renommierter Anbieter von standardisierter Software rund um das SAP-ERP-System. „QOSIT“ bringt langjährige Erfahrung rund um Datenlogistik aus dem Einzelhandel, speziell Kassensysteme, mit. Damit bringt sie Kompetenz über den gesamten Weg, vom Sensor bis in SAP, mit“, verdeutlicht Dr. M. Jahn. Im Verbund mit der „TiSC“ ist es das IFM-Ziel, den Weg für Industrie 4.0 zu ebnen. Dabei liegt ihr Schaffensbereich in der IT-Welt. „94 % der IT-Experten geben an, dass die Zusammenschaltung von IT- und Automatisierungswelt die Unternehmen überfordert. Auf der anderen Seite sind 84 % der Produktionsexperten davon überzeugt, dass die Konnektivität zwischen Maschine und ERP-System der Schlüssel zur Industrie 4.0 ist“, nennt Dr. M. Jahn Zahlen aus einer PWC-Studie. Anknüpfend an die Ausführungen von P. Wienzek fügt sie an: „Sensoren liefern uns heute schon eine unglaubliche Menge an wertvollen Daten. Allerdings sind 95 % der Maschinendaten heute Dark Data – ihr Inhalt ist nachhaltig unbekannt und damit wertlos.“
Neue Box eröffnet neue Möglichkeiten
Für den Datentransfer von der Sensorebene in ERP-Systeme oder die Cloud bietet IFM nun die LR Box an. Sie dient dazu, Daten zu sammeln, zu aggregieren und über alle Ebenen hinweg zur Verfügung zu stellen. „Damit ist eine Durchgängigkeit der Daten vom Sensor bis in die Cloud und zum ERP-System einfach und kostengünstig realisierbar“, sagt Dr. M. Jahn. Dabei nennt sie als Besonderheit der Box im Vergleich zu anderen Gateways oder Industrie-PC deren aus der Cloud heraus anpassbare Software. „Mit der LR Box ist es möglich, Konnektivität quasi ,im Nachgang‘ zu realisieren, wenn die Box die Automatisierungstopologie erkannt hat“, erklärt sie und fügt an: „Wenn wir die Konnektivität aus der Cloud heraus realisieren, ist es egal, ob wir es mit IO-Link-Sensoren oder OPC-UA- oder MQTT-Schnittstellen zu tun haben.“ Aus ihrer Sicht ergeben sich daraus unschätzbare Vorteile für die Kunden, „weil sie die LR Box nicht nur mit einer bestehenden, sondern auch mit einer veränderlichen Automatisierungstopologie nutzen können.“ Parallel bedeutet das, dass die Sicherheitsvorkehrungen auf der LR Box sehr viel höher sein müssen als bei anderen Gateways.
