Aufbau eines Ökosystems?
Nachdem IFM nun Möglichkeiten geschaffen hat, die Daten in die Cloud zu transferieren, schließen sich die Fragen an, ob neben SAP auch weitere Optionen bei Cloud-Anbietern folgen werden und ob ein Ökosystem geplant ist. „Unser Cloud-Angebot ist technisch und rechtlich so aufgebaut, dass viele andere daran partizipieren und ihre Apps in die IFM-Cloud-Plattformstrategie einbringen können“, sagt Dr.?M.?Jahn. „Wir bieten hier insbesondere dem mittelständisch geprägten Maschinenbau eine Plattform für seine eigenen Softwareanwendungen, ohne dass er einen Know-how-Verlust an einen großen Plattformanbieter befürchten muss“, stellt sie das Thema Datenhoheit klar. Denn gerade in diesem Punkt ist ihr wichtig, zu kommunizieren: „Die Daten gehören dem Maschinenbauer. Durch eine vertragliche Regelung mit SAP stellen wir sicher, dass niemand sonst auf diese Daten zugreifen kann.“ Ferner sollen ein Zertifikatmanagement und eine E2E-Verschlüsselung der Daten diese vor unberechtigten Zugriffen schützen.
Zum Thema App Store, für den auch externe Dienstleister Apps entwickeln können, sagt sie: „Der große Unterschied zwischen einem App Store und der IFM Cloud ist die Möglichkeit für Entwickler von Industrie-4.0-Apps, die Nutzergruppe und -rechte individuell einzuschränken. Dennoch werden wir auch für unsere Cloud die Möglichkeit bieten, Anwendungen uneingeschränkt anzubieten.“
Auf dem Weg zu Predictive Maintenance!?
Die zunehmende Akzeptanz von Cloud-Lösungen und der Aufbau von Ökosystemen beflügelt auch das Thema Predictive Maintenance. Hierzu könnte das Machine-Learning-Angebot von SAP ebenfalls in die Partnerschaft einfließen!? Dr. M. Jahn: „Hier bin ich noch zurückhaltend: ,Machine Learning‘, wie die Bezeichnung sagt, ist nur dann möglich, wenn es genügend Daten zum Lernen gibt. Gleiches gilt für ,Predictive Maintenance‘: Je größer die Anzahl der Einflussfaktoren auf das Produktionsumfeld, desto größer muss die statistische Grundgesamtheit von Daten zum Lernen sein. Da wir aber wissen, wie wenig Daten heute auf der Cloud ankommen, handelt es sich hier zunächst um eine theoretische Möglichkeit – weit weg von der gelebten Praxis.“ Sie weist dennoch darauf hin, dass wenn es genügend Daten gibt, und das sei ja das Ziel der IFM Cloud, es dann für Maschinenbauer durchaus relevant sein könnte, „lernende Maschinen“ anzubieten. „Was wir verhindern wollen, ist, dass große Softwareunternehmen diese Algorithmen schreiben, weil sie den Zugriff auf die Daten in der Cloud haben. Deswegen sagen wir unseren Kunden die alleinige Datenhoheit zu“, stellt sie noch einmal heraus.
Fazit
Mit dem beschriebenen Ansatz und seinem in Software gegossenen Applikations-Know-how sieht sich IFM in einer guten Ausgangsposition. „Vor dem Hintergrund unserer jahrzehntelangen Branchenerfahrung können wir unseren Kunden optimale Lösungen im industriellen Umfeld anbieten. Wir blicken auf weltweit mehr als 150.000 Kunden in einer Vielzahl unterschiedlicher Branchen zurück“, sagt P. Wienzek. „Nun gilt es, sie mit unserem zukunftsgerichteten Produkt- und Lösungsangebot auf ihrem Weg in Richtung Industrie 4.0 umfassend zu unterstützen.“
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