Standardisierung ebnet Weg für durchgängige Prozessintegration

Prozessintegration

Standardisierung ebnet den Weg für durchgängige Prozessintegration in der industriellen Bildverarbeitung. (Bild: MVTec)

Die Kundenanforderungen haben sich in den letzten Jahren stark gewandelt. Faktoren sind unter anderem das stärkere Bewusstsein für den Klimawandel, geopolitische Risiken, die zu Anpassungen in den Lieferketten führen sowie volatile Energiepreise. Dadurch steigt die Preissensitivität, Transparenz und Nachhaltigkeit bekommen einen höheren Stellenwert und schließlich gewinnen sowohl Flexibilität als auch Usability zunehmend an Bedeutung. Die Antwort der Hersteller auf diese Herausforderungen lautet: adaptive Fertigung. Hierbei spielt die Prozessintegration eine entscheidende Rolle. An dieser Stelle profitiert man besonders von gemeinsamen Standards und Schnittstellen, da dadurch die Integration verschiedener Komponenten in eine Applikation erleichtert wird. Dies gilt natürlich auch für die industrielle Bildverarbeitung. Damit diese ihre Vorteile optimal ausspielen und den Weg für eine durchgängige Fabrikautomation ebnen kann, müssen sich Machine-Vision-Komponenten einfach in industrielle Wertschöpfungsprozesse und in die entsprechenden Technologien integrieren lassen. Wichtig dabei ist, dass die verschiedenen Ebenen der industriellen Produktion, wie Sensoren, speicherprogrammierbare Steuerungen, Scada-Systeme, MES- sowie ERP-Lösungen nahtlos miteinander kommunizieren und Daten austauschen. Unabdingbar hierfür sind gemeinsame Normen und Standards wie OPC UA.

Kooperation bringt Mehrwert

Ein Beispiel für eine gelungene Prozessintegration im industriellen Umfeld ist die durchgängige Einbindung von Machine-Vision-Technologien von MVTec in das offene Industrial-Edge-Ecosystem von Siemens. Nach dem Prinzip eines App-Stores können Nutzer auf der Siemens-Plattform die für sie relevanten Anwendungen hinzufügen. Industrial Edge stellt dabei eine Softwareinfrastruktur für ein zentrales Management von Hardware, ein skalierbares Software-Roll-out und Cloudanbindung dar. Durch eine standardisierte Konnektivitätslösung, in deren Zentrum der Industrial Edge Databus (ein MQTT-Broker) steht, lassen sich Applikationen schnell und einfach in Betrieb nehmen. MVTec bietet die App „Anomaly Detection for Visual Inspection” an. Damit können Kunden visuelle Oberflächeninspektion und optische Qualitätskontrolle im Rahmen der Siemens-Industrial-Edge-Plattform auf Basis von Deep Learning umsetzen. Dies reduziert die Komplexität und senkt die Hürden, sodass Kunden Bildverarbeitungslösungen einfach in ihre Maschinen und Anlagen integrieren können. Dabei unterstützt die „Anomaly Detection“-Applikation beispielsweise auch die Nutzung von Kameras nach dem GigE-Vision-Standard im Rahmen des Industrial Edge Ecosystems. 

Fazit

Gemeinsame Standards und Schnittstellen fungieren insbesondere auch im Machine-Vision-Segment als Türöffner, um eine durchgängige Interoperabilität verschiedener Systeme und Technologien zu gewährleisten. Dies kommt in erster Linie den Kunden zugute: Sie profitieren von einfach zu integrierenden Applikationen und können die jeweils besten Technologien am Markt nutzen, um ihre spezifischen Anforderungen zu adressieren. Im Ergebnis können Unternehmen dadurch ihre Prozesse optimieren, die Produktivität erhöhen und Kosten einsparen.

Thomas Hopfner ist Product Manager Licensing & Interfaces bei der MVTec Software GmbH
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