Quantensprung in der Antriebstechnik
Neben der Steuerungstechnik stellt Beckhoff auch im Bereich der Antriebstechnik wichtige Neuerungen für den kleinen bis mittleren Leistungsbereich vor. Der AX1000, ein hochoptimierter, softwareseitig vollständig in Twincat integrierter Servoantrieb, bietet trotz seiner kompakten Bauweise alle Funktionen, die auch in den größeren Antrieben der AX-Serie verfügbar sind. „Wir haben den kompakten AX1000 entwickelt, um den zunehmenden Anforderungen des Markts gerecht zu werden. Es handelt sich um ein kostenoptimiertes Produkt, das dennoch höchste technologische Standards erfüllt – ein Quantensprung in der Antriebstechnik“, so H. Beckhoff und er fährt fort: „Die ‚all electrical machine‘ braucht leistungsfähige, aber auch preiswerte Antriebstechnik! Zudem soll ein wirklich konkurrenzfähiges Preisniveau für den Weltmarkt erreicht werden. Wir haben die Wettbewerbsintensität aufgenommen und reagieren darauf.“ Das Unternehmen will mit dieser Antriebstechnik auch auf dem chinesischen Markt erfolgreich sein.
Der AX1000 wird in zwei unterschiedlichen Versionen angeboten: im kleinen Leistungsbereich mit einphasiger Einspeisung AC 1 × 230 V von 1,65 A bis 6,9 A und im höheren Leistungsbereich mit dreiphasiger Einspeisung AC 3 × 400 V von 1,65 A bis 6,9 A. Trotz der kompakten Abmessungen sind Netzteil, Zwischenkreiskondensatoren, Ballastschaltung und bei den meisten Varianten auch ein Ballastwiderstand integriert. Beide Versionen sind als ein- und zweikanalige Varianten erhältlich. Unterstützt werden Synchron-Servomotoren AM8000 mit OCT sowie Asynchron- und Reluktanzmotoren mit oder auch ohne Lagegeber.
Parallel dazu bringt Beckhoff den AF1000, einen Frequenzumrichter für einfache Applikationen wie Förderbänder, Lüfter und Pumpen, auf den Markt. Der kostengünstige Frequenzumrichter wird in zwei unterschiedlichen Versionen angeboten: mit einphasiger Einspeisung AC 1 × 230 V mit einem Leistungsbereich von 0,37 kW bis 0,75 kW und einer dreiphasigen Einspeisung AC 3 × 400 V mit einem Leistungsbereich von 0,37 kW bis 3 kW. Trotz der kompakten Abmessungen sind Netzteil, Zwischenkreiskondensatoren, Ballastschaltung und bei den meisten Varianten auch ein Ballastwiderstand integriert. Die Steuerspannung wird, wie beim AX1000, aus dem Zwischenkreis erzeugt. Beide Versionen sind als einkanalige und äußerst kostengünstige zweikanalige Varianten erhältlich. Unterstützt werden Synchron-Servomotoren sowie Asynchron- und Reluktanzmotoren ohne Lagegeber, die mit UF- oder Vektorregelung betrieben werden. „Mit dem AF1000 können wir eine kostengünstige Antriebslösung anbieten, die vollständig über Ethercat in das Twincat-System integriert ist und den vollen Komfort bei Inbetriebnahme und Diagnose bietet“, erklärt H. Beckhoff. Wie bei allen Servoverstärkern von Beckhoff erfolgt auch die Inbetriebnahme des Frequenzumrichters AF1000 mit dem bekannten Drive Manager 2.
Verschiedene Produkte auf Preis und Leistung optimiert
Auch andere Produkte wurden laut dem Geschäftsführer hinsichtlich Preis und Leistung optimiert. So gibt es im Bereich der E/A-Klemmen Neuerungen. „Mit den neuen Baureihen EL14xx und EL24xx haben wir die digitalen Klemmen für Standardsignale grundlegend überarbeitet“, berichtet H. Beckhoff. „Sie bieten nun 16 bit Auflösung bei einem Preisniveau von 12 bit – ein bedeutender Fortschritt bei gleichbleibender universeller Einsatzmöglichkeit.“ Die neue Serie ergänzt die bisherigen Angebote. Auch die Baureihe der Analogklemmen wurde überarbeitet und in Bezug auf Preis und Leistung optimiert.
Weiterentwickelt wird ebenso das Angebot an Industrie-PC. „Wir integrieren nun die 11., 12. und 13. Generation der Intel-CPU in die Rechner. So kann nun auch der Ultra-Kompakt-Industrie-PC C604x mit 24 Kernen ausgerüstet werden.“ Er ergänzt: „Noch vor wenigen Jahren nannten wir solche Rechner ‚Big Iron‘. Heute sind unsere Standardrechner so ausgestattet.“
Für das Planarmotorantriebssystem XPlanar werden neue Kacheln mit den Abmessungen 320 mm × 320 mm vorgestellt. Die bisherige Größe liegt bei 240 mm × 240 mm. „Die neuen Motorkacheln verfügen über eine neue, noch feiner auflösende Elektronik“, betont H. Beckhoff. Sie sind damit schneller, präziser und können mehr Last transportieren.
Das lineare Produkttransportsystem XTS erhält ein neues EcoLine-Motormodul, für welches ebenfalls die Elektronik überarbeitet wurde. „Mit diesem 50 cm langen Modul lassen sich gut kostensensitive Standardapplikationen realisieren“, schließt der Diplom-Physiker an. „Aufgrund des günstigen Preises werden deutlich mehr Applikationen, z. B. auch in der Fördertechnik, adressiert.“
Der Twincat OPC UA Nodeset Editor ist eine Software zum Anzeigen, Anpassen und Anlegen der XML-basierten Beschreibungsdateien von OPC-UA-Informationsmodellen. „Damit lassen sich Companion-Spezifikationen oder kundenspezifische Informationsmodelle einfach in Maschinen einlesen“, freut sich H. Beckhoff.
Ein weiteres, viel debattiertes Thema sind die virtuellen Steuerungen. „Wir beherrschen das Thema der virtuellen Steuerungen schon viele Jahre“, stellt H. Beckhoff klar. „Bisher wird das nur in Spezialapplikationen genutzt. Für die direkte Steuerung von Maschinen bieten virtuelle Steuerungen keine echten Vorteile.“ Seiner Ansicht nach bringt die Intelligenz direkt in der Maschine eine bessere Performance. Im Bereich der IoT-Anwendungen kann jedoch eine Virtualisierung zu Kosteneinsparungen und Wartungsvorteilen führen.

