Die Displaylösungen von VIA optronics basieren auf einem patentierten Verfahren

Die Displaylösungen von VIA optronics basieren auf einem patentierten Verfahren für Optical Bonding, einer vielfältigen Auswahl an Materialien für Cover Lenses sowie der Kupfer-Metal-Mesh-Touchsensor-Technologie. Dadurch wird eine hohe Performance im Bereich Industrial auch unter anspruchsvollen Bedingungen erreicht. (Quelle: VIA optronics/shutterstock_601961762)

Die Erwartungen von Verbrauchern und Kunden an Displays sind in den letzten Jahren hinsichtlich bedienerfreundlicher Interaktionsmöglichkeiten, neuen Formaten sowie Echtzeitverarbeitung von Informationen und Daten gestiegen. Hinzu kommen höhere Anforderungen an Geräte- sowie Datensicherheit. Um dem gerecht zu werden, sind innovative Technologien und Produktionsmethoden erforderlich. Beispiele sind OLED und MicroLED. Sie basieren auf selbstleuchtenden Pixeln, benötigen keine Hintergrundbeleuchtung und bieten dadurch Vorteile in Kontrast, Energieeffizienz und Bauform. Dennoch unterscheiden sie sich grundlegend in Materialbasis, Struktur und Einsatzprofil.

OLED (Organic Light Emitting Diodes) bestehen aus organischen Halbleiterschichten, die bei Stromzufuhr Licht emittieren. Diese Eigenschaft ermöglicht besonders dünne und leichte Displays mit tiefem Schwarz und hoher Farbbrillanz. Da keine Hintergrundbeleuchtung erforderlich ist, lassen sich flexible, transparente oder gebogene Formfaktoren realisieren – ein wichtiger Vorteil für moderne Interface-Designs. OLED bieten zudem hohe Bildfrequenzen und schnelle Reaktionszeiten, was sie ideal für dynamische Inhalte und Echtzeitvisualisierungen macht. In der Medizintechnik, Prozessautomatisierung oder mobilen Messtechnik überzeugen sie auch unter schwierigen Lichtverhältnissen durch präzise Darstellung und exzellente Lesbarkeit.

Ein weiterer Vorteil liegt in der Energieeffizienz: Die Helligkeit kann pixelgenau gesteuert werden, was den Stromverbrauch reduziert insbesondere bei dunklen Bildinhalten. Für batteriebetriebene Geräte oder nachhaltige Technologien ist dies ein wesentlicher Faktor. Zwar sind OLED anfällig für sogenannte Burn-in-Effekte, also die Alterung einzelner Bildpunkte bei statischen Inhalten, doch Gegenmaßnahmen, wie Pixel Shift, automatisches Pixel Refresh und die Erkennung statischer Bildbereiche, minimieren diesen Effekt. Neue Varianten wie QD-OLED (Quantum Dot OLED) und RGB-OLED kombinieren die Vorteile organischer Leuchtdioden mit verbesserter Farbdarstellung, höherer Helligkeit und längerer Haltbarkeit. Im Gegensatz zu herkömmlichen OLED-Displays, die rote, grüne und blaue Sub-Pixel verwenden, erzeugen QD-OLED alle Farben aus einer einzigen, blauen Emissionsschicht. Die In-Pixel-Architektur erlaubt zudem eine präzise Steuerung von Leuchtdichte, Farbkalibrierung und lokaler Dimmung direkt im Pixel. Dadurch lassen sich HDR-Inhalte besonders effizient darstellen, was Anwendungen in Robotik, KI-gesteuerten Fertigungsanlagen oder hochauflösender, medizinischer Bildgebung zugutekommt. Die ultra-schmalbandige Emission von Hyperfluoreszenz deckt bis zu 95 % des Farbraums ab, erzielt hohe Farbsättigung und trägt damit zur präzisen Farbwiedergabe in professionellen Anwendungen bei.

MicroLED hingegen basieren auf mikroskopisch kleinen, anorganischen LED, die jeweils einzelne Pixel bilden. Sie bestehen aus Indium-Galliumnitrid-Schichten und sind vollständig abschaltbar, dimmbar und äußerst langlebig. Ihre Struktur im Mikrometerbereich erlaubt eine hohe Pixeldichte und damit gestochen scharfe Darstellungen. Im Gegensatz zu OLED sind MicroLED nicht von organischer Materialalterung betroffen, was ihre Lebensdauer deutlich verlängert, und den Wartungsaufwand reduziert. Ihre Helligkeit erreicht Werte von bis zu 10 000 cd/m², wodurch sie sich besonders für helle Umgebungen, wie Produktionshallen, Außenbereiche oder Verkehrsleitsysteme, eignen. Bedienpanels und HMI bleiben selbst bei direkter Sonneneinstrahlung hervorragend ablesbar. Darüber hinaus sind MicroLED äußerst robust gegenüber Temperaturschwankungen, Feuchtigkeit, UV-Strahlung und mechanischer Belastung. Diese Eigenschaften machen sie zur bevorzugten Lösung für anspruchsvolle Einsatzbereiche. Anwendungen, wie Windkraftsteuerungen, Solaranlagen oder Umweltmesssysteme, profitieren von ihrer Stabilität und Energieeffizienz. Ihre ultraschnellen Reaktionszeiten im Nanosekundenbereich ermöglichen eine präzise Wiedergabe, etwa für Echtzeit-Diagnostik, Sensoranzeigen oder Laborgeräte.

Trotz dieser Vorteile stehen MicroLED aktuell noch vor technologischen Herausforderungen: Die Herstellung ist komplex und kostenintensiv, insbesondere durch die notwendige Backplane-Technologie zur individuellen Ansteuerung der Pixel. Zudem kann die separate Steuerung jedes Pixels zu unregelmäßiger Helligkeit und Farbdarstellung führen, weshalb eine homogene Bildqualität nur durch aufwendige Kalibrierung und präzise Fertigung erreicht werden kann. Der Ausschuss in der Produktion ist derzeit noch hoch, was die Marktdurchdringung verlangsamt. Dennoch gilt die Technologie als zukunftsweisend, da sie viele Vorteile bestehender Displaytechnologien vereint und neue Formate sowie modulare Designs ermöglicht. Das sind entscheidende Aspekt für industrielle Anwendungen, gerade angesichts der zunehmenden Rufe nach Nachhaltigkeit.

Zusammenfassend lässt sich sagen: OLED eignen sich besonders für flexible, designorientierte Interfaces mit hoher visueller Qualität, während MicroLED die robuste Lösung für anspruchsvolle industrielle Umgebungen darstellen. Besonders hervorzuheben ist ihre Langlebigkeit und ihr geringer Energieverbrauch. Beide Technologien leisten einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung intelligenter Displaylösungen – und werden mit ihrer fortschreitenden Entwicklung zunehmend auch für kleinere und mittlere Unternehmen wirtschaftlich interessant.

 

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