Das Geschäftsführungs-Trio der Kübler Group: Lothar Kübler, Gebhard Kübler und Martin Huth (v. l.) (Quelle: Kübler)
Voller Stolz verkündete die Kübler-Leitung auf einer Pressekonferenz Mitte September die vorläufigen Umsatzzahlen für 2023: „Wir werden bis Ende des Jahres voraussichtlich um 10 % im Vergleich zu 2022 wachsen und somit die 100-Mio.-€-Umsatzmarke durchbrechen“, gab Gebhard Kübler, geschäftsführender Gesellschafter der Kübler-Gruppe, freudig bekannt. Er wies aber auch darauf hin: „Nach zwei sehr erfolgreichen Jahren hatten wir 2023 ein gutes erstes Halbjahr, aber ebenso spüren wir starke Bremsspuren im zweiten Halbjahr.“
Insgesamt profitiert das Unternehmen aktuell noch von seinem durchgehend überproportionalen AE-Wachstum in 2021 und 2022. Dem hohen Auftragsbestand sei auch das 10%ige Wachstum 2023 zu verdanken. Erreicht wird dieses sowohl aus dem Bestands- als auch dem Neukundengeschäft.
„Wir erleben gerade ein Einschwingen des Markts. Die hohen Wachstumsraten im Automationsgeschäft – rund 20 % in den beiden letzten Jahren – waren recht ungewöhnlich. Bereits zu Beginn dieses Jahres hatten wir eine Abschwächung prognostiziert“, ergänzte Kübler-CFO Martin Huth. Den Ausblick auf 2024 leitete er mit den Worten ein: „Der Blick mit Fragezeichen auf das nächste Jahr ist fast schon Normalität. Nichts ist mehr so planbar wie früher.“ So sei es schwierig zu beurteilen, wann die Talsohle durchschritten sein wird. „Wir rechnen mit einem schnellem Wiederanlaufen des Markts und einem Umsatzwachstum in 2024 zwischen 5 % und 10 %“, zeigte er sich dennoch optimistisch.
Die aktuellen Herausforderungen und die damit einhergehenden Konsequenzen in einigen Industriezweigen hierzulande sollen mit Geschäften im Ausland kompensiert werden. „Wir bauen aktuell ,local for local‘-Strategien auf und unseren weltweiten Vertrieb weiter aus“, gab G. Kübler an.
Im Wandel der Zeit
Das Umsatzziel von 100 Mio. € hatte sich Kübler im Jahr 2013 gesteckt. Damals lag der Umsatz gerade einmal bei 40 Mio. €. „Unsere Welt hat sich seit 2013 verändert“, sagte G. Kübler. „Neue technologische Möglichkeiten haben sich eröffnet, andere Megatrends sind auf den Plan getreten – das IoT stand damals noch ganz am Anfang.“ Er verwies auf den Innovationsmarathon, den man seinerzeit unter anderem gestartet habe, um das gesteckte Ziel zu erreichen.
Als neues Ziel bis 2030 wurde die Überschreitung der 200.-Mio.-€-Umsatzmarke genannt. Dazu ist eine neue globale Ausrichtung geplant. „Das Geschäft liegt auf der Straße. Wir müssen auf die Kunden hören, Megatrends nutzen, technologische Möglichkeiten entwickeln“, nannte G. Kübler als einige To-dos für diese Zielerreichung. „Aktuell geben wir beispielsweise Gas bei den Megatrends, wie nachhaltige Anwendungen, Wind, Aufzüge usw.“
Außerdem soll das Leitbild 2030 intern die Erreichung der neu gesteckten Zielmarke unterstützen. Als dessen Vision beschreibt G. Kübler: „Unsere intelligenten Lösungen für die Automation sind Taktgeber einer volldigitalen Industrie und nachhaltigen Produktion weltweit.“