Interview mit Christian Heller
Als Ziel rund um Ihre Cloudlösung geben Sie an, auch Apps für das Energiemonitoring bereitzustellen. Bitte geben Sie einen kurzen Einblick in die Anwendung, Verfügbarkeit und den Nutzen der Apps.
C. Heller: Mitunserem Energiemonitoringsystem tec.ems haben wir eine modular aufgebaute Lösung entwickelt, die den Energieverbrauch in der Produktion transparent macht und eine umfassende Datenbasis für die Analyse und Optimierung bereitstellt. Diese Lösung ermöglicht mit seiner Front-End-Konfiguration die einfache Einrichtung und Zuordnung von Energiezählern. Das Dashboard visualisiert die Verbräuche aller Anlagen und deren Entwicklung. Diverse Auswertefunktionen erlauben das Erstellen von detaillierten Berichten über den Energieverbrauch – auch nach individuell definierten Parametern. Dabei lassen sich zudem Grenzwerte festlegen, bei deren Überschreiten der Anwender informiert wird. Damit erhält er eine solide Grundlage, um Lastspitzen und die damit verbundenen zusätzlichen Kosten zu vermeiden und alle verfügbareren Energieressourcen tageszeitabhängig effizient zu nutzen. Er kann die Wirksamkeit einzelner Maßnahmen erproben sowie bewerten und die Daten für ein Energiemanagementsystem nach ISO bzw. für die CSR (Corporate Social Responsibility)Berichterstattung aufbereiten, die EU-weit bei größeren Unternehmen bereits verpflichtend sind. Und weil die Berechnung der KPI ebenfalls Teil unseres IIoT-Konzepts ist, kann die Energieeffizienz direkt in die Berechnung des OEE einfließen.
Neben Produkten und Systemen für die Maschinensicherheit bieten Sie auch Schulungen und Services in Ihrem tec.nicum an. Im Frühjahr dieses Jahres haben Sie die Neustrukturierung Ihrer Dienstleistungssparte inklusive der Gründung der tec.nicum – Solutions & Services GmbH angekündigt. Was war hierfür der Hintergrund und von welchem neuen Angebot profitiert der Kunde?
C. Heller: Ziel der Neustrukturierung und der Gründung der tec.nicum – Solutions & Services GmbH ist es, ein global integriertes tec.nicum-Team zu etablieren, um die weltweiten Aktivitäten der Dienstleistungssparte der Schmersal-Gruppe zu koordinieren. Wir möchten ein umfassendes, globales Dienstleistungsportfolio anbieten. Darüber hinaus wollen wir unsere Kunden bei der Transformation durch Digitalisierung und Industrie 4.0 mit neuen Technologien und angepassten Serviceleistungen unterstützen. Deshalb haben wir die bisherigen vier Angebotsbausteine von tec.nicum um zwei weitere ergänzt: Digitalisierung und Outsourcing. Beim Baustein Digitalisierung geht es um digitale Lösungsangebote, die nicht nur die Sicherheitstechnik betreffen, sondern den Kunden auch dabei unterstützen, seine Industrie-4.0-Konzepte umzusetzen und seine Nachhaltigkeitsziele zu erreichen. Beim Outsourcing bieten wir Komplettlösungen an – von vormontierten Anlagenteilen bis hin zu integrierten Sicherheitslösungen, bei denen die gesamte Wertschöpfungskette analysiert wird.
Schmersal wurde in diesem Jahr zum zweiten Mal als „Best Managed Company“ ausgezeichnet. Welchen Ansporn ziehen Sie aus dieser Auszeichnung?
C. Heller: Der Wettbewerb „Best Managed Company“ bietet uns einen professionellen Blick von außen und eine externe Bewertung unserer Prozesse. Die Auszeichnung bestätigt uns in unserer Arbeit und das freut uns natürlich sehr. Insbesondere weil neben Strategie auch Produktivität und Innovation eine wichtige Bewertungskategorie war. Doch wir werden uns jetzt nicht bequem zurücklehnen, sondern weiter kontinuierlich an Neuentwicklungen und Verbesserungen arbeiten.
Bitte geben Sie abschließend noch einen Ausblick: Auf welche Highlights und Innovationen dürfen sich Interessierte auf der diesjährigen SPS sowie auf kommenden Messen freuen?
C. Heller: Als aktives Mitglied des Arbeitskreises IO-Link Safety arbeiten wir seit geraumer Zeit daran, die Vorteile des standardisierten Kommunikationssystems IO-Link auch für die funktionale Sicherheit nutzbar zu machen. Auf der SPS 2024 zeigen wir erstmals ein IO-Link-Safety-Installationssystem, in das verschiedene Sicherheitszuhaltungen und Sicherheitssensoren von Schmersal sowie sichere Aktorik integriert sind. Als weitere Neuheit zeigen wir einen Simulator, der anhand eines digitalen Zwillings die Funktion und das Verhalten eines Türsicherheitssystems simulieren kann. Mit der virtuellen Abbildung von Sicherheitssystemen wollen wir unsere Kunden dabei unterstützen, den Aufbau und die Inbetriebnahme neuer Maschinen zu vereinfachen. Auch das erweiterte Angebotsportfolio des tec.nicum werden wir auf der SPS präsentieren.