Aktuelle Security-Richtlinien

Die Architektur von MSIRAS

Die Architektur von MSIRAS hostet für den sicheren Fernwartungszugang einen genubox Rendezvous-Server von genua mit dem zugehörigen Central Management System genucenter in einer Virtual Private Cloud (VPC) innerhalb der Open Telekom Cloud (OTC). Die VPC ist innerhalb der Cloud komplett von den Instanzen anderer Mandanten getrennt. (Bild: genua GmbH)

Derzeit beschäftigen gesetzliche Richtlinien und Regularien, wie NIS2, der Cyber Resilience Act und weitere, eine Vielzahl von Unternehmen. Inwiefern das Thema Fernwartung bzw. Remote Access unter derartige Security-Bestimmungen fällt, verdeutlicht S. Schoner: „Ja, die Regularien und Bestimmungen haben Implikationen für die Fernwartung: Unternehmen müssen sicherstellen, dass ihre Fernwartungssysteme sicher und die Fernwartungsvorgänge nachvollziehbar dokumentiert sind. Ferner müssen sie Risiken im Zusammenhang mit Fernwartung identifizieren, bewerten und managen. Außerdem müssen sie sicherstellen, dass alle Fernwartungsaktivitäten überwacht und protokolliert werden. Ebenso, dass sie Benachrichtigungen bei Verdacht auf unautorisierten Zugriff oder Sicherheitsverletzungen erhalten und schnell reagieren können. Auch die eigenen Mitarbeiter müssen über die Sicherheitsrisiken und -maßnahmen im Zusammenhang mit Fernwartung informiert und geschult werden.“ Zusätzlich führt S. Schoner die Notwendigkeit regelmäßiger Schulungen und Awareness-Kampagnen, die Implementierung von Sicherheitsrichtlinien und -verfahren sowie die Überwachung und Protokollierung von Mitarbeiteraktivitäten als Maßnahmen an.


„Insgesamt müssen Unternehmen, die Fernwartung verwenden, sicherstellen, dass sie die relevanten Regularien und Bestimmungen einhalten, um die Sicherheit ihrer Systeme und Daten zu gewährleisten. Dies erfordert eine umfassende Risikobewertung, Implementierung von Sicherheitsmaßnahmen und Überwachung von Fernwartungsaktivitäten“, fasst S. Schoner zusammen.


A. Velten stellt heraus, dass die Magenta Security Industrial Remote Access Services ein elementarer Lösungsbaustein für NIS2- und Kritis-Compliance sind. Neben den von S. Schoner beschriebenen Anforderungen an die Zugangskontrolle selbst verweist er auf die schnelle und genaue Meldung der Sicherheitsvorfälle. „Diese lassen sich in der Regel nur durch geeignete Monitoringmaßnahmen im Rahmen einer Cyber-Defense-Lösung wie einem Security Operations Center abbilden. Als einer der führenden Anbieter solcher Cyber-Defense-Lösungen wissen wir nur zu genau, dass es unbedingt erforderlich ist, den Netzwerkverkehr in den zu überwachenden Netzen vor einer Implementierung zu reglementieren, um Fehlalarme zu vermeiden“, erläutert er.


„Mit unserer Expertise als IT-Security-Hersteller gewährleisten wir Schutz für regulierte und regulierungsnahe Märkte mit hohen Sicherheitsanforderungen“, fügt S. Schoner für genua an.

Besonders der Kritis-Sektor würde durch die Regulierung durch NIS2 und den Cyber Resilience Act seine Anforderungen für Security-Lösungen deutlich erhöhen. „Diese erfüllen wir. Und wir freuen uns, dass wir in diesem Zusammenhang in der Zusammenarbeit mit der Telekom einen herausragenden Partner für die Konzeption, die Implementierung und letztendlich den Betrieb beim Kunden haben“, sagt er weiter.

Ausblick

Nach ihren Erwartungen für die Zukunft gefragt – wird es dann noch Fernwartung geben und wie wird sich das Thema Security bis dahin entwickeln – meint S. Schoner: „Der Trend wird sich meiner Meinung nach bestätigen: Angriffe werden unter anderem durch KI ausgereifter, das heißt, auch der Schutzbedarf steigt weiter. Natürlich arbeiten wir weiter an Lösungen und Produkten, die unsere Partner und Kunden unterstützen, den Angriffsvektor zu minimieren, Zugriffe nur minimalinvasiv zuzulassen und Angriffe möglichst früh zu erkennen und sich zu verteidigen.“


A. Velten ist überzeugt, dass sich in den nächsten Jahren und Jahrzehnten die IT-Infrastrukturen und Systeme von Produktionsanlagen signifikant verändern werden. So geht er davon aus, dass die Integration von IoT-Geräten und die Vernetzung von Produktionsanlagen weiter zunehmen wird. „Die Echtzeitüberwachung und -steuerung von Maschinen werden ermöglicht, Sensoren und Aktoren werden immer mehr Daten sammeln und durch die Einbindung von KI werden Fertigungsprozesse weiter optimiert werden“, gibt er an. Außerdem würde für Wartungen vermehrt Augmented Reality zum Einsatz kommen. Ferner lautet seine Einschätzung, dass zum einen eine vermehrte Verlagerung der Produktionsprozesse in die Cloud stattfinden wird und zum anderen diese immer häufiger durch Digital Twins simuliert, überwacht und optimiert werden. „Die Cybersecurity muss sich diesen Herausforderungen stellen und sich in den nächsten Jahren erheblich weiterentwickeln, um den wachsenden und sich ständig verändernden Bedrohungen gerecht zu werden“, ist A. Velten überzeugt. „Für proaktive Sicherheitsmaßnahmen wie die Erkennung und Abwehr von Cyber-Bedrohungen kommen vermehrt automatisierte und KI-basierte Lösungen zum Einsatz. Kryptografie und Zertifikate werden durch Quantencomputing herausgefordert und weiterentwickelt werden. Biometrische Authentifizierung und Zero-Trust-Architekturen helfen dann, die Zugänge zu den Systemen weiter zu kontrollieren und zu steuern. Aber wie auch heute schon müssen die technischen Maßnahmen flankiert werden durch Sensibilisierung und Schulung der Mitarbeiter, um Sicherheitsvorfälle zu verhindern“, lautet sein Ausblick.

Begriffserklärungen


Als ein gemeinsames Fazit ziehen die beiden Sicherheitsexperten: „Wir alle – Unternehmen, Mitarbeiter, aber auch Privatpersonen – werden uns kontinuierlich weiterentwickeln müssen, um den wachsenden Bedrohungen auch in Zukunft wirksam begegnen zu können.“

Lateral Movement: Angreifer versuchen von einem ferngesteuerten System zu anderen Systemen im Netzwerk zu gelangen, um weitere Angriffe durchzuführen.
Denial of Service (DoS): Angreifer versuchen, die Fernwartung zu überlasten, um die verfügbaren Ressourcen zu erschöpfen und die Systeme unbrauchbar zu machen.
Man-in-the-Middle-Angriffe: Angreifer positionieren sich zwischen Fernwartungs-Client und -Server, um die Daten abzufangen oder zu manipulieren.

security.telekom.de, www.genua.de

 

Inge Hübner
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