Virtuelles (Zusammen-)Arbeiten via Web – auch in der Leittechnik

Comos Walkinside, Computerspiel

Comos Walkinside bietet eine 3D-Virtual-Reality- Visualisierung von Anlagen, in der sich Trainings realistisch im virtuellen Modell – wie in einem Computerspiel – durchführen lassen. (Quelle: Siemens)

Einen sicheren Weg der zentralen Fernsteuerung und -überwachung weltweit verteilter Anlagen geht Siemens seit Jahren mit dem etablierten Prozessleitsystem Simatic PCS 7, unter anderem mit einer performanten Client-Server-Lösung für Remote Operations. Basis ist ein PCS-7-Webserver, der über Remote-Terminals (Web-/Thin-Clients) via VPN-Tunnel, beispielsweise über die oben erläuterten Plattformen Sinema Remote Connect oder cRSP, abgesicherten Zugriff auf lokale Bedien- und Beobachtungsfunktionen sowie auf die laufenden Produktionsdaten ermöglicht. Damit lassen sich auch unbemannte Anlagen sicher aus der Ferne steuern und optimieren.

Beim neuen, vollständig webbasierten Prozessleitsystem Simatic PCS neo ist die globale Zusammenarbeit verschiedener Projektteams an ein und demselben Engineering-Projekt via Web integraler Bestandteil der Architektur. Das System sorgt dabei für die nötige Transparenz und Konsistenz der Engineering-Daten und vermeidet automatisch Konflikte. Zugang zum System können Projektbeteiligte einfach, sicher und schnell über einen gängigen Browser erhalten und direkt produktiv arbeiten. Außerdem stehen sowohl den Leitwarten- als auch den Wartungsteams für Arbeiten an Anlagen auf der ganzen Welt sämtliche Informationen geräteunabhängig zur Verfügung. Sie können sich sozusagen ihr Leitsystem via Tablet oder Laptop in der Tasche mit in die Anlage nehmen und so zum Beispiel den Loop-Check im Rahmen des FAT direkt vor Ort durchführen.

Virtuelle Inbetriebnahme und Bedienerschulungvon zu Hause aus

Darüber hinaus bietet Siemens skalierbare Lösungen für die Simulation und die virtuelle Inbetriebnahme von Automatisierungssystemen. Das hilft Anlagenbauern dabei, durch Kontaktbeschränkungen drohende Projektverzögerungen zu vermeiden. Kernkomponenten für den Einstieg sind eine Lizenz des Simulationssystem Simit und zwei Virtual Controller, digi- tale Pendants des Automatisierungssystems Simatic S7-400. Außerdem gibt es einen Component Type Editor zum Erstellen spezieller grafischer Bedien-Templates und die für die Prozess(leit)- und Verfahrenstechnik maßgeschneiderten Bausteinbibliotheken Flownet, ChemBasic und Contec; letztere für die Simulation der anlageninternen Kommunikation. Am damit generierten digitalen Zwilling eines realen Automatisierungssystems lässt sich das Anlagenverhalten am PC simulieren, testen, optimieren und auch komplexere Software virtuell in Betrieb nehmen. So können Projekte im „Home- office“ reifen, was Verzögerungen (und Kontakte) bei der realen Inbetriebnahme minimiert.

Der digitale Zwilling lässt sich auch für standortunabhängige, kontaktarme Schulungen abseits der Anlagen nutzen.

Bei Comos, der Softwarelösung für das ganzheitliche Manage- ment eines Anlagenprojekts steht mit Comos Walkinside eine 3D-Virtual-Reality-Visualisierung von Anlagen, die sich noch im Bau befinden, zur Verfügung. In ihr lässt sich das Training der späteren Wartungs- und Betriebsteams realistisch im virtuellen Modell, wie in einem Computerspiel, durchführen. Es können sowohl Standardbetriebsabläufe, zum Beispiel Wartungstouren, als auch HSE-Notfallszenarien (wie reagie- ren die Mitarbeiter bei einer Leckage oder einem Feuer etc.) effizient und sicher trainiert werden.

Verfügbarkeit und Produktivitätjederzeit aufrecht erhalten

Die beschriebenen Remote-Anwendungen unterstützen sowohl Hersteller als auch Betreiber in vielfältiger Weise dabei, die Verfügbarkeit und Produktivität ihrer Maschinen und Anlagen auf höchstem Niveau zu halten. Darauf wird es auch bei der industriellen Produktion im „New Normal“ verstärkt ankommen.

Jörg Freitag
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