Die Salz Automation GmbH und die Tele Haase Steuergeräte Ges.m.b.H. intensivieren ihre Zusammenarbeit; von links nach rechts: Marcus Ramsauer (CEO/CFO Tele),  Thomas Hüttemeier (CEO Salz), Dr. Thomas Holm (CTO Salz), Andreas Ahamer (CEO Tele) und Christoph Haase (Inhaber Tele). (Quelle: Salz Automation)

Die Salz Automation GmbH und die Tele Haase Steuergeräte Ges.m.b.H. intensivieren ihre Zusammenarbeit; von links nach rechts: Marcus Ramsauer (CEO/CFO Tele), Thomas Hüttemeier (CEO Salz), Dr. Thomas Holm (CTO Salz), Andreas Ahamer (CEO Tele) und Christoph Haase (Inhaber Tele). (Quelle: Salz Automation)

Die industrielle Automatisierung steht vor einem tiefgreifenden Wandel. Maschinen werden softwaregetriebener, Kommunikationsnetzwerke komplexer und die Anforderungen an funktionale Sicherheit steigen kontinuierlich. Gleichzeitig erwarten Anwender kürzere Entwicklungszyklen, skalierbare Architekturen und möglichst geringe Integrationsaufwände.

Vor diesem Hintergrund intensivieren die Salz Automation GmbH und die Tele Haase Steuergeräte Ges.m.b.H. ihre Zusammenarbeit. Tele hält künftig eine Beteiligung von 20 % an Salz Automation. Beide Unternehmen bleiben organisatorisch eigenständig, wollen jedoch künftig deutlich enger in Engineering, Produktentwicklung und Kundenprojekten kooperieren.

Ziel der Partnerschaft ist es, integrierte industrielle Lösungen zu entwickeln, bei denen Hardware, Embedded Software und funktionale Sicherheit von Beginn an gemeinsam gedacht und entwickelt werden. Dieser Ansatz soll Reibungsverluste zwischen verschiedenen Lieferanten reduzieren, Entwicklungszeiten verkürzen und die Systemintegration für Anwender deutlich vereinfachen.

Komplementäre Kompetenzen

In die Partnerschaft bringen beide Unternehmen unterschiedliche, sich ergänzende Stärken ein. Salz Automation verfügt über umfassende Expertise in der Embedded-Softwareentwicklung sowie im Design und in der Zertifizierung funktionaler Sicherheit. Hinzu kommen modulare Automatisierungsarchitekturen und systemorientierte Engineering-Kompetenzen.

Tele wiederum steuert mehr als 60 Jahre Erfahrung im industriellen Hardware-Engineering bei. Das Unternehmen verfügt über zertifizierte und skalierbare Fertigungsstrukturen sowie umfangreiche Erfahrung mit missionskritischen Steuerungskomponenten und langen Produktlebenszyklen.

Durch die Kombination dieser Kompetenzen sollen künftig vollständige industrielle Lösungen entstehen – von der physischen Hardware über die Embedded-Software bis hin zum sicherheitszertifizierten Systemverhalten.

Antwort auf wachsende Systemkomplexität

Die Zusammenarbeit adressiert zentrale Herausforderungen, mit denen sich Industriekunden heute konfrontiert sehen. Dazu gehört unter anderem die zunehmende Vernetzung von Maschinen und Anlagen. Moderne Produktionsumgebungen müssen eine Vielzahl industrieller Kommunikationsstandards integrieren, die jeweils eigene Anforderungen an Timing, Performance und Interoperabilität stellen.

Parallel verschärfen sich weltweit die Anforderungen an funktionale Sicherheit, etwa durch Normen wie IEC 61508 oder ISO 13849. Hersteller müssen sichere Systemarchitekturen heute bereits in frühen Entwicklungsphasen berücksichtigen, um globale Compliance sicherzustellen.

Hinzu kommen beschleunigte Innovationszyklen – etwa durch den Einsatz von künstlicher Intelligenz – sowie der Wunsch nach modularen Automatisierungssystemen, die sich flexibel an unterschiedliche Produktionsumgebungen anpassen lassen. Gleichzeitig steigt der Kostendruck in vielen Industriebereichen.

Durch die frühzeitige Kombination von Hardware-, Software- und Safety-Kompetenzen wollen Salz Automation und Tele genau hier ansetzen. Ein integrierter Engineering-Ansatz soll Schnittstellen reduzieren, Abstimmungsaufwände minimieren und Entwicklungszyklen verkürzen.

Skalierbare Automatisierung vom Einzelprojekt bis zum Multi-Site-Rollout

Ein zentrales Ziel der Partnerschaft ist es, Automatisierungssysteme zu entwickeln, die sich über verschiedene Einsatzszenarien hinweg skalieren lassen.

Kunden sollen beispielsweise mit einer einzelnen Maschine starten können, ihre Automatisierung anschließend auf komplette Produktionslinien erweitern und die Architektur schließlich über mehrere Standorte hinweg ausrollen. Die zugrunde liegende Systemarchitektur bleibt dabei erhalten, während OEM-spezifische Anpassungen weiterhin möglich bleiben.

Stimmen aus der Geschäftsführung

Für Thomas Hüttemeier, CEO von Salz Automation, liegt der Schlüssel moderner Automatisierung in der frühen Integration sicherheitsrelevanter Aspekte: „Funktionale Sicherheit muss in ein System hineindesignt werden – nicht nachträglich ergänzt. Die engere Zusammenarbeit mit TELE macht genau das möglich.“

Dr. Thomas Holm, CTO von Salz Automation, sieht vor allem Vorteile in der gemeinsamen Entwicklung von Hard- und Software: „Wenn Hardware-Engineering und Embedded Software zusammen entwickelt werden, entstehen robustere und besser skalierbare Systeme.“

Auch auf Seiten von Tele wird die Partnerschaft als strategischer Schritt gesehen. CEO Andreas Ahamer betont, dass Industriesysteme künftig stärker integriert gedacht werden müssen. Die enge Zusammenarbeit mit Salz Automation ermögliche es, Hardware, Software und Safety von Anfang an gemeinsam zu entwickeln.

Marcus Ramsauer, CEO und CFO von Tele, sieht darüber hinaus langfristige Marktchancen: Die Kooperation stärke beide Unternehmen und eröffne zusätzliche Möglichkeiten – etwa in wachsenden Märkten wie der kritischen Infrastruktur.

Mehr als eine Beteiligung

Die Beteiligung von Tele an Salz Automation ist damit mehr als ein finanzielles Engagement. Sie bildet die Grundlage für eine engere technologische Zusammenarbeit zweier spezialisierter Unternehmen, die ihre jeweiligen Kompetenzen in Hardwareentwicklung, Embedded Software und funktionaler Sicherheit bündeln. Oder, wie es die Partner selbst formulieren:  1 + 1 = 3.

Mit diesem Ansatz wollen Salz Automation und Tele ein Zeichen für die zukünftige Entwicklung industrieller Systeme setzen – integriert, sicher und skalierbar.

Salz Automation (hz)

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