Hardwarebasierte Lösung auf FPGA-Basis

Stefan Ditting, Produktmanager Hima: „Aktuell ist die Verbreitung von Profinet speziell in der Prozessindustrie zwar noch gering, aber wir erwarten hier mittelfristig eine deutliche Zunahme“

Stefan Ditting, Produktmanager Hima: „Aktuell ist die Verbreitung von Profinet speziell in der Prozessindustrie zwar noch gering, aber wir erwarten hier mittelfristig eine deutliche Zunahme“ (Quelle: Hima)

Einbindung des Profinet-Controllers in die Architektur der Hima-Geräte

Einbindung des Profinet-Controllers in die Architektur der Hima-Geräte (Quelle: Softing)

Die Einbindung des Profinet-Controllers ist über eine separate Karte realisiert

Die Einbindung des Profinet-Controllers ist über eine separate Karte realisiert (Quelle: Softing)

Softing verfügt seit einigen Jahren über einen eigenen Soft­ware-Stack für die Profinet-Kommunikation, der stetig weiter­entwickelt wird. Auf dessen Basis war die Entwicklung des Profinet-Controllers für die Hima-Steuerungen in kurzer Zeit möglich. Dazu wurde eine FPGA-Hardware in die Sicherheits­steuerungen integriert. „Die Schnittstelle zwischen Steuerung und Controller ist dadurch klar definiert“, sagt S. Ditting. Dieses Interface ist als Shared Memory ausgeführt und dadurch sehr schlank. Ein weiterer Vorteil des FPGA-basierten Designs: Die verwendete Intel-Hardware ist frei konfigurierbar. Durch ladbare Prozessoren und Logikkomponenten, wie den von Softing entwickelten und optimierten Ethernet-Switch, ist sie einfach skalierbar, flexibel und leicht zu aktualisieren. Das gesamte Kommunikations-Subsystem des Controllers besteht aus ei­nem binären Block mit Logik, Prozessor, Betriebssystem und zugehöriger Kommunikationssoftware, der einfach und ohne Anpassungen integriert werden kann.

„Der Profinet-Controller ist insgesamt sehr anspruchsvoll“, erklärt S. Ditting, „weil nicht nur die reine Kommunikation, sondern auch die Konfiguration abgedeckt werden muss.“ Außerdem sind in Profinet sehr viele Features definiert. Alle benötigten Funktionen müssen implementiert und konfiguriert werden können. Durch Softings Erfahrung mit Profinet und deren Referenzimplementierung des Real-Time-Ethernet-Moduls „RTEM II“, das als Entwicklungsbasis diente, konnte die Realisierung des Controllers innerhalb des Projekts schnell und erfolgreich abgeschlossen werden.

Besondere Stärken

Um die Anbindung an das bereits bestehende Hima-Host-System mit seinen Erweiterungssteckplätzen zu realisieren, musste das RTEM-II-Hardware-Design geringfügig angepasst werden. Der im Kommunikations-Subsystem enthaltene In­dustrial-Ethernet-Switch mit zwei externen Ports ermöglicht eine sehr kurze Zykluszeit und hohen Determinismus bei der Abarbeitung der Prozessdaten. Durch die Filterfunktionen der integrierten Firewall wird zudem die integrierte Protokollsoft­ware vor schädlichen Überlastungen geschützt und mit Net­load Class III die höchste Stufe der entsprechenden Profinet-Konformitätsprüfungen bestanden. „Für uns ist es besonders wichtig“, betont S. Ditting, „dass der Controller regelmäßig an die aktuellen Spezifikationen der PNO angepasst wird.“ Die PNO veröffentlicht pro Jahr zwei bis drei Updates rund um den Kommunikationsstandard. Softing aktualisiert den Controller dann jeweils auf den neuesten Stand und Hima kann sich auf die Applikationsentwicklung konzentrieren.

Kooperative, erfolgreiche Zusammenarbeit

Während der Projektlaufzeit rund um die Entwicklung und Testung des Controllers stimmten sich die Partner re­gelmäßig in Meetings und Workshops ab. Neben der Entwicklung des Controllers wurden von Softing noch zusätzliche Leistungen er­bracht. So realisierten die Experten beispielsweise eine Möglichkeit, ein Firmware-Update im Feld durchzufüh­ren, und eine Stückprüfsoft­ware für die Modulproduktion. „Der ganze Ablauf von der Planung bis zu den Tests ist sehr kooperativ vonstatten ge­gangen“, zeigt sich S. Ditting zufrieden: „Die Zusammenarbeit war sehr vertrauensvoll und die Responsezeiten bei Anfragen von unserer Seite waren sehr kurz.“

Die von Softing entwickelten Profinet-Controller sind in­zwischen in den aktuellen Versionen der Sicherheits­steuerungen der Serien HIMax und HIMatrix lieferbar und ar­beiten zuverlässig. Und auch die zukünftigen Weiterent­wicklungen der Controller sind in Planung, wie S. Ditting erklärt: „Wir würden bei­spielsweise gerne das Media Redundancy Protocol imple­mentieren, das mit einer Ringtopologie eine höhere Verfügbarkeit ermöglicht.“ Klar ist auf jeden Fall, dass Hima auch in Zukunft bei solchen Entwicklungen auf die Softing-Spezialisten setzen wird.

https://industrial.softing.com ,  www.hima.com 

Christian Bräutigam, Produktmanager bei der Softing Industrial Automation GmbH. Dr. Jörg Lantzsch freier Fachredaktuer, Agentur Dr. Lantzsch, in Wiesbaden.
2 / 2

Ähnliche Beiträge