Beispiel 2: Einfache Teach-Möglichkeit bei häufigen Formatwechseln
Ein weiterer Anwendungsfall aus der Fabrikautomation: Ein Hersteller von Katzenfutter möchte fehlerhafte Dosen aussortieren. Eines der Qualitätsmerkmale ist ein ebener Deckel, denn eine ausgebeulte Dose deutet auf verdorbenen Inhalt hin. Die Herausforderung für den Produzenten: Es gibt verschiedene Dosenhöhen und -durchmesser, die zu unterschiedlichen Zeiten über das Transportband laufen. Für die Bewertung, welche Toleranzen für jedes Dosenmaß o. k. sind, muss das Schaltverhalten der verwendeten IO-Link-Induktivsensoren in einfacher Weise angepasst werden können. Wie kann an dieser Stelle die Baumer Sensor Suite dem Applikationsingenieur die Arbeit erleichtern? Es gibt drei Hauptvorteile:
- Direkte Visualisierung: Der Nutzer sieht am Bildschirm, was der Sensor sieht. Durch das direkte visuelle Feedback kann der Ingenieur die IO-Link-Geräte präziser parametrieren. Statt am Bildschirm die einzelnen Parameter einzugeben, kann der Anwender die Schaltpunkte mit der Baumer Sensor Suite bequem im „Window-Modus“ festlegen. Die unterschiedlichen Dosenformate lassen sich dank einfachem Formatwechsel und Parametrierungsspeicher mit wenig Aufwand umsetzen.
- Einfaches Testen: Nach der Parametrierung müssen Tests beweisen, dass der Prototyp einwandfrei funktioniert. Im genannten Beispiel: Erkennt der Sensor bei allen Dosenmaßen die ausgebeulten Exemplare unter Produktionsbedingungen? Für diese Testläufe muss üblicherweise die SPS angepasst werden. Die Baumer Sensor Suite nimmt dem Entwickler Arbeit ab, da sie diesen Schritt überflüssig macht. Präzise und linearisierte digitale Messwerte erleichtern dabei die Implementierung in die Steuerung.
- IO-Link-Geräte finden: Die Baumer Sensor Suite ist ein herstellerübergreifendes Engineering-Tool, mit dem Anwender schneller den richtigen Sensor für ihre Applikation finden. Auch Servicetechniker profitieren, denn sie können das passende IO-Link-Gerät einfach suchen und verstehen. Im Fall der Katzenfutter-Abfüllung fand der Entwickler mithilfe der BSS den passenden Sensor, um ausgebeulte Dosen zuverlässig zu identifizieren. Ein weiterer Vorteil: Wenn es sich bei den IO-Link-Geräten um Baumer-Produkte handelt, kann sich der Nutzer auch unkompliziert die technischen Spezifikationen anzeigen lassen.
Beispiel 3: Zeitersparnis
Mittlerweile nutzen über 2.500 Anwender die Vorteile der BSS, jeweils mit unterschiedlichem Fokus. Für das Kunststoffunternehmen Nolato steht die Fehleranalyse im Zentrum. „Die Fehlersuche im laufenden Betrieb raubt oft viel Zeit. Mit der BSS sehen wir jetzt, was der Sensor sieht. Das hilft uns bei der Analyse im Fehlerfall, aber auch bei der Inbetriebnahme“, sagt Oliver Büchel, Projektleiter Automation am Standort Degersheim. Das ebenfalls schweizerische Automationsunternehmen Imperia Systems sieht in der intuitiven Software vor allem ein gutes Werkzeug, um Zeit zu gewinnen. „Die Baumer Sensor Suite ist sehr einfach zu bedienen. Test, Evaluation und Parametrierung sind deshalb selbst ohne Vorkenntnisse von IO-Link schnell möglich. Das spart viel Zeit in der Entwicklung und beschleunigt den Projektfortschritt“, berichtet Roman Wehrli, Leiter Hard- und Softwareentwicklung.
Fazit
Die BSS erlaubt es, das volle Potenzial von IO-Link-Geräten schnell zu verstehen und zu nutzen – und das herstellerübergreifend. Ingenieure können IO-Link-Devices dank intuitiver Bedienoberfläche effizienter, präziser und schneller parametrieren. Als Beispiel seien hier die Funktionen SSC (Switching Signal Channel) bei messenden Sensoren oder die Schallkeule bei Ultraschallsensoren genannt. Das macht die BSS zu einem zentralen Werkzeug in der Applikationsentwicklung, da sie mit allen IO-Link-Geräten über IO-Link-Master – auch von Drittherstellern – kommuniziert. Dank der zukunftssicheren und modernen Architektur ist die BSS das ideale Framework für weitere, kundenindividuelle Apps und digitale Services.

