Wertestrategie festlegen

Abbild Instandhaltung

Bild 3: Instandhaltung (Quelle: Kraus Partner)

Der erste Schritt beim Planen der Instandhaltungsmaßnahmen besteht darin, eine Wertestrategie für den jeweiligen Betrieb oder die jeweilige Anlage festzulegen. Dabei wird zunächst ermittelt, welche Anforderungen vonseiten des Kunden, des Gesetzgebers, der Unternehmensleitung oder anderen Interessensgruppen an den Betrieb gestellt werden. Diese Informationen fließen in die Wertestrategie für die betreffende Anlage ein. Aus der Wertestrategie, die einen Teil der Asset-Strategie bildet, wird wiederum die Instandhaltungsstrategie abgeleitet. Sie legt die generelle Vorgehensweise fest, wie im Einzelfall zu ermitteln ist, ob die Instandhaltungsmaßnahmen eher auf eine Wertsteigerung, einen Werterhalt oder einen Wertverzehr abzielen sollten.

Im Rahmen der festgelegten Wertestrategie sind folgende drei Schritte zu bearbeiten:

  • Risiken der jeweiligen Teilanlagen bewerten,
  • Instandhaltungsstrategie ableiten und
  • Instandhaltungsmaßnahmen und Ersatz-Investitionen festlegen.

Risiken bewerten

Ist die Wertestrategie definiert, gilt es im zweiten Schritt, daraus die passende Instandhaltungsstrategie abzuleiten. Dabei hat sich ein risikobasierter Ansatz bewährt. Das heißt, für jede Anlage und Teilanlage wird eine Risikobetrachtung durchgeführt. Hierbei werden anhand definierter Kriterien die Wahrscheinlichkeit des Eintritts einer Störung und deren mögliche Auswirkung für die Anlage oder das Unternehmen bewertet. Es gilt die Formel:

Risiko = Eintrittswahrscheinlichkeit (W) × Auswirkung der Störung (A)

Ausgehend von der Wahrscheinlichkeit, dass eine bestimmte Störung der Verfügbarkeit in einem definierten Zeitfenster auftritt und abhängig davon, wie stark deren Auswirkung ist, wird anschließend entschieden, ob der Betreiber eher eine zustands-, eine zeit- oder eine ausfallgesteuerte Instandhaltungsstrategie verfolgen sollte.

Um die hierfür notwendige Risikoabschätzung vornehmen zu können, ist es erforderlich, die Auswirkungen möglicher Schadensfälle, zum Beispiel bezüglich monetärer Verluste oder Beeinträchtigung des bestimmungsgemäßen Betriebs, zu bewerten. Die Eintrittswahrscheinlichkeit einer Störung wird anhand der Faktoren Alter der Anlage, Beanspruchung und Redundanz ermittelt.

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