Leitbild der All Electric Society

Abbildung von PLCnext-basierten Data-Collection-Box

Auf der Grundlage der Daten, die mit der PLCnext-basierten Data-Collection-Box gesammelt werden, hat sich die Produktivität in der Digital Factory um mehr als 10 % erhöht. (Quelle: Phoenix Contact)

Abbildung von Anschlusstechnologien

Als eine der schnellsten Anschlusstechnologien am Markt erhöht die neue Push-X-Technologie die Effizienz der Schaltschrankverdrahtung deutlich. (Quelle: Phoenix Contact)

Abbildung von 360-Grad-Security

Das Konzept der 360-Grad-Security deckt von der Entwicklung über die Produkte, Lösungen und Dienstleistungen bis zum Schwachstellenmanagement die komplette Prozesskette ab. (Quelle: Phoenix Contact)

In den Jahren 2018 und 2019 stellte sich wieder die Frage, in welche Richtung das Unternehmen in der nächsten Dekade gehen soll. Dabei ist F. Stührenberg sich durchaus bewusst: „Hätten wir nichts gemacht, hätte es trotzdem erstmal eine erfolgreiche Entwicklung gegeben.“ Denn das Unternehmen unterstützt alle wesentlichen Technologien, die nachhaltige Lösungen ermöglichen. Mit „Empowering the All Electric Society“ wurde 2020 das Leitbild für die kommende Dekade bekannt gegeben. Der Klimawandel ist in vielen Bereichen der Welt sicht und greifbar geworden. Darüber hinaus verdeutlichen sich die tatsächlichen TCO (Total Cost of Ownership) der Nutzung konventioneller Energieträger sowie gewinnungsverfahren zunehmend und zeigen die Notwendigkeit der regenerativen Energieerzeugung auf. Technische Lösungskonzepte liegen bereits vor. Die Industrie  speziell die Elektro und Informationstechnik kann und muss jetzt an der Zukunftsgestaltung mitwirken.

Für den CEO hat dieses Thema ein großes technologisches, kommerzielles und emotionales Potenzial: „Die All Electric Society bietet technologische Möglichkeiten für eine lebenswerte Welt, eine Welt, die nachhaltigen Wohlstand für alle bieten kann. Gleichzeitig ist die Energiewende Wachstumsmotor für die Industrie. Die All Electric Society erreichen wir zusammen, wenn jeder seinen Beitrag leistet. Wir sehen uns dabei als Wegbereiter und zeigen, wie die Transformation gelingen kann.“

Auch zuvor hat Phoenix Contact das Thema Nachhaltigkeit vorangetrieben: Mit Beginn dieser Dekade wurde es zum Leitbild. Es könnte sich die Frage stellen, ob dieses Leitbild zu sehr auf Deutschland gerichtet ist. „Das Gegenteil ist der Fall“, ist sich der Geschäftsführer sicher. „Die All Electric Society passt zum Beispiel genauso in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Dort wird in erneuerbare Energien investiert.“

Von der thematischen Aufstellung „mischen wir überall mit“, stellt F. Stührenberg heraus. Die Vielfalt reiche von der E-Mobility bis zur Cybersecurity. Deshalb ging es darum, diesen unterschiedlichen Handlungsfeldern eine Klammer zu geben. „Und das nicht nur aus kommerzieller Sicht“, setzt der CEO fort. „Vielmehr handelt es sich heute um eine Zielsetzung mit gesellschaftlichem Anspruch.“ Das Know-how des Unternehmens soll für die energetische Transformation eingesetzt werden, um eine fossilfreie Gesellschaft, Wirtschaft und Infrastruktur aufzubauen.

„Bewusst haben wir den Begriff der Society, der Gesellschaft übernommen“, erläutert er weiter. „Denn es geht um gesellschaftliche Anforderungen: Für die immer noch wachsende Weltbevölkerung wird zwingend mehr Energie benötigt. Dies darf aber nicht mehr auf fossiler Basis passieren, sondern ausschließlich mit erneuerbaren Energien.“

Es dreht sich darum, gemeinsam eine nachhaltige Welt zu schaffen. Als Beispiel führt der CEO ein Gespräch mit einem IT-Mitarbeiter des Unternehmens an, der während seines Urlaubs in der Schweiz die Folgen des Klimawandels anhand der fortschreitenden Gletscherschmelze erlebt hat. „Es geht um eine gemeinsame Aufgabe, bei der alle dabei sind“, fokussiert er. „Diese Idee dahinter wollen wir selbstbewusst nutzen.“

Technologie als Wegbereiter

Phoenix Contact liefert schon heute Lösungen, die weit über die „Klemme“ hinausgehen. Als Beispiel nennt er die Maschinensteuerungen für einen Windenergieanlagenhersteller, mit denen dieser die Anlagen schneller in Betrieb nehmen kann. Lösungen werden ebenso für die Energieverteilung und die speicherung angeboten. „Mit der Ausrüstung von Ortsnetzstationen unterstützen wir dabei, die Energienetze auf die neuen Strukturen vorzubereiten“, ergänzt F. Stührenberg. „Bei Batterietechnologien engagieren wir uns zum Beispiel mit Connectoren für neue modulare Batteriesysteme.“ Für den Manager steht fest, dass die Energiewende mit der damit verbundenen Zurverfügungstellung grüner Energien und Power to X in ausreichender Menge noch lange andauern wird.

Um sich den Herausforderungen der Zukunft stellen zu können, bedarf es zusätzlich einer maximalen Ressourceneffizienz. Prozessoptimierung in bestehenden Abläufen ist einer der großen Hebel zur ressourceneffizienten Gestaltung der Produktion. Um eine Verbesserung zu bewirken, müssen Daten gesammelt, transportiert und ausgewertet werden. „Hier können wir mit unserer neuartigen Automatisierungstechnologie punkten“, weiß F. Stührenberg. „Diese sorgt für höhere Transparenz, maximale Prozessoptimierung, besser abgestimmte Prozesse und weniger Ausschuss  ein purer Beitrag zu mehr Ressourceneffizienz.“

Mit den Lösungen für die Digital Factory hat das Unternehmen in der eigenen Elektronikfertigung in Bad Pyrmont in 1,5 Jahren die Produktivität um mehr als 10 % gesteigert. Das auf PLCnext Technology basierende IIoT-Framework baut eine Brücke zwischen OT und IT und ermöglicht einen reibungslosen Datenaustausch zwischen beiden Welten. „Damit wird die Digital Factory Treiber der All Electric Society – direkt und indirekt“, ergänzt der Manager.

Für die Energiewende werden Millionen an Schaltschränken benötigt. „Allein diese zu produzieren, würde nach heutigen Maßstäben Jahrzehnte dauern“, berichtet er. „Mit Push-X lassen sich die Schränke deutlich schneller automatisiert herstellen. Die Push-X-Klemme ist somit neben der Automatisierung und der Prozessoptimierung ein wichtiger Bestandteil der Strategie Empowering the All Electric Society.“ Er führt weiter aus: „Mit unserem Vertical Market Management sind wir dabei, solche Potenziale zu erkennen und anzugehen und auf diese Weise einen Beitrag für den Klimaschutz zu leisten.“

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