Auf Nanjing folgt Erlangen

Stefan Krug, Leiter Operational Excellence in der Electronics Factory Erlangen

Stefan Krug, Leiter Operational Excellence in der Electronics Factory Erlangen: „Wichtig war für uns von Beginn an, den Nutzen herauszustellen, den wir durch das Industrial Metaverse erzielen können“ (Quelle: Siemens)

Seine in China gesammelten Erfahrungen überträgt Siemens nun nach Deutschland – konkret auf das Werk Erlangen. Hier werden Komponenten der Leistungselektronik sowie die Werkzeugmaschinen-Steuerung Sinumerik gefertigt. Das Werk blickt auf eine über 50-jährige Historie zurück und beschäftigt derzeit rund 1 000 Menschen. „Zum einen geht es uns darum, unser Werk unter dem Gesichtspunkt der internationalen Wettbewerbsfähigkeit zukunftsfähig aufzustellen“, sagt S. Schlauß. Die ersten wesentlichen Schritte in diese Richtung habe man bereits zu Beginn der Jahrtausendwende mit der Lean Transformation eingeleitet. „Vor fünf bis sechs Jahren haben wir dann flexible Automatisierung und Digitalisierung on top gesetzt“, erzählt er und stellt heraus. „Erst durch die Digitalisierung konnten wir den nächsten erforderlichen Schritt der Optimierung gehen: Beispielsweise können wir dadurch auch kleine Losgrößen wirtschaftlich produzieren.“ Das ist vor allem auch deshalb wichtig, weil die Leistungselektronik-Produkte aufgrund der unterschiedlichen Einsatzbereiche nicht nur in hoher physikalischer Varianz, sondern auch in variierenden Stückzahlen produziert werden.

S. Krug informiert weiter: „Im Werk Erlangen sind Themen wie KI oder der digitale Zwilling angefangen bei der Simulation sowie während des Produktionsbetriebs – also Closed-Loop-Manufacturing – bereits standardmäßig im Einsatz. Somit liegen die ,Building-Blocks‘ des Industrial Metaverse hier bereits vor.“ Er nennt das als einen Grund dafür, warum Siemens in Deutschland das Werk Erlangen als Industrial-Metaverse-Nukleus ausgewählt habe.

Nun sind Begriffe wie KI, digitaler Zwilling, Simulation usw. nicht neu. Was bietet das Industrial Metaverse also mehr und was sind die Besonderheiten? S. Schlauß antwortet: „Das Industrial Metaverse ist echtzeitfähig, physikbasiert, omnipräsent und fotorealistisch. Es liefert uns die Basis, um unsere Wettbewerbsfähigkeit weiterzuentwickeln und für die Zukunft zu sichern.“ Dazu haben die Experten verschiedene Themenfelder definiert, in denen sie das Industrial Metaverse für sich wertbringend einsetzen wollen. „Dabei unterscheiden wir unter anderm zwischen Themenfeldern, die im Vorfeld – also im Planungsprozess – stattfinden und solchen, die im Rahmen des späteren Betriebs angesiedelt sind“, sagt S. Schlauß und S. Krug ergänzt: „Wichtig war für uns von Beginn an, den Nutzen herauszustellen, den wir durch das Industrial Metaverse erzielen können. Im Vordergrund stand daher immer die Frage: Welche Herausforderungen können wir durch den IM-Einsatz besser und schneller lösen?“

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