Bild 01: Laserbearbeitung von Schaltschrankkomponenten. (Quelle: Gerald Scheffels)
Was hat eine Event-Arena für Musicals mit einer Biogasanlage und einer robotergestützten Produktionsstraße für Automobilkomponenten gemeinsam? Für alle drei Aufgabenfelder plant und baut die Elektroanlagen Röring GmbH [1] Schaltschränke – und übernimmt auch, wenn gewünscht, die komplette Elektroplanung einschließlich Automatisierung und SPS-Programmierung. So unterschiedlich diese Anwendungen sind: Es handelt sich immer um anspruchsvolle Projekte mit großem Steuerungsaufwand. Entsprechend komplex sind die Schaltschränke und natürlich die Automatisierungstechnik sowie die SPS-Programmierung.
Kernkompetenz: Steuerungstechnik für Biogasanlagen
Der aktuell größte Branchenschwerpunkt von Röring ist der Schaltschrankbau für Biogasanlagen. Laut Geschäftsführer Markus Aagten (Bild 2) sind wir „über Deutschland und sogar über Europa hinaus als Experten für den Schaltschrankbau von Biogasanlagen bekannt. Hier haben wir eine sehr gute Marktposition, auch bei Sonderanlagen z. B. für den Gas-to-grid-Betrieb“.
Zu den Leuchtturmprojekten des Schaltschrankbauers in diesem Bereich gehört die größte Biomethananlage Europas in Friesoythe. Aber auch die Schaltanlage, die sich aktuell im Prüffeld befindet, ist komplex. M. Aagten erläutert: „Die Biogas-Erzeugung ist ja kein diskreter Prozess mit vielen aufeinanderfolgenden Schritten, sondern quasi ein einziger großer Prozess mit vielen Variablen, die sich gegenseitig beeinflussen.“ Deshalb hängt bei den bis zu 63 Schaltschrankfeldern buchstäblich alles mit allem zusammen. Entsprechend herausfordernd sind die Prüfung und die Endabnahme (Bild 3).
Smarte Lösungen im Elektro-Engineering
Beim Elektro-Engineering arbeitet Röring mittlerweile im zehnten Jahr mit der Eplan Plattform. Laut M. Aagten ist „unser Ziel, mit smarten Lösungen große Wirkung erzielen‚ und das gelingt uns auch“. Mit Electric P8 von Eplan [2] erstellen die Elektrokonstrukteure – meist auf der Basis von Step-Daten, die der Kunde bereitstellt – ein- sowie allpolige Schaltpläne. Dabei nutzen sie intensiv das Data Portal und auch im eigenen Haus entwickelte Standards und Makros. Die 3D-Schaltschrank planung erfolgt ebenso auf der Basis von Eplan Pro Panel wie das Routing, die Bündelung und die Konfektionierung der Leitungen (Bild 4). Und wenn das Engineering abgeschlossen wird, werden die Eplan-Daten intensiv weiter genutzt. „Den fertigen Schaltplan laden wir über eView in die Eplan-Cloud. Die Kollegen in der Werkstatt arbeiten auf dieser Basis, und dank Red- und Greenlining können alle Beteiligten immer auf den jeweils aktuellen Datenstand zugreifen“, erläutert Kevin Korte, Elektrokonstrukteur bei Röring.
Durchdachte Schaltschrankfertigung
Zeitgleich mit Eplan wurde 2014/2015 eine Perforex-Anlage für die mechanische Bearbeitung der Schaltschränke angeschafft. Sie ist noch im Einsatz, inzwischen steht mit der Perforex LC von Rittal Automation Systems [3] aber auch eine Laserbearbeitung zur Verfügung. Für M. Aagten ist das „ein deutlicher Fortschritt, angefangen bei der Beschickung der Anlage mit Rollwagen, ohne Spannen. Der Laser findet selbst den Nullpunkt und kann die Schränke fast allseitig bearbeiten – ohne Entgraten, in hoher Qualität“. Bei Bedarf wird auch die mechanische Bearbeitung von Schaltkästen übernommen. Und: Fast täglich liefert ein Lkw von Rittal Schaltschränke und -komponenten an. Ebenfalls automatisiert ist das Ablängen von Hutschienen – mit einem Secarex-Zuschnittzentrum von Rittal Automation Systems.