Beschleunigte Montage und Verdrahtung

Markus Aagten, Geschäftsführer, und Kevin Korte, Elektrokonstrukteur, bei Röring

Bild 02: Markus Aagten, Geschäftsführer, und Kevin Korte, Elektrokonstrukteur, bei Röring. (Quelle: Gerald Scheffels)

Schaltschränke im Testfeld von Röring

Bild 03: Schaltschränke im Testfeld von Röring. (Quelle: Gerald Scheffels)

Für die 3D-Schaltschrankplanung nutzen die Elektrokonstrukteure bei Röring Eplan Pro Panel

Bild 04: Für die 3D-Schaltschrankplanung nutzen die Elektrokonstrukteure bei Röring Eplan Pro Panel. (Quelle: Gerald Scheffels)

Der digitale Zwilling vor Ort: Eplan Smart Mounting zeigt den jeweils nächsten Arbeitsschritt bei der Schaltschrankmontage.

Bild 05: Der digitale Zwilling vor Ort: Eplan Smart Mounting zeigt den jeweils nächsten Arbeitsschritt bei der Schaltschrankmontage. (Quelle: Gerald Scheffels)

Die Automatisierung in der Montage ist jüngeren Datums: Seit rund anderthalb Jahren kommt hier Eplan Smart Mounting zum Einsatz (Bild 5). Das bedeutet: Der Werker sieht auf seinem Laptop mit Touchfunktion den jeweils nächsten Montageschritt. Sobald er dessen Ausführung quittiert, wird ihm der nächste angezeigt. Das beschleunigt den Prozess und standardisiert ihn zugleich – aber das ist nur einer von mehreren Vorteilen. Laut M. Aagten hat die Fertigung „alle Daten zur Hand, die wir in der Planung generieren. Und die Kollegen z. B. in der Auftragsplanung können immer den aktuellen Stand der Montage einsehen.

Das bewährt sich in der Praxis“. Diese Vorteile hat Röring früh erkannt und gehörte deshalb zu den ersten Nutzern von Eplan Smart Mounting. Bei der Verdrahtung – die Kabel werden von einem Dienstleister konfektioniert – hingegen wird zwar derzeit bewusst noch keine Automatisierung, aber doch eine Arbeitserleichterung genutzt: „Wir verdrahten seit etwa zwei Jahren mit Eplan eView. Der Mitarbeiter sieht auf dem Laptop den Schaltplan und kann so den nächsten Verdrahtungsschritt planen“, so M. Aagten.

Wertschöpfung verlagert sich in die Planung

Mit der schrittweisen Nutzung der Eplan Plattform wurde auch die Fertigung schlanker: „Die Wertschöpfung verlagert sich ins Büro und in die Planung – auch deshalb, weil die Qualität der Pläne entscheidend ist für die effiziente Fertigung. Diesen Weg werden wir weiter gehen“, führt M. Aagten aus. Einer der nächsten Schritte wird gerade vorbereitet: Die Kommissionierwagen werden künftig mit einem Scanner ausgerüstet. Dann kann der Mitarbeiter in der Fertigung jedes beliebige Bauteil scannen und auf dem Laptop dessen Platz im Schaltschrank sehen. Das spart nochmals Zeit bei der Montage.

Fazit: Klug automatisiert

Im Rückblick hat Röring in den vergangenen Jahren wesentliche Schritte der Schaltschrankplanung und -fertigung intensiv digitalisiert (u. a. mit Eplan Pro Panel, Eplan eView und Eplan Smart Mounting) und automatisiert (u. a. Laserbearbeitung mit Rittal Perforex LC). Bei anderen Arbeitsschritten, insbesondere bei der Verdrahtung, setzt man eher auf Werkerunterstützung als auf Automation. „Wir prüfen sehr genau, was und wo wir automatisieren, und haben immer auch Arbeitserleichterungen durch Ergonomie und Visualisierung im Blick,“ bringt M. Aagten es auf den Punkt.   

Zwei Unternehmen – ein Aufgabenfeld

Das von Stefan Röring im Jahr 1990 in der Garage gegründete Unternehmen startete mit dem Schaltschrankbau und setzte dabei sehr frühzeitig – Stichwort 3,5-Zoll-Diskette – auf digitale Prozesse. Offenbar auch auf kluge Nachwuchsförderung: 1992 wurde mit Markus Aagten der erste Auszubildende eingestellt. Er ist heute Geschäftsführer. Elektro anlagen Röring zählt neben Industriebetrieben in Energie- und Umwelttechnik vor allem auch Maschinenbauer, Kommunen, landwirtschaftliche Betriebe, Lebensmittelindustrie sowie Planungs- und Architekturbüros zu den Kunden. Zum Dienstleistungsspektrum gehört auch die Programmierung: Ein erheblicher Teil der Belegschaft ist auf diesen Aufgabenbereich spezialisiert. Die Schwesterfirma Energie-Anlagen Röring GmbH [4], die für Sommer 2025 aufgrund einer Erweiterung von Lager, Produktion und Büro einen Umzug plant, konzentriert sich auf Herstellung und Vertrieb von Trafos und stromführenden Schaltanlagen. Auch Ladeinfrastruktur für die E-Mobilität gehören zum Entwicklungs- und Fertigungsspektrum. Beide Unternehmen beschäftigen zusammen rund 60 Mitarbeiter und befinden sich bereits seit einiger Zeit im Generationenwechsel. Jetzt übergibt die erste Generation den Staffelstab an die zweite: Marlies und Stefan Röring treten einen Schritt zurück und übertragen die Verantwortung an Anna Röring und Markus Aagten.

Zu den Besonderheiten, mit denen die Schalt- und Steueranlagen von Röring ausgestattet sind, gehört die im eigenen Haus entwickelte Steuerungssoftware DiaLogo (Bild 6). Sie ist modular aufgebaut und überwacht, steuert, misst und regelt alle Maschinen- und Anlagenprozessdaten vor Ort oder über Fernwartung. Prozessdaten wie Temperaturen, Drücke, Drehzahlen oder Füllstände werden in frei konfigurierbaren Kurvendiagrammen oder übersichtlichen Tabellen dargestellt. Abweichungen von vorgegebenen Sollwerten werden erkannt, aufgezeichnet und gemeldet. Das schafft die Voraussetzung für eine schnelle Fehlervorausschau, -analyse und -behebung.

Literatur

  1. Elektroanlagen Röring GmbH, Vreden: www.roering.de
  2. Eplan GmbH & Co. KG, Monheim am Rhein: www.eplan.de
  3. Rittal GmbH & Co. KG, Wetzlar: www.rittal.com/de-de
  4. Energie-Anlagen Röring GmbH, Vreden: www.roering.de/home-energie

 

Gerald Scheffels ist freier Fachjournalist in Wuppertal. gs@pb-scheffels.de
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