Engineering – offene Systeme für eine nahtlose Integration

Hürden im Maschinen- und Schaltschrankbau (Quelle: Telefonbefragung von Statista im Auftrag von Wago (2025))

Bild 02: Hürden im Maschinen- und Schaltschrankbau (Quelle: Telefonbefragung von Statista im Auftrag von Wago (2025)) (Quelle: Wago)

Engineering, Assembling und Wiring müssen im Schaltschrankbau nahtlos ineinander greifen.

Bild 03: Engineering, Assembling und Wiring müssen im Schaltschrankbau nahtlos ineinander greifen. (Quelle: Wago)

Der Wago Wiring Bot (Typ 1) ermöglicht bis zu 60 % mehr Effizienz bei der Schaltschrankverdrahtung

Bild 04: Der Wago Wiring Bot (Typ 1) ermöglicht bis zu 60 % mehr Effizienz bei der Schaltschrankverdrahtung. (Quelle: Wago)

Der erste Schritt für einen durchgängig effizienten Prozess beginnt im Engineering: Hier werden CAE-Daten übernommen, vervollständigt und für die Leitungsplanung aufbereitet. Viele Unternehmen stehen dabei vor Integrationshürden – bedingt durch unterschiedliche Systeme, fehlende Standards und/oder proprietäre Formate. Wago begegnet diesem Problem mit offenen Schnittstellen und digital durchgängigen Datenmodellen, die auf maximale Anschlussfähigkeit ausgerichtet sind.

Ein entscheidender Vorteil des Verdrahtungsroboters: Er benötigt kein 3D-CAE-Engineering, sondern kann bereits auf Basis einfacher Leitungslisten und Konfektionsdaten – beispielsweise aus dem Wago Konfigurator Smart Designer – sicher betrieben werden. Damit lässt er sich deutlich einfacher integrieren als viele vergleichbare Systeme.

Assembling – effiziente Tragschienenbestückung

Im Assembling werden Tragschienen bestückt, Bauteile positioniert und beschriftet. Die Grundlage dafür ist eine saubere digitale Planung: Sie ermöglicht eine präzise, schnelle und fehlerarme Tragschienenbestückung – manuell oder mit der Roboterlösung Wago Assembling Bot. Die enge Verzahnung von Engineering und Assembling sorgt dafür, dass alle nachfolgenden Prozessschritte zuverlässig automatisiert werden können. So entsteht ein durchgängig digitaler Datenfluss, der die Grundlage für die automatisierte Verdrahtung bildet.

Wiring – vollautomatisierte Leitungsvorbereitung und -verdrahtung

Die Verdrahtung ist immer noch einer der anspruchsvollsten, zeitintensivsten und fehleranfälligsten Schritte im Schaltschrankbau – und gleichzeitig der Bereich, in dem der Fachkräftemangel am stärksten spürbar ist. Hier zeigt der Wago Wiring Bot (Typ 2) seine Stärken, zumal die neue Ausprägung gegenüber dem Typ 1 viele Erweiterungen bringt: Der hochpräzise, modulare 5-Achs-Portalroboter greift auf ein Magazin mit zwölf Greif- und Montagewerkzeugen sowie bis zu sieben Schraubbits zurück und verfügt über eine vollautomatische Leitervorbereitungsstation, bei der bis zu 16 Leitungsarten vorgehalten, individuell zugeschnitten, abisoliert, gecrimpt und bedruckt werden können. Möglich sind derzeit Leiterquerschnitte von 0,5 mm2 bis 6,0 mm2 (automatisiert verdrahtbar sind 0,5 mm2 bis 4,0 mm2) sowie Leitungslängen von 200 mm bis 3000 mm, die mit Aderendhülsen in 8-mm-, 10-mm- oder 12-mm-Ausführung vollautomatisch endbehandelt werden.

Darüber hinaus kann der Wago Wiring Bot eine Vielzahl an herstellerunabhängigen Komponenten – mit Schraub- oder Federanschlusstechnik – verdrahten. Die Verdrahtung erfolgt schnell und reproduzierbar in circa 35 s pro Leiter auf bestückten DIN-­Tragschienen, Gestellen oder Montageplatten in einem Verdrahtungsraum von 1250 mm × 2290 mm (b × h). Für maximale Prozesssicherheit sorgen automatisierte Auszugsprüfungen bei Schraubanschlüssen, die kraftmomentüberwachte Bedienung von Federanschlüssen sowie Kamera- und Laser-Soll-Istabgleiche vor jedem Auftrag.

Durch seine automatisierte Leitervorbereitung und einseitige Verdrahtung übernimmt der Verdrahtungsroboter also genau jene Arbeitsschritte im Schaltschrankbau, die viel Zeit beanspruchen und körperlich fordernd sind – ein wichtiger Beitrag zur Entlastung von Fachkräften und zur Sicherstellung von gleichbleibend hoher Qualität (Bild 4).

Fazit

Der Wago Wiring Bot ist ein zentraler Bestandteil der durchgängig digitalisierten und automatisierten Prozesskette im Schaltschrankbau. Mit seiner vollautomatischen Leitervorbereitung, der herstellerunabhängigen Komponentenverdrahtung, modernen Prüf- und Messtechniken sowie der besonders einfachen Integration in bestehende Prozesse setzt er Maßstäbe für Effizienz, Qualität und Prozesssicherheit. Gleichzeitig adressiert er genau jene Herausforderungen, die laut der gemeinsamen Wago-Statista‑Studie aktuell die größten Hürden im Markt darstellen: komplexe Systemintegration, unverbundene Prozessschritte, fehlende Schnittstellen und eine hohe Individualisierung. Der Verdrahtungsroboter schafft hier spürbare Entlastung, indem er Daten durchgängig nutzbar macht, Medienbrüche eliminiert und wiederkehrende, fehleranfällige Tätigkeiten automatisiert. So verkürzt er Durchlaufzeiten, steigert Fertigungskapazitäten und erhöht die Wettbewerbsfähigkeit – und entlastet gleichzeitig Fachkräfte, die ihre Zeit für anspruchsvollere Aufgaben wie Überwachung, Steuerung und Endprüfung nutzen können. 

Literatur

  1. Wago GmbH & Co. KG, Minden: www.wago.com
  2. Wago GmbH: Automatisierung in Deutschland – Umsetzung, Herausforderungen und Potenziale im Schaltschrankbau. lp.wago.com/de-de/download-statista-reportautomatisierung-im-schaltschrankbau* OTg2MDQyNDQ0LjE3NzE5NTAxMTU.*_ga*MjE4OTQ1MzkwLjE3 NzE5NTAxMTc.*_ga_LQ13JDZSVN*czE3NzIwMTEyMjgkbzIkZzE kdDE3NzIwMTE4MzAkajYwJGwwJGgw (25.2.2026)
Anja Koser ist Editorial Specialist bei der Wago GmbH & Co. KG in Minden. anja.koser@wago.com
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