Bild 01: Im Online-Konfigurator von Phoenix Contact können individuelle Lösungen direkt erstellt werden. (Quelle: Phoenix Contact)
Viele Anwender wünschen sich flexible, bedarfsorientierte und individuelle Schaltschranklösungen in Stückzahl 1 bei gleichzeitig schneller Reaktionsfähigkeit und geringen Kosten. Dies schafft ein Spannungsfeld für Hersteller, diese Bedarfe effizient zu bedienen. Diese Herausforderungen werden im klassischen Projektgeschäft durch hohe Projektvolumina und -laufzeiten ausgeglichen. Individuelle Kundenlösungen in Stückzahl 1 im Schaltschrankbau bedingen jedoch durch die kleinen Projektumfänge und Durchlaufzeiten signifikante Herausforderungen für Hersteller. Gleichzeitig steigt der Bedarf stetig an, technische und kaufmännische Artikelinformationen, wie Einkaufskonditionen oder Engineering Daten, sofort verfügbar zu haben.
Kleinste Mengen digital konfigurieren und durchgängig fertigen
Die Konfiguratoren von Phoenix Contact [1] ermöglichen es, mit minimalem Aufwand in Echtzeit kundenindividuelle Lösungen zu konfigurieren. Die Bereitstellung digitaler Assets wie Datenblätter, Zeichnungen und CAD-Daten erfolgt hierbei sofort auf der Website. Grundlage hierzu ist das Digital Process Framework – ein ganzheitlicher Ansatz zur Orchestrierung und Automatisierung der Prozesse von der Konfiguration über die Artikelanlage, Preisauskunft bis hin zur Datenbereitstellung.
Im ersten Schritt erfolgt die Konfiguration durch den Kunden. Die Nutzung des Konfigurators setzt hierbei keinerlei Installation auf dem Endgerät des Kunden voraus, sondern ist direkt auf der Website verfügbar (Bild 1). Dabei wird der Anwender durch einen Auswahlprozess geführt, um das Artikelspektrum auf die Anforderungen einzugrenzen. Die Konfiguration erfolgt intuitiv innerhalb einer 3D-Konfiguration. Eine automatische mitlaufende Fehlerkorrektur sorgt für die Korrektheit und Kompatibilität der Konfiguration.
Beim Abschluss der Konfiguration steht direkt ein umfassendes Datenblatt inklusive Produktbildern und Zeichnungen sowie Engineeringdaten in diversen CAD-Formaten zum Download bereit. Die Lösungs-ID ermöglicht ein erneutes Laden und Bearbeiten der Lösung über die Suchfunktion der Homepage. Ist der Anwender registriert und eingeloggt, steht die volle Funktionalität der Bestellstrecke zur Verfügung: Über den Warenkorb-Button kann der Bestellprozess direkt ausgelöst werden. Im „klassischen“ Projektgeschäft mit kundenindividuellen Lösungen würde hier ein abteilungsübergreifender, nicht selten bestenfalls teil-automatisierter Artikelanlage- und Preisfindungsprozess stattfinden. Häufig ist dieser durch verschiedene Beteiligte diverser Unternehmensbereiche und verhältnismäßig lange Durchlaufzeiten charakterisiert.
Im Fall des Online-Konfigurators löst der Klick auf den Warenkorb-Button eine automatisierte Artikelanlage aus. In Echtzeit wird dem Kunden die neu angelegte Artikelnummer angezeigt. Ein Wechsel in den Warenkorb liefert – ebenfalls in Echtzeit – individuelle Verfügbarkeits- und Preisinformationen. Artikeldetails sind direkt unter der neu angelegten Artikelnummer im Webshop verfügbar. Dem einfachen Klick auf den Warenkorb-Button liegt ein komplex orchestrierter Prozess zugrunde: Artikeldaten werden aus der Konfigurationsoberfläche direkt in Backend Systeme übernommen, Materialstammdatensätze im ERP-System angelegt sowie fertigungsrelevante Dokumente im PLM-System gespeichert. Die Prozesskette ist nahtlos: Die Dokumente sind nicht nur direkt für den Kunden zum Download verfügbar, sondern werden in den Produktionsablauf integriert und dienen zur automatisierten Fertigung und Qualitätsüberprüfung des individuell gefertigten Artikels.