Automatisches Schaltschranklayout mit Lernfunktion

Bild 02: Fragen an den AI Copilot werden in kürzester Zeit fundiert beantwortet. (Quelle: WSCAD)

Bild 03: Aus einem Stromlaufplan erzeugt die KI von Electrix AI 2026 in wenigen Minuten ein Schaltschranklayout – und merkt sich kundenspezifische Regeln und Präferenzen. (Quelle: WSCAD)
Die zweite große Neuerung in Electrix AI 2026 sind die vortrainierten Modelle (Foundation Models) für den Entwurf von Schaltschrankaufbauten. Aus einem Stromlaufplan erzeugt die KI in wenigen Minuten ein Schaltschranklayout – inklusive Platzierung der Komponenten, DIN-Schienen, Kabelkanäle, Routing sowie Berücksichtigung thermischer Vorgaben (Bild 3). Die Software merkt sich kundenspezifische Regeln und Präferenzen. Wird ein Schaltschrank neu generiert, fließen diese Erfahrungen automatisch in den nächsten Entwurf ein. Diese Funktionen beruhen nicht auf fest verdrahteten Regeln, sondern auf maschinellem Lernen. Jede Aktion und jede Korrektur erweitern das interne Modell. Electrix AI 2026 wird so zu einer Plattform, die mit jedem Projekt intelligenter wird.
Entlastung von Konstrukteuren
Die Konsequenz ist tiefgreifend: Konstrukteure müssen weniger konstruieren und haben mehr Zeit für andere Dinge. Ein Schrankaufbau, der früher viele Stunden erforderte, ist nun in wenigen Minuten erstellt. Kunden wie Wago [2] berichten von halbierten Projektlaufzeiten und messbar sinkenden Fehlerquoten. Damit verändert sich auch die Rolle des Konstrukteurs – weg von Routinetätigkeiten, hin zu Planung, Qualitätssicherung und strategischer Steuerung. WSCAD unterstützt diesen Wandel mit der Weiterbildung zum AI Certified Electrical Engineer, einem Zertifikat, das praxisnah den Umgang mit KI im Engineering vermittelt.
Electrix AI 2026 dokumentiert jede KI-Entscheidung revisionssicher – ein zentrales Kriterium für Unternehmen mit hohen Qualitätsanforderungen. Jede automatisch generierte Layout- oder Routing-Entscheidung lässt sich nachvollziehen und anpassen. Damit wird Automatisierung mit Compliance verbunden – ein Aspekt, der in sicherheitsrelevanten Branchen entscheidend ist.
Fazit
Die Zukunft der Elektrokonstruktion liegt nicht mehr in der reinen Datendurchgängigkeit und Digitalisierung bekannter Abläufe, sondern in der Datenintelligenz. Electrix AI 2026 zeigt, wie sich diese Intelligenz Schritt für Schritt in die tägliche Praxis integriert – nicht als Add-On, sondern als Fundament des Electrical Engineerings. Die Software wird damit zu einem lernenden System, das das Wissen eines Unternehmens konserviert und erweitert – ein entscheidender Vorteil um Know-how bei Ausscheiden von erfahrenen Mitarbeitern im Unternehmen zu halten. Neue Mitarbeiter profitieren von den Erfahrungen ihrer Vorgänger, Auszubildende können sofort produktiv arbeiten und erfahrene Konstrukteure werden von Routineaufgaben entlastet und arbeiten schneller. Der Elektrokonstrukteur bleibt im Mittelpunkt – aber in einer sich wandelnden Rolle als Dirigent eines intelligenten Systems.
Begriffserläuterungen zum Thema KI
- Machine Learning (ML): Modelle lernen aus Daten. Die Software erkennt selbstständig Muster und verbessert ihre Ergebnisse kontinuierlich. Das Gelernte kann auf bisher noch nicht bekannte Situationen angewendet werden.
- Deep Learning: Arbeitet mit neuronalen Netzen, die komplexe Datenmuster und Zusammenhänge analysieren und verarbeiten – ähnlich der Funktionsweise des menschlichen Gehirns. Typische Anwendung ist die Symbolerkennung in Schaltplänen.
- Foundation Models: Vortrainierte Großmodelle, die auf spezifische Fachdomänen – etwa Elektrotechnik oder Schaltschrankaufbau – angepasst werden.
- Agentive AI: Form der künstlichen Intelligenz, die autonom arbeitet, Entscheidungen trifft und lernt. Sie trennt Modelle von der Control Logic. Mehrere spezialisierte KI-Systeme planen, koordinieren und führen Aufgaben eigenständig aus – etwa bei der automatischen Layout-Erstellung eines Schaltschranks in Electrix AI 2026.
Literatur
- WSCAD GmbH, Bergkirchen: www.wscad.com
- Wago GmbH & Co. KG, Minden: www.wago.com