Ob Schaltschrankgehäuse den Korrisionsschutzanforderungen genügen

Ob Schaltschrankgehäuse den Korrisionsschutzanforderungen genügen, wird im akkredidierten QS-Labor getestet. (Quelle: Rittal)

In Zeiten globaler Unsicherheiten, hoher Energiepreise, Fachkräftemangel und zunehmender Bürokratie steht das industrielle Rückgrat Deutschlands unter Druck. Begriffe wie „Deindustrialisierung“ machen die Runde. Dabei gerät oft aus dem Blick, dass der Schaltschrankbau ein entscheidender Teil der Lösung ist – nah an den Maschinen- und Anlagenbauern, entscheidend für Zuverlässigkeit, Effizienz und Innovationsfähigkeit industrieller Prozesse. Wer heute in Deutschland Schaltschränke baut, muss nicht nur Qualität liefern, sondern wettbewerbsfähige Preise mit hoher Flexibilität verbinden.

Hersteller, wie Siemens, Phoenix Contact, Wago, Rittal und Eplan, verkörpern diesen Anspruch durch kontinuierliche Innovation, kompromisslose Qualität und zukunftsorientierte Nachhaltigkeit. Gemeinsam mit führenden Steuerungs- und Schaltanlagenbauern in Deutschland arbeiten sie in der Initiative „Schaltschrankgestalter“ daran, Qualitätsstandards zu sichern und weiterzuentwickeln. [1]­

Qualität, die Vertrauen schafft

Thomas Heberlein, Head of Business Development Electrical Products Germany bei Siemens Smart Infrastructure (Bild 1), bringt es auf den Punkt: „Made in Germany ist für uns ein entscheidender Wettbewerbsvorteil. Als Komponentenhersteller steht dieses Qualitätsmerkmal für unser gelebtes Werteverständnis: Die Nähe zum Kunden mit individueller Beratung und Fachkompetenz, hohe Flexibilität und schnelle Reaktionszeiten sowie durchgehend hohe und verlässliche Qualität – unterstützt durch resiliente und nachhaltige Lieferketten.“

Auch bei Wago ist die Bedeutung eindeutig. „Das Label spielt eine große Rolle für unsere Produkte und Lösungen – nicht nur im Schaltschrankbau, sondern generell, weil es für einen hohen Qualitätsanspruch steht“, erklärt Steffen Winther, Head of System Sales Cabinet Building Technology bei Wago (Bild 2). Qualität durch Technologie lautet die Maxime.

Matthias Schüler, verantwortlich für den Vertrieb bei Rittal Automation Systems in Deutschland (Bild 3), bestätigt: „Kunden weltweit verbinden ‚Made in Germany‘ mit hoher Qualität, Präzision, Zuverlässigkeit und technischer Exzellenz – Eigenschaften, die Rittal in seinen Produkten verkörpert. Dieses Image verschafft uns entscheidende Wettbewerbsvorteile.“ Außerdem bildet es positive Assoziationen: Es wird oft mit Innovation und fortschrittlicher Technologie verbunden, was die Markenwahrnehmung von Rittal positiv beeinflusst. „Insgesamt trägt das Qualitätsmerkmal ‚Made in Germany‘ erheblich zur Stärkung der Marke Rittal und zur Schaffung eines positiven Images auf den globalen Märkten bei“, ist M. Schüler überzeugt.

„Das Label ‚Made in Germany‘ spielt eine zentrale Rolle für unsere Produkte im Bereich Schaltschrankbau“, unterstreicht ebenso Detlef Kloke, Senior Director Product Marketing & MarCom bei Phoenix Contact (Bild 4). „Es steht für höchste Qualität, Zuverlässigkeit und Sicherheit für die Anwender.“ Er ergänzt: „Unsere Produkte werden nach deutschen Qualitätsstandards entwickelt und gefertigt. Dabei produzieren wir sowohl lokal in Deutschland als auch international. Diese Kombination aus deutschem Qualitätsanspruch und globaler Fertigung, die wir als ‚Made by Phoenix Contact‘ bezeichnen, stärkt das Vertrauen unserer Kunden und sichert deren Wettbewerbsfähigkeit.“

Für Thomas Michels, Senior Director Business Enablement bei Eplan (Bild 5), bedeutet „Made in Germany“ nicht nur Qualität, sondern auch Zukunftssicherheit: „Unsere Kunden wissen, dass sie sich auf die Qualität unserer Softwarelösungen verlassen können, ähnlich wie bei unseren Partnern in der Initiative Schaltschrankgestalter, die ebenfalls für ihre hochwertigen Produkte bekannt sind.“ Er fährt fort: „Unsere Produkte sind tief in die Systemlandschaften unserer Kunden integriert. Vertrauen in unsere kontinuierliche Weiterentwicklung ist deshalb essenziell.“

Qualität: Kein Zustand, sondern ein Prozess

Dass diese Qualität kein Zufall ist, sondern Resultat durchdachter Prozesse und eines tief verwurzelten Qualitätsverständnisses, zeigen die Unternehmen der Initiative Schaltschrankgestalter eindrucksvoll. Um sicherzustellen, dass die Produkte den hohen Standards des Labels entsprechen, setzt Rittal eine Vielzahl von Qualitätskontrollprozessen ein. Zu den wichtigsten Maßnahmen gehören strenge Qualitätsprüfungen – einschließlich des akkreditierten QSLabors, fortschrittliche Fertigungstechnologien mit modernen Maschinen und Technologien, die Präzision und Konsistenz gewährleisten, kontinuierliche Verbesserung und Innovation sowie Zertifizierungen. „Diese Prozesse tragen dazu bei, dass Rittal-Produkte weltweit als zuverlässig und hochwertig anerkannt werden“, betont M. Schüler.

Phoenix Contact begleitet seine Fertigungsprozesse engmaschig mit akkreditierten Laboren, die mechanische, elektrische und materialtechnische Prüfungen durchführen. „Unsere umfassenden Qualitätskontrollen sorgen dafür, dass unsere Produkte den höchsten Qualitätsstandards entsprechen und zuverlässig in verschiedenen Anwendungen genutzt werden können“, bekräftigt D. Kloke.

„Bereits in der frühen Ideenphase berücksichtigen wir Anwendungen, Normen, Leistungsmerkmale und Nachhaltigkeitsaspekte. Entwicklungsbegleitende Prüfungen, Dauertests und Zertifizierungen sind fester Bestandteil unserer R&D-Prozesse und gewährleisten höchste Standards“, betont T. Heberlein. Siemens plant parallel die Qualität in Beschaffung und Produktion. „Wir setzen auf kompetente Zulieferer und Produktionspartner, während wir in unserer eigenen Fertigung strengste Qualitätsmaßstäbe anlegen“, fährt T. Heberlein fort. „Dabei zählt nicht nur das Endergebnis, sondern auch der gesamte Weg dorthin – um Qualität nachhaltig und wiederholbar sicherzustellen.“

Wago entwickelt eigene Qualitätsstandards, die die normativen Anforderungen häufig deutlich übertreffen. „Unsere Produkte erfüllen alle notwendigen Kriterien hinsichtlich komplexer Aufgabenstellungen, die von namhaften Klassifizierungsgesellschaften bescheinigt sind – und zwar für die höchsten Umgebungskategorien“, ergänzt. S. Winther.

Eplan wiederum setzt auf strenge Qualitätskontrollen und kontinuierliche Verbesserungsprozesse. „Unsere Software durchläuft definierte Prüfprozesse, da die hohe Qualität unserer Produkte und Dienstleistungen sowie die damit verbundene Kundenzufriedenheit ein wichtiges Ziel von Eplan ist“, weiß T. Michels. „Wir sind nach ISO 9001 zertifiziert, was die Einhaltung höchster Qualitätsstandards sicherstellt. Volle Transparenz über unsere zertifizierten Lösungen, Sicherheits- und Datenschutzmaßnahmen sowie unsere Maßnahmen zur Einhaltung von Compliance Vorgaben erhalten unsere Kunden über unser sogenanntes Trust Center.“

Der Qualitätskreislauf wird bei Siemens durch Feldbeobachtung und den kontinuierlichen Austausch mit den Kunden geschlossen. „Qualität ist für uns nicht nur ein vernetzter Prozess, sondern gelebte Unternehmenskultur“, schließt er an. Als Beispiel nennt T. Heberlein das intelligente Linkmodul Sirius 3RC7. Dieses bietet eine einfache und schnelle Möglichkeit für vollständige Datentransparenz bis in die Feldebene – mit minimalem Installations- und Inbetriebnahme-Aufwand zu erreichen.

1 / 3

Ähnliche Beiträge