Nachhaltigkeit: Verantwortung ernst genommen

Der modulare Cabinet Wiring Robot, der bis zu 60 % der manuellen Verdrahtungsarbeit übernimmt

Bild 06: Der modulare Cabinet Wiring Robot, der bis zu 60 % der manuellen Verdrahtungsarbeit übernimmt. (Quelle: Wago)

Mit dem Simatic ET 200SP e-Starter steht von Siemens erstmals

Bild 07: Mit dem Simatic ET 200SP e-Starter steht von Siemens erstmals ein vollelektronischer Starter mit Halbleiter-Technologie zur Verfügung. (Quelle: Siemens)

Die Engineering-Software Clipx Engineer von Phoenix Contact

Bild 08: Die Engineering-Software Clipx Engineer von Phoenix Contact optimiert die Datendurchgängigkeit vom Schaltplan zum fertigen Schaltschrank. (Quelle: Phoenix Contact)

Das Plattformsystem RilineX von Rittal für Schalt- und Steuerschränke

Bild 09: Das Plattformsystem RilineX von Rittal für Schalt- und Steuerschränke. (Quelle: Rittal)

Eplan präsentiert auf Basis von Microsoft Azure OpenAI Service einen Use-Case

Bild 10: Eplan präsentiert auf Basis von Microsoft Azure OpenAI Service einen Use-Case, mit dem KI-basiert vollautomatisch ein Montageplatten-Layout generiert werden kann. (Quelle: Eplan)

Bei Siemens sind Nachhaltigkeit und Energieeffizienz tief in die Entwicklungsprozesse verankert. „Bereits bei der Produktidee achten wir darauf, Umweltaspekte zu berücksichtigen“, berichtet T. Heberlein. „Mit unserem systematischen Ecodesign-Ansatz minimieren wir die Umweltauswirkungen über den gesamten Lebenszyklus hinweg.“ Dazu gehören innovative Halbleitertechnologien, die in den e-Startern Energieverlust reduzieren sowie die Verwendung nachhaltiger Kunststoffe, z. B. aus Bioabfällen für den Leistungsschalter Sirius 3RV2 oder recycelten Textilien für den FI-Schutzschalter Sentron 5SV. Dabei kennzeichnet das Siemens EcoTech Label besonders nachhaltige Produkte. „Nachhaltigkeit ist für uns das ‚New Normal‘ – ein zentraler Bestandteil unserer Innovationsstrategie“, unterstreicht dies T. Heberlein.

Auch bei Wago spielt das Thema eine zentrale Rolle, das in der Vision „Wago is the backbone of a sustainable and smart connected world“ verankert ist. Mit der neuen „Green Range“-Produktlinie und der Verbindungsklemme aus biozirkulärem Kunststoff setzt das Unternehmen ein Zeichen. Darüber hinaus achtet Wago auch auf die ergonomische Arbeitsplatzgestaltung – ein Beitrag zur sozialen Nachhaltigkeit. „Die Montagetische und Handlingsysteme von Bauer Systeme, das seit letztem Jahr ein Mitglied der Wago-Gruppe ist, sorgen für eine ergonomische Arbeitsplatzgestaltung – und tragen so zu einem gesunden, nachhaltigen Arbeitsklima bei“, schließt S. Winther an.

Nachhaltigkeit und Energieeffizienz spielen auch eine zentrale Rolle in der Entwicklung von Rittal-Produkten. Rittal hat an allen deutschen Standorten die Stromversorgung komplett auf grünen Strom umgestellt und stattet alle deutschen Produktionsstandorte mit einem effizienten Energiemanagementsystem aus. Die Blue e+ Kühlgeräte von Rittal verbrauchen im Durchschnitt bis zu 75 % weniger Energie als vergleichbare Wettbewerbsgeräte.

„Klimawandel und Energiewende stellen die Welt vor große Herausforderungen“, sagt D. Kloke. „Phoenix Contact glaubt an eine Zukunft, in der Energie aus erneuerbaren Ressourcen ausreichend und bezahlbar zur Verfügung steht – die All Electric Society. Lösungen und Technologien für die Elektrifizierung, Vernetzung und Automatisierung sind dabei der Schlüssel.“

Neben dem Kundennutzen ist Nachhaltigkeit für Phoenix Contact besonders wichtig. „Wir haben unsere ersten Produkte auf biobasierten Kunststoff umgestellt, damit wir unseren ökologischen Fußabdruck minimieren“, so D. Kloke. „Mit dem Product Environmental Footprint (PEF) bewerten wir systematisch die Umweltauswirkungen unserer Produkte.“

Zukunftsstrategien im Schaltschrankbau

„Schaltschränke bleiben unverzichtbar für die Energieverteilung und die Steuerung von Maschinen und Anlagen“, unterstreicht T. Heberlein. „Allerdings verändert sich ihre Form und Funktion zunehmend.“ Es entstehen kompaktere Bauformen durch optimierte Formfaktoren. Die Datenerfassung nimmt zu, um Bearbeitungsprozesse zu optimieren und Qualitätsrückschlüsse zu ermöglichen. Neue Schalttechnologien sorgen für reduzierte Verlustleistungen. Da Kurzschlüsse schneller beherrscht werden, können Leitungsquerschnitte verringert werden. „Neben innovativen Technologien und Produkten ist es unser Ziel, unsere Kunden auf dem Weg zu ihrem perfekten Schaltschrank zu unterstützen – mit effizienten Lösungen für Engineering und Fertigung“, fasst T. Heberlein die Siemens-Sicht zusammen.

Die Anforderungen an den Schaltschrankbau der Zukunft steigen weiter: Digitalisierung, kompaktere Bauformen, energieeffiziente Lösungen und intelligente Datennutzung stehen im Vordergrund. „Wir bei Wago setzen uns intensiv mit den aktuellen Anforderungen der Schaltschrankbauer über die gesamte Prozesskette auseinander und bieten dafür mit unseren Wago Cabinet Offerings bereits konkrete Lösungen an“, weiß S. Winther. „Die Automatisierung im Schaltschrankbau stellt ein essenzielles Zukunftsthema dar, besonders mit Blick auf den Fachkräftemangel und die fortschreitende Digitalisierung.“

D. Kloke: „Die Ziele von Phoenix Contact im Schaltschrankbau sind klar: Effizienz steigern, Flexibilität erhöhen und Nachhaltigkeit fördern. Wir setzen auf neue Technologien und optimieren bestehende Prozesse, um diese Ziele zu erreichen.“ Die Digitalisierung bietet enorme Chancen.

„Mit Softwarelösungen wie Clipx Engineer schaffen wir eine durchgängige Prozesskette vom Engineering bis zum fertigen Schaltschrank. Dabei ist die Datenkonsistenz im gesamten Fertigungsprozess entscheidend, um reibungslose Abläufe und höchste Qualität sicherzustellen“, so D. Kloke.

„Die Zukunft des Schaltschrankbaus bringt sowohl spannende Ziele als auch Herausforderungen mit sich“, betont M. Schüler. „Die Integration von IoT und digitalen Zwillingen im Schaltschrankbau ermöglicht eine effizientere Planung, Überwachung und Wartung. Dies führt zu einer höheren Produktivität und geringeren Ausfallzeiten.“ Als nächstes folgt Nachhaltigkeit: Rittal setzt verstärkt auf nachhaltige Produktionsmethoden und energieeffiziente Produkte. Ein weiterer Aspekt ist die Automatisierung: Der Einsatz von automatisierten Fertigungstechnologien und Robotik erhöht die Produktionsgeschwindigkeit und senkt die Fehlerquote.

Darüber hinaus gilt es die Herausforderungen zu meistern: Mit der zunehmenden Komplexität moderner Produktionsprozesse und der Anforderungen der Industrie 4.0 müssen Schaltschrankbauer innovative Lösungen entwickeln, um diese Herausforderungen zu meistern. Der Bedarf an qualifizierten Fachkräften im Bereich Schaltschrankbau und Automatisierungstechnik wächst. Die rasche Entwicklung neuer Technologien erfordert eine kontinuierliche Anpassung und Weiterbildung.

Die Ziele und Herausforderungen zeigen, wie dynamisch und zukunftsorientiert der Bereich Schaltschrankbau ist. T. Michels ergänzt: „Unsere Mission ist es, die Wettbewerbsfähigkeit unserer Kunden nachhaltig zu stärken. Digitalisierung und die Implementierung digitaler Zwillinge bieten erhebliches Potenzial, um die Effizienz im Schaltschrankbau zu steigern. Gleiches gilt für die enge Zusammenarbeit mit Partnern wie Rittal, Siemens, Phoenix Contact und Wago, um für den Schaltschrankbau integrierte Lösungen zu schaffen. Um dem Fachkräftemangel in der Branche entgegenzuwirken, setzen wir auf automatisierte Engineering- und Fertigungsprozesse und den Einsatz von KI, um die Produktivität zu steigern.“

Fazit

Die Unternehmen der Initiative Schaltschrankgestalter zeigen, dass „Made in Germany“ weit mehr ist als ein traditionsreiches Label. Es steht für Innovationskraft, exzellente Qualität, nachhaltiges Handeln und eine tiefe Kundenorientierung – und damit für eine Zukunft des Schaltschrankbaus, die global Maßstäbe setzt.                                                                                                                                                                     

Literatur

  1. Initiative Schaltschrankgestalter:
    www.schaltschrankgestalter.de
Ronald Heinze
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